Praxisgründer

Gründungszuschuss – Mission impossible?

Possible! Mit guter Planung, Beratung und dem entsprechenden Know-how.

Auf den Bäumen wird das Geld nicht wachsen - aber vielleicht kommt bei Ihrer Praxis ein Gründungszuschuss in Frage. fergregory - Fotolia

Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte wählen als nächsten Karriereschritt und als Schritt zur Selbstverwirklichung den Weg in die Niederlassung. Dabei kann es sich um die klassische Neugründung der eigenen Zahnarztpraxis oder einer Gemeinschaftspraxis handeln. Auch kann eine bestehende Praxis übernommen werden – oder es erfolgt eine Praxis-Beteiligung.

Neben allen Überlegungen, die nun anfallen, neben allen Chancen und Bedenken ist da doch die große finanzielle Unsicherheit, besonders in der Startzeit. Denn schließlich geht der Weg in die eigene Zahnarztpraxis in der Regel mit einer hohen Verschuldung zur Finanzierung der Praxisinvestitionen einher. Bei einer Neugründung kann in der Regel nicht auf einen Patientenstamm zugegriffen werden. Zeitgleich fallen zahlreiche Kosten für den laufenden Praxisbetrieb meist schon vor der ersten Behandlung an. Und auch im Falle einer Praxisübernahme ist nicht sicher, ob die bisherigen Patienten der Praxis treu bleiben. Zudem sind einige Geräte und auch die Ausstattung in der Regel älter und eventuell fallen noch außerplanmäßige Kosten für Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen an.

Daher ist in allen Fällen einer Praxisgründung in der Startphase die Liquidität oftmals stark angespannt – und dennoch muss der eigene Lebensunterhalt verlässlich sichergestellt werden.

Hilfe bei angespannter Finanzlage

Bei der Suche nach Lösungen für diese typische Problematik stolpert man gelegentlich über das geheimnisvolle Wort „Gründungszuschuss“. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss, also geschenktes Geld, den man erhalten kann, wenn man aus der Arbeitslosigkeit den Schritt in die Selbstständigkeit – in die eigene Zahnarztpraxis wagt. Dies geschieht häufig im Anschluss an die Assistenzzeit oder nach der Elternzeit, um nur zwei mögliche Gründe für eine Praxisgründung aus der Arbeitslosigkeit zu nennen. Auch eine Beteiligung an einer Praxis ist grundsätzlich mit dem Gründungzuschuss förderfähig. Hier wird seitens des Arbeitsamtes geprüft, ob die „Unternehmereigenschaft“ gegeben ist, also ob der neue „Praxispartner“ im eigenen Namen und für eigene Rechnung arbeitet und das unternehmerische Risiko trägt.

Der Gründungszuschuss wird individuell berechnet und orientiert sich zum einen am vorher bezogenen Gehalt, zum anderen an den persönlichen und familiären Verhältnissen des Antragstellers. Zudem sind spezielle Anspruchsvoraussetzungen zu erfüllen. Eine sorgfältige Prüfung ist daher im Vorfeld wichtig!

Der Gründungszuschuss kann je nach individuellen Voraussetzungen insgesamt mehr als 18.000 Euro betragen und wird in zwei Phasen gewährt. In der 1. Phase wird für sechs Monate das jeweilige Arbeitslosengeld gezahlt – einen Rechner finden Sie unter www.arbeitsagentur.de. Dieses wird um 300,00 EUR monatlich erhöht, da durch die Niederlassung nun auch die soziale Absicherung gewährleistet sein muss. Die 2. Phase im Anschluss dauert weitere neun Monate. Hier wird monatlich noch der Zuschuss zur sozialen Absicherung von 300,00 EUR gezahlt. Ein zusätzliches Bonbon: Der Gründungszuschuss ist steuerfrei und unterliegt auch nicht dem Progressionsvorbehalt.

Willkommener Geldsegen – aber aussichtslos?

So weit, so gut. Nach weiteren Recherchen hört und liest man jedoch häufig: „Den bekommt man ohnehin nur sehr selten oder gar nicht! Als Zahnarzt oder als Zahnärztin braucht man sich erst gar keine Hoffnung zu machen.“ Das ist so pauschal glücklicherweise nicht richtig. Auch wenn der Gründungszuschuss eine Ermessensleistung ist, kann er mit einer frühzeitigen Planung, unter Einhaltung der „Spielregeln“, einer guten Beratung im Vorfeld, dem entsprechenden Konzept und dem nötigen Know-how oftmals erreicht werden – entgegen anderer verbreiteter Behauptungen.

Wichtiger Nebeneffekt: Neben der eigenen finanziellen Sicherheit durch die Gewährung des Gründungszuschusses wird auch der Bank die Kreditentscheidung leichter von der Hand gehen. Der Gründungszuschuss als zusätzliche Einnahme verringert zudem den Kreditbedarf, da nur eine geringere Privatentnahme in der Startphase notwendig ist.

Daher sei an dieser Stelle jeder Zahnärztin und jedem Zahnarzt Mut gemacht, diesen nicht ganz einfachen, aber dennoch sehr lohnenswerten Weg zu gehen!