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Schwangerschaft und eine eigene Praxis: Geht das?

Du hast es geschafft: Endlich eine eigene Praxis, Chefin eines tollen Teams, eigenverantwortliches Arbeiten … Herzlichen Glückwunsch! Wenn Du bislang noch keine Kinder hast, der Kinderwunsch aber existent ist, dann überlegst Du jetzt möglicherweise, ob eine Schwangerschaft und später die Kindererziehung mit der eigenen Praxis vereinbar sind. Dieser Artikel soll eine Hilfestellung geben, was im Hinblick auf eine Schwangerschaft von Praxisinhaberinnen im Vorfeld in die Wege geleitet werden kann und berücksichtigt werden muss.

Foto: Shutterstock.com/ Piotr Marcinski

Wichtig ist, dass das Mutterschutzgesetz, das für schwangere angestellte Zahnärztinnen in der Regel ein Beschäftigungsverbot ab Bekanntwerden der Schwangerschaft bedeutet, für Dich als Selbstständige keine Anwendung findet. Auch die Mutterschutzfristen gelten nicht für Selbstständige. Du unterliegst daher keinerlei beruflichen Einschränkungen und kannst selbst entscheiden, welche Tätigkeit Du wie lange und in welchem Umfang ausüben willst. Du kannst also, wenn Du möchtest, auch bis unmittelbar vor der Geburt und im Anschluss so bald wie möglich wieder am Patienten arbeiten.

Allerdings gibt es für Dich auch keine „bezahlte Auszeit“, da das U2-Umlageverfahren nur für Angestellte gilt. Somit bist Du selbst verantwortlich für Dein „Unternehmen Zahnarztpraxis“ und musst die Finanzierung einer möglichen Auszeit selbst stemmen.

Ganz leer gehst Du nicht aus, wenn Du freiwillig gesetzlich krankenversichert bist mit Anspruch auf Krankengeld. Dann kannst Du zumindest Mutterschaftsgeld beantragen. Wenn Du privat versichert bist, gibt es diese Möglichkeit nicht. Eventuell erhältst Du jedoch andere Leistungen, die sich aus deinem individuellen Versicherungsvertrag ergeben. Solltest Du eine Schwangerschaft planen, empfiehlt es sich daher, vorab die Versicherungsleistungen zu prüfen und gegebenenfalls zu erweitern.

Praxisvertretung frühzeitig organisieren

Weiterhin solltest Du Dir frühzeitig Gedanken machen, ob eine Praxisvertretung organisiert werden soll und zu welchen Konditionen. Nach § 32 Abs. 1 Zahnärzte-ZV ist eine Vertretung „in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von 12 Monaten“ möglich. Während der Erziehungszeit ist eine weitere Vertretung von bis zu 36 Monaten, die nicht zusammenhängend sein muss, zulässig. In dieser Zeit darf die Zahnärztin jedoch nicht in der Praxis tätig sein. Die Vertretung ist, wenn sie länger als eine Woche dauert, der KZV und, wenn sie länger als sechs Wochen dauert, auch der Bezirkszahnärztekammer mitzuteilen und muss genehmigt werden. Da die Zahnärzte-ZV nur Richtlinien enthält, ist eine unterschiedliche Regelung in den einzelnen KZVen (auch hinsichtlich der möglichen Dauer einer Vertretung!) möglich, so dass Du Dich diesbezüglich am besten im Vorfeld bei der für Dich zuständigen KZV erkundigst. Häufig kann man Dir dort auch bei der Suche nach einem geeigneten Vertreter weiterhelfen.

Ist die Vertreterfrage im Allgemeinen gelöst, muss die Finanzierung geklärt werden. Ob Du Tages-, Wochen- oder Monatspauschalen vereinbarst ist Verhandlungssache – ebenso wie die Frage, ob die Vertretung am Umsatz beteiligt werden soll. Also: Frühzeitig Ersatz suchen, denn sonst musst Du im schlimmsten Fall die vielleicht überzogenen finanziellen Vorstellungen des einzigen kurzfristig verfügbaren Vertreters akzeptieren.

Auch die Finanzierbarkeit als solche sollte am besten schon im Vorfeld geklärt sein. Wenn möglich, lege den vermutlich benötigten Betrag vorab zur Seite. Prüfe dazu auch infrage kommende Spar- bzw. Anlageformen.

  • Eine Praxisausfallversicherung greift hier in der Regel nicht! Möglicherweise kannst Du Dich aber für den Fall einer längeren Erkrankung versichern, so dass Du zumindest finanziell abgesichert wärest, wenn Du aus gesundheitlichen Gründen während der Schwangerschaft nicht arbeiten kannst.

  • Falls Du erst „frisch gebackene“ Praxisinhaberin bist und Gründungszuschuss erhältst, wird in der Regel eine kurze Pause während der Mutterschutzfristen toleriert. Wenn Du jedoch auf Dauer weniger als 15 Stunden wöchentlich selbstständig tätig bist, verlierst Du Deinen Anspruch auf die Förderung. Du kannst jedoch, wenn Du wieder länger arbeitest, einen erneuten Antrag auf Förderung stellen und brauchst nicht die sonst üblichen 24 Monate abzuwarten.

Vergiss nicht, im Fall einer Vertretung Deine Berufshaftpflichtversicherung und die Deines Vertreters zu überprüfen, um diese gegebenenfalls noch anpassen zu können, damit im Haftungsfall keine Deckungslücke vorliegt.

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