Praxisgründer

Fördermittel für Praxisgründer: Nordrhein-Westfalen

Praxisgründern stehen zahlreiche Förderprogramme in Form von Zuschüssen und Darlehen zur Verfügung. Welche davon im Einzelfall in Frage kommen, unterscheidet sich in jedem Bundesland. Wir bieten, nach Bundesländern geordnet, die wichtigsten Förderprogramme für Mediziner und Praxen im Überblick.

In der Anfangsphase können Fördermittel entscheidend sein. [M]_zm-©faber14 und ©sunt - Fotolia

Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte stehen irgendwann im Laufe Ihres Arbeitslebens vor der Entscheidung, eine eigene Zahnarztpraxis zu gründen, eine bestehende zu übernehmen oder sich an einer Praxis zu beteiligen. Und auch nach der Gründung stehen die Inhaber immer wieder vor neuen Herausforderungen, für deren Lösung oftmals 

  • eine strategische Beratung 
  • eine Mitarbeiterqualifizierung oder
  • Kapital (Erst-, Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen) 

 

 

erforderlich werden.
Unterstützend stehen den Praxen zahlreiche Förderprogramme in Form von Zuschüssen und Darlehen zur Verfügung. Fördermittelgeber sind dabei in der Regel der Bund oder die Länder in Kooperation mit der EU.

Fördermittel werden grundsätzlich unterschieden in: 

  • Zuschüsse
  • zinssubventionierte Darlehen

 

 

Grundsätzlich gilt: Fördermittel müssen immer vor dem Start des Projektes beantragt werden. Zudem müssen sie immer maßnahmenindividuell ermittelt werden. 

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die wesentlichen Förderprogramme für Nordrhein-Westfalen für Mediziner & Praxen. Diese Aufstellung ist nicht abschließend, es gibt zahlreiche weitere Programme, die ggfls. Einschränkungen unterliegen oder sehr speziell sind – informieren Sie sich im Vorfeld!


Beratungsförderung Nordrhein-Westfalen

Dieses Programm ermöglicht Zuschüsse für die Planung und Beratung VOR der Niederlassung / Übernahme

  • Zuschusshöhe: 50% der Beratungskosten von max. 400 EUR /TW
  • 4 - 6 Beratertage,
  • Maximaler Zuschuss: 2.400 EUR
  • Antragsberechtigte: Ärztinnen / Ärzte, die in NRW eine selbständige Tätigkeit aufnehmen möchten
  • Spezielle Listung der Berater erforderlich

Dieses Programm bietet einen Zuschuss für betriebswirtschaftliche Beratungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
 

  • Zuschusshöhe: 50% der Beratungskosten
  • Maximal 10 Beratertage
  • Maximaler Zuschuss: 5.000 EUR
  • Antragsberechtigte:
    - Praxen in NRW
    - länger als 2 Jahre am Markt
    - mind. 10 SV-pflichtig und weniger als 250 in Vollzeit beschäftigte MitarbeiterInnen

Das Programm fördert betriebswirtschaftliche Beratungen.
Es gibt 3 Zielgruppen/Module:

Modul 1: Junge Praxen (0-2 Jahre)

  • Bemessungsgrundlage: 4.000 EUR
  • Zuschusshöhe:
    - 50% in den alten Bundesländern + Berlin + Leipzig
    - 60% Region Lüneburg
    - 80% Neue Bundesländer

Modul 2: Bestandspraxen(ab 2 Jahren)

  • Bemessungsgrundlage: 3.000 EUR
  • Zuschusshöhe:    
    - 50% in den alten Bundesländern + Berlin + Leipzig
    - 60% Region Lüneburg
    - 80% Neue Bundesländer
  • Max. 5 Beratertage

Modul 3: KMU in Schwierigkeiten

  • Bemessungsgrundlage: 3.000 EUR
  • Zuschusshöhe:     90%

Das Programm unterstützt Praxen u.a. bei der Entwicklung moderner, mitarbeiterorientierter Personalstrategien. Beratungsfelder sind:
Kommunikation, Arbeitsorganisation, Gesundheitsförderung, Wissenstransfer.

