Gründung

Warum die Freiberuflichkeit frei macht

FVDZ-Chefin Dr. Kerstin Blaschke: "Für eine qualitativ hochwertige und individuelle Versorgung brauchen wir freie Praxen." FVDZ

"Diese Zentren saugen alles in sich auf!"

Ich habe beispielsweise eine Praxis im ländlichen Raum. Wenn dort in der Nähe ein großes MVZ eröffnen sollte, werde ich später keinen Käufer mehr finden. Diese Zentren saugen alles in sich auf - und zurück bleibt ein Raum ohne individuelle zahnärztliche Betreuung. Am Ende steht eine Fließbandbehandlung der Patienten, ausgerichtet auf Profit. Vielleicht betreiben letztlich die Kommunen solche Einrichtungen. Noch schlimmer wäre es, wenn internationale Investoren oder Fonds sie übernehmen würden, die nur ihre Rendite im Auge haben und nicht das Wohl des Patienten.

Und was ist die Antwort des FVDZ auf diese Entwicklung?

Für eine qualitativ hochwertige und individuelle Versorgung brauchen wir freie Praxen. Wir müssen uns aber auch mit unseren Angeboten an die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Menschen anpassen. Wir müssen über neue Praxis-Modelle nachdenken, beispielsweise in Form von Timesharing.

Den Trend zum Angestelltenverhältnis befeuern auch die Frauen. Wer sich als Unternehmerin mit Haut und Haaren der Praxis verschreibt, übernimmt eine große Verantwortung. Wer die Freiberuflichkeit langfristig sichern will, muss Frauen die eigene Praxis schmackhaft machen. Was schwebt Ihnen hier vor?

Frauen - generell die Generation Y - arbeiten lieber im Team, die wenigsten sehen sich als Einzelkämpfer. Außerdem zeigt die IDZ-Studie, dass Frauen anders investieren. Frauen überlegen sich ganz genau: Was passt zu meiner aktuellen Lebenssituation? Daher sind Strukturen erforderlich, die einen schrittweisen Einstieg in eine Praxis ermöglichen. Darüber hinaus sind eine gute Beratung oder ein Mentoring erforderlich, so wie wir das  im FVDZ von Kollegen für Kollegen anbieten. Das reicht von der Standortanalyse, über das räumliche Konzept bis hin zur juristischen Beratung - ganz unabhängig, individuell und persönlich.

In welcher Weise schränken eine ausufernde Bürokratie und ein zunehmend komplexes Praxismanagement die freie Berufsausübung ein?

Die Bürokratie, mit der wir uns in den Praxen tagtäglich herumschlagen müssen, ist unzumutbar. Wir haben nicht Zahnmedizin studiert, um permanent Formulare auszufüllen, sondern uns um unsere Patienten zu kümmern. Ein Praxisinhaber wendet im Schnitt zehn Stunden pro Woche für die Bürokratie auf. Hinzu kommt noch das, was er an seine Mitarbeiter delegiert.

Ich will nur einige Stichworte nennen: Behandlungsplanungen für Zahnersatz mit mehr als 30 Seiten Aufklärung, Arbeitszeiterfassung, Feststellung der theoretischen Funktionsfähigkeit (Validierung) anstelle der tatsächlichen bei Sterilisatoren, aufwendige Dokumentationspflichten im Rahmen der Aufbereitung (MPG). Tendenz steigend. Einiges davon hat uns die Politik beschert, ohne dabei an eine Honorierung zu denken. Und die Krankenkassen sind mit im Boot.

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