Geld

12 Tipps für die Geldanlage 2015

Zurzeit klammern sich Anleger oft an Strohhalme von Finanzdienstleistern, die mehr als ein oder zwei Prozent Rendite pro Jahr versprechen. Da „versprechen“ aber eben nicht immer gleichbedeutend mit „einhalten“ ist, sollten sie prüfen, ob die so oft vollmundig angebotenen Zinszusagen einen (Anlage-) Versuch wert sind.

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Die folgenden Hinweise zur Geldanlage bieten Ihnen eine erste Orientierung auch bei spekulativeren Anlageformen:


Die Tipps

Fern jeder konkreten Anlageentscheidung sollte bei Ihnen immer eine kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserve beispielsweise auf einem Tages- oder Termingeldkonto vorhanden sein. Dass diese Reserve mit einer Minimalverzinsung verbunden ist, sollten Sie in Kauf nehmen.

Bei den mittel- und langfristig verfügbaren Geldern sollten Sie sowohl über eine zeitliche Streuung als auch über eine Mischung innerhalb unterschiedlicher Anlagen nachdenken. Die Konzentration auf lediglich ein oder zwei Anlageformen ist meist mit einem entsprechenden Risiko verbunden. Eine angemessene Risikostreuung verspricht dagegen eine häufig bessere Rendite.

Die Vernunft sollte bei Anlageentscheidungen persönliche Emotionen eindeutig dominieren. Dies gilt unter anderem für den bereits erwähnten Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko: „Je höher die (versprochene) Rendite, umso höher das Investitions- oder Anlagerisiko“ gilt nach wie vor als wesentlicher Anlagegrundsatz.

Ein ebenfalls wichtiger Grundsatz beinhaltet den Zusammenhang zwischen der Sicherheit des angelegten Kapitals und dem jeweiligen Anbieter. Jedes Renditeversprechen und jeder Anspruch auf Kapitalrückzahlungen können nur so realistisch sein wie der Ruf und die Sicherheit des Anbieters. In Zeiten, in denen abhängig von der persönlichen Einschätzung noch nicht einmal mehr Banken und Versicherungsunternehmen als absolut sicher erscheinen, trifft dies erst recht auf private Anbieter und Finanzdienstleister zu.

In spekulativen Anlageformen wie Aktien, Investmentfonds, aber auch in Edelmetallen wie Gold oder Silber sollte grundsätzlich langfristig investiert werden. Kurzfristerfolge sind eher selten. Anleger sollten darüber hinaus in der Lage sein, die bei Langfristanlagen üblichen Kursschwankungen hinnehmen zu können. Entscheidend ist letztlich das später angestrebte Anlageziel, das schließlich erreicht werden soll. Das bedeutet aber nicht, dass beispielsweise zwischenzeitliche Kursgewinne nicht realisiert werden können.

Häufig werden Kapitalanlagen mit der Erwartung erheblicher Steuervorteile angeboten. Auch hier ist zu äußerster Vorsicht zu raten. Mögliche Steuervorteile sind nur dann interessant, wenn sowohl Renditeversprechen als auch die Kapitalrückzahlung regelmäßig und termingerecht erfolgen. Dies wiederum hängt wie erwähnt von der Zuverlässigkeit des Anbieters ab. Die steuerliche Seite spielt hier lediglich eine wenn auch nicht unwichtige Nebenrolle.

Finanzprodukte, deren Konstruktion lediglich der Anbieter versteht, sollten Sie gar nicht erst in die nähere Auswahl einer späteren Anlageentscheidung einbeziehen. Diesen Angeboten liegt nämlich häufig ein überdurchschnittlich hohes Anlagerisiko zugrunde.

Auch mit kleineren Beträgen kann langfristig ein Vermögen aufgebaut werden, etwa durch monatliche Zahlungen in Sparplänen von Investmentfonds. Hierzu gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei Einmalanlagen.

Keine Anlageentscheidung ohne regelmäßige Prüfung (mindestens einmal pro Jahr) des ursprünglichen Anlageziels und der Qualität des jeweiligen Schuldners. Diese Regel sollten Sie stets einhalten. Sobald erkennbar ist, dass sich an den ehemaligen Entscheidungskriterien wichtige Details wie zum Beispiel das jeweilige Renditeziel geändert haben, kann bei einer entsprechenden und wiederholten Kontrolle meist noch zeitgerecht gegengesteuert werden.

Geldanlagen sind nahezu ausnahmslos seitens der Anbieter mit mehr oder weniger hohen Kosten belastet. Da sollte es ebenfalls selbstverständlich sein, diese Kosten immer wieder miteinander zu vergleichen und hartnäckig über deren Höhe zu verhandeln. Vor allem bei Ausgabeaufschlägen von Investmentfonds sowie bei An- und Verkaufsspesen von Wertpapieren ist dies sinnvoll. Hilfreich ist meist auch die Zusammenarbeit mit mehreren Banken, die es ermöglicht, durch unmittelbare Kostenvergleiche entsprechende Verhandlungsspielräume zu erkennen und zu nutzen.

Geldanlagen sollten nicht mithilfe eines Wertpapierkredits finanziert werden. Mag der Kreditzinssatz auch noch so günstig sein: Die Wertentwicklung beziehungsweise die Rendite der durch den Kredit ermöglichten Anlage muss immerhin neben den Anlagekosten weitere, je nach Angebot, fünf oder sechs Prozent Kreditzinsen pro Jahr erreichen. Selbst dann hat die Anleger aber noch keinen Cent „unter dem Strich“ verdient.

Vorsicht vor Schiffs-, Container- oder sonstigen Industriebeteiligungen! Wer sich hier engagiert, benötigt meist einen sehr langen Anlagehorizont und exzellente Detailkenntnisse. Diese Anlageformen sind also ausschließlich etwas für Experten, die sich in der jeweiligen Branche auskennen.


Michael Vetter
Fachjournalist für Wirtschaft
vetter-finanz@t-online.de






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