  • Zuschusshöhe: 80% des Tageshonorars von 1.000 EUR
  • maximal 10 Beratertage
  • maximaler Zuschuss: 8.000 EUR, bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten: 9.520 EUR
  • Praxen, die länger als 2 Jahre bestehen (bei Praxisübernahmen)
  • mind. 1 SV-pflichtigen und weniger als 250 in Vollzeit beschäftige MitarbeiterInnen
  • in NRW/Brandenburg/Baden-Württemberg/Sachsen-Anhalt: maximal 10 Vollzeitmitarbeiter beschäftigen



Kredite Nordrhein-Westfalen

Es werden alle Formen der Existenzgründung gefördert: Praxisneugründungen, Praxisnachfolgen und Festigung junger Praxen 

  • Kredithöhe: bis 25 Millionen Euro
  • Finanziert werden alle Investitionen und auch Betriebsmittel
  • Laufzeiten: 5 bzw. 10 Jahre, bei Immobilien 20 Jahre
  • Es gibt tilgungsfreie Anlaufjahre
  • Es ist auch eine Haftungsfreistellung möglich
  • Antragsberechtigt: Praxen bis zu 5 Jahren nach Aufnahme der Tätigkeit

Es werden alle Formen der Existenzgründung gefördert: Praxisneugründungen, Praxisnachfolgen und Festigung junger Praxen mit Sitz in NRW.

  • Kredithöhe: 25.000 Euro Mindestbetrag, Darlehenshöhe unbegrenzt
  • Finanziert werden alle Investitionen und auch Betriebsmittel
  • Laufzeiten: 5, -10, 15, 20 Jahre
  • Es gibt tilgungsfreie Anlaufjahre
  • Es ist auch eine Haftungsfreistellung möglich
  • Antragsberechtigt: Praxen bis zu 5 Jahren nach Aufnahme der Tätigkeit



Sonstiges Nordrhein-Westfalen

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Es handelt sich um eine Ermessensleistung (Gute Planung erforderlich!)

  • Zuschuss für die Aufnahme einer selbständigen freiberuflichen Tätigkeit
  • Zuschusshöhe:
    - Phase I: Dauer: 6 Monate: monatlicher Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes + 300 Euro
    - Phase II: Dauer: 9 Monate: monatlich 300 Euro
  • Antragsberechtigt sind arbeitssuchende Ärztinnen / Ärzte, die noch 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld besitzen
  • auch nach der Elternzeit möglich

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die berufliche Weiterbildung einzelner Beschäftigter aus Unternehmen mit Betriebsstätte in NRW. Es gibt einen individuellen und einen betrieblichen Zugang.

  • Im individuellen Zugang: eingeschränkte Zielgruppe
  • Einkommensobergrenzen (30.000 Euro individueller Zugang und 39.000 Euro betrieblicher Zugang)
  • Die Kurskosten müssen mind. 500 Euro betragen
  • Der Zuschuss beträgt max. 50 Prozent der Kurskosten, max. 500 Euro

Sie dient der Teilnahme an individueller beruflicher Weiterbildung von Erwerbstätigen in Form von Seminaren, Lehrgängen und Kursen.

  • Die Veranstaltungsgebühren dürfen maximal 1.000 Euro betragen
  • Der Prämiengutschein gilt maximal sechs Monate
  • Pro Person alle 2 Kalenderjahre möglich
  • Berechtigt sind Personen, die durchschnittlich mindestens 15 Wochenstunden arbeiten und deren zu versteuerndes Einkommen unterhalb von 20.000 Euro liegt.

Arbeitgeber können zur Eingliederung von förderungsbedürftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Zuschuss erhalten. Förderhöhe und die Förderdauer richten sich nach dem Umfang der Einschränkung und nach den Anforderungen des Arbeitsplatzes (Minderleistung).

  • Förderhöhe: bis zu 50 Prozent des regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts sowie des pauschalierten Arbeitgeberanteils
  • maximal 12 Monate
  • Für ältere, behinderte sowie schwerbehinderte Menschen kann der Leistungsumfang erweitert werden.
  • Der Eingliederungszuschuss ist vor Arbeitsaufnahme bei der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter zu beantragen.
  • Bei dem Eingliederungszuschuss handelt es sich um eine Ermessensleistung
  • Der Zuschuss muss VOR Einstellung beantragt werden.