Brennpunkt

Alles über Dolly

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Dolly - Star der Presse. picture_alliance
Der Weg zum Klon. picture_alliance

Missgebildete Tiere

Auch beim reproduktiven Klonen von Tieren, also dem Erstellen der identischen Kopie eines Individuums, sind immer noch viele Probleme ungelöst. Der Ausschuss an Säugetierembryonen ist hoch und macht das Klonen teuer. Und Klontiere, die diese erste Hürde überleben, haben nach wie vor häufig Missbildungen und leiden sehr früh an Alterserkrankungen.

"Die Gefahr ist, dass es zu Veränderungen in der Entwicklung kommt, dass Tiere zum Beispiel Fehlbildungen zeigen", bestätigt auch Wolf. "Ich vermute, dass diese Problematik niemals ganz überwunden wird, weil die Reprogrammierung, die nach dem Klonen stattfindet, eine Art Zufallsprozess ist. Je nachdem, welche Gene wie gut reprogrammiert werden, kommt es zu Entwicklungsveränderungen. Wir haben de facto selbst aufgehört, an dem Verfahren zu forschen."

Seit einigen Jahren setzten Forscher beim Rückprogrammieren von Zellen auf eine neue Technik, die ethisch kaum umstritten ist: Die Herstellung von induzierten Pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). So lassen sich mit einigen Genen oder wenigen Signalmolekülen ausgewachsene Körperzellen künstlich in eine Art embryonalen Urzustand zurückversetzen.

Für die Herstellung von iPS-Zellen erhielt der Japaner Shinya Yamanaka 2012 den Medizin-Nobelpreis. Er stützte sich auf Arbeiten des Briten John Gurdon, einem Pionier der Reprogrammierungsforschung, der die hohe Auszeichnung ebenfalls bekam.

Die iPS-Zellen lassen sich im Labor in fast alle möglichen Zelltypen verwandeln. Eines Tages sollen daraus Ersatzgewebe oder sogar ganze Organe entstehen. Zwei chinesische Teams konnten bereits 2009 lebensfähige Mäuse aus den iPS-Zellen generieren. Bis zur routinemäßigen Anwendung von iPS-Zellen in der Klinik ist es aber noch ein weiter Weg.

Biologisch hat Dolly keinen Vater. Aber um die geistige Vaterschaft wurde in der Vergangenheit viel gestritten. Ian Wilmut, der lange als Dollys "Vater" galt und mit Ehrungen überhäuft wurde, gab inzwischen zu, dass sein damaliger Kollege Keith Campbell maßgeblich an der Schaf-Schöpfung beteiligt war. Damit nicht genug: Auch zwei Techniker des Instituts erhoben Anspruch auf die Vaterrolle. Das Roslin-Institut verweist diplomatisch auf die "Teamarbeit" aller beteiligter Menschen.

Tod durch Übergewicht, Arthritis, Lungeninfektion

Im Februar 2003 starb Dolly mit sechs Jahren - kein Alter für ein Schaf, dessen durchschnittliche Lebenserwartung zehn bis zwölf Jahre beträgt. Übergewicht, Arthritis im linken Hinterbein und schließlich eine Lungeninfektion. Dolly brachte zwar mehrere natürlich gezeugte Lämmer zur Welt. Doch sie litt schon sehr früh an Alterserkrankungen und musste schließlich eingeschläfert werden.

Fest steht: Mit dem Alter verändert sich das Erbmaterial DNA in den Zellen. Die Enden der Erbgutträger, die Telomere, werden kürzer. Einflüsse von außen beeinflussen die Gensteuerung. Bei der Entstehung von Spermien und Eizelle wird die genetische Uhr der DNA wieder auf Null gestellt. Bei Dolly war das nicht der Fall. Ihr Ausgangsmaterial war eine Euterzelle von einem sechs Jahre alten Schaf.

Auch nach ihrem Tod bleibt Dolly der Nachwelt erhalten. Das Schaf steht ausgestopft in einer Glasvitrine im Royal Museum in Edinburgh.
        


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