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Wann ist man als Zahnarzt unwürdig?

Wenn Sie zuverlässig und würdig sind, erhalten Sie als Zahnarzt nach dem Studium Ihre beantragte Approbation - so steht es in der Approbationsordnung. Aber was heißt das eigentlich genau?

Aycatcher/Fotolia

Wer sein Examen als Zahnarzt bestanden hat, dem wird nach Beantragung die Approbation erteilt - sofern er ausreichend deutsch kann, die fachlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt sowie würdig und zuverlässig ist. Aber ab wann verliert man seine Würde als Zahnarzt? Reicht eine Verurteilung, zum Beispiel wegen Körperverletzung oder Diebstahls?


Approbationserteilung: Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen!

Sie haben grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung der Approbation als Zahnarzt bzw. Zahnärztin,

  1. wenn Sie sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich Ihre Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des zahnärztlichen Berufs ergibt,
  2. Sie zudem in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des zahnärztlichen Berufes geeignet sind
  3. und ausreichend deutsch sprechen
  4. und Sie zugleich die fachlichen Voraussetzungen erfüllen.
  5. Auf die Staatsangehörigkeit kommt es bei der Erteilung der Approbation nicht mehr an.

(Quelle: Bezirksregierung Köln)

Sie verfügen über einen

  1. erfolgreichen Abschluss der zahnärztlichen Ausbildung in einem anderen Mitgliedsstaat der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums die den Mindestanforderungen des Artikels 24, Art. 44 oder Art. 34 der Richtlinie 2005/36/EG entspricht (Konformität der Ausbildung) oder über einen
  2. erfolgreichen Abschluss einer zahnärztlichen Ausbildung außerhalb der EU und des EWR, die gleichwertig mit der Ausbildung zur Zahnärztin / zum Zahnarzt in der Bundesrepublik Deutschland ist.
  3. Der Nachweis der Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Ausbildung ist in der Regel durch eine Prüfung zu erbringen, die sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung eines deutschen Zahnmedizinstudium erstreckt. Wurde das Studium außerhalb dieser Staaten abgeschlossen (sog. Drittstaat), muss geprüft werden, ob die Ausbildung gleichwertig ist, und falls nicht, muss eine Kenntnis- bzw. Eignungsprüfung erfolgreich abgelegt werden. 

(Quelle: Bezirksregierung Köln)


De facto hat sich die Gesetzeslage verschärft. Früher kam es nur zum Approbationentzug, wenn sich die strafbare Handlung auf das Arzt-Patienten-Verhältnis bezog - beispielsweise bei schweren Behandlungsfehlern oder sexueller Belästigung. Seit einiger Zeit entzieht das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) aber auch Approbationen, wenn das Vergehen keinen direkten Bezug zur zahnärztlichen Tätigkeit hat (BVerwG, Urteil vom 16. Februar 2016, Az.: 3 B 68.14).

Unwürdig: "ein Vergehen von erheblichem Gewicht"

Folgt man den Definitionen der Bezirksregierung Düsseldorf, wird man als Zahnarzt unwürdig, wenn man ein Verbrechen verübt oder ein Vergehen von erheblichem Gewicht begeht. Ob die morgendliche Schlägerei vor der Diskothek oder die Anzeige wegen wiederholten Schwarzfahrens ein Vergehen von erheblichem Gewicht ist, entscheiden die zuständigen Richter. Bleibt es bei einzelnen Vergehen, ist davon auszugehen, dass sie keine Folgen auf die zahnärztliche Karriere haben. Wiederholen sich kleinere Vergehen jedoch immer wieder oder begeht man schwerwiegendere Straftaten, kann einem die Approbation entzogen werden. Dann kommt das zweite Schlagwort in Zusammenhang mit einer Approbationsverweigerung zum Tragen: die Unzuverlässigkeit.

Unzuverlässig: Es fehlt die nötige "Charakterfestigkeit"

Unzuverlässig ist ein Zahnarzt laut der Bezirksregierung Düsseldorf, wenn er nicht mehr die Charakterfestigkeit für die ordnungsgemäße Ausübung seines Berufs besitzt. Wenn er also seine beruflichen Pflichten verletzt, ihm Behandlungsfehler unterlaufen, er bei der Abrechnung betrügt oder aber einen Hang zur Missachtung gesetzlicher Vorschriften erkennen lässt.

Ein Approbationsentzug oder eine -verweigerung muss aber nicht zwangsläufig mit einer strafrechtlichen Verfolgung im Zusammenhang stehen. Sie kann auch erfolgen, wenn ein „Fehlen der Eigenschaft zur Gewissenhaftigkeit“ festgestellt wird, wenn man also zum Beispiel spielsüchtig ist oder sonstige geistige oder körperliche Schwächen offenbart. 

Wer sich nun Sorgen wegen einer begangenen Jugendsünde macht, kann aufatmen: Tatsächlich werden Approbationen nur in Ausnahmefällen und bei vergleichbar schwerwiegenden Straftaten oder Krankheitszuständen entzogen. Durchschnittlich haben in den vergangenen zehn Jahren nur zwei bis drei Zahnärzte pro Jahr ihre Approbation verloren. 2016 sind dem Bundesverwaltungsgericht drei Fälle von Approbationswiderrufen bekannt.

Der erste Zahnarzt, der im letzten Jahr seine Approbation verlor, wurde wegen Abrechnungsbetrug in 3.693 Fällen mit einem entstandenen Schaden von über 200.000 Euro zu einem Jahr und elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der zweite musste wegen Steuerhinterziehung insgesamt ca. 60.000 Euro Bußgeld zahlen und erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Der dritte Zahnarzt beging keine Straftat, sondern leidet an einer schweren Form von Epilepsie: Bei der amtsärztlichen Untersuchung wurde er als arbeitsunfähig und nicht mobil eingestuft

Da die Amtsgerichte und Verwaltungsgerichte der Länder über die Approbationwiderrufe vor Ort entscheiden, erhebt das Bundesverwaltungsgericht bei den genannten Fällen kein Anspruch auf Vollständigkeit.
 

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