Geld

"Als Zahnmediziner war ich ein Exot"

Von 1988 bis 1993 war Priv.-Doz. Dr. Dietmar Weng aus Starnberg Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Im Interview mit zm-online erzählt er, wie ihn diese Zeit geprägt hat.

Dentalmax/Buenos Aires

zm-online: Herr Weng, sind Stipendien nur etwas für Streber?

Dietmar Weng: Aus meiner Sicht, nein. (lacht) Man wird natürlich gerne ein bisschen in diese Ecke geschoben, es ist aber einfach so, dass mir das Lernen immer leicht gefallen ist. Ich musste schon etwas tun, aber dieses klassische Streben ist mir fremd gewesen.

Wie sind Sie denn zu Ihrem Stipendium gekommen?

In der Jahrgangsstufe 12 machte mein Lateinlehrer mich auf einen Wettbewerb für alte Sprachen der Stiftung "Humanismus heute“ aufmerksam. Die Sieger bekamen als Belohnung ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Ich habe mitgemacht und gehörte in der Schlussrunde zu den Gewinnern.

Was gehörte alles zu Ihrer Förderung dazu?

Neben einem Büchergeld von, glaube ich, 150 Mark im Monat bestand sie aus der ideellen Förderung. Dazu gehörte unter anderem, dass sich die Stipendiaten an ihrem jeweiligen Hochschulort ein- oder zweimal pro Semester für kleinere Veranstaltungen wie Exkursionen mit ihrem Betreuer getroffen haben. In den Ferien wurden außerdem zweiwöchige Sommerakademien veranstaltet.

Haben Sie daran teilgenommen?

Ja, zwei- oder dreimal war ich am Bodensee.

Ziemlich oft. Die Sommerakademien haben Ihnen scheinbar gefallen.

Ja. Dort war ich mit vielschichtig interessierten Studenten zusammen und habe mit ihnen aktiv an Themen gearbeitet oder Veranstaltungen initiiert.

Haben Sie auch andere Zahnmedizinstudierende getroffen?

Sehr selten. Während meiner Zeit bei der Studienstiftung habe ich maximal zwei andere getroffen. Als Zahnmediziner war ich immer ein wenig ein Exot. Es gab auch nie eine Veranstaltung zum Thema Zahnmedizin, weil unser Anteil so verschwindend gering war.

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