Freizeit

Das Geschäft mit dem Ball

Obwohl der FC Bayern München bereits seit Ende März als Meister feststeht, boomen die Zuschauerzahlen. Tim Pawlowski untersucht, wie die Fans ticken - und wie sich der Profifußball heute im Wettbewerb aufstellt.

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„Die Spannung im Sport lebt vor allem von der Unsicherheit - man weiß eben vorher nicht, wer gewinnt“, erläutert Pawlowski. „Wir wollen herausfinden, wie die Fans aktuell den europäischen Profifußball sehen, welche Faktoren sie zum Stadionbesuch oder zum Verfolgen von Spielen im Fernsehen motivieren. Darüber hinaus möchten wir Prognosen erstellen, wie sich bestimmte Entwicklungen - beispielsweise die zunehmende Dominanz einzelner Mannschaften - langfristig auf das Fanverhalten auswirken.“

Eine finanzielle und sportliche Kluft

Pawlowski ist seit dem Wintersemester 2012/2013 Leiter des Arbeitsbereichs Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik am Institut für Sportwissenschaft der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Im Januar präsentierte er die Ergebnisse seiner Studien zur Wettbewerbsintensität im Profifußball den Verantwortlichen der Uefa.

In vielen Ligen, wie der Bundesliga, der englischen Premier League oder der spanischen La Liga gibt es demzufolge - nicht zuletzt aufgrund der hohen Einnahmen aus der Champions League und Vermarktungsunterschieden unter den Clubs - eine zunehmende finanzielle und auch sportliche Kluft zwischen wenigen Topteams und den anderen Profiklubs. Das kann sowohl aus Fan-, als auch aus Vereinssicht problematisch sein.

Real Madrid- und Barcelona-überdrüssig

So sind beispielsweise in der spanischen Liga erste Sättigungserscheinungen und nach Informationen eines Liga-Vertreters ein rückläufiges Interesse der Fans infolge der langjährigen Dominanz der Top-Teams Real Madrid und FC Barcelona zu beobachten. Im Unterschied dazu gelten die Vereine der Bundesliga unter Sportökonomen als eher solide Wirtschaftsunternehmungen.

So sieht Pawlowski den europäischen Vereinsfußball aktuell auch noch nicht in der Krise: „Gerade in der Bundesliga sind fast alle Spiele von Relevanz. Selbst wenn der Meister frühzeitig feststeht, ist auch das Rennen um die Champions League-Plätze, die Europa League-Plätze, die Abstiegs- oder Relegationsplätze häufig bis zum Schluss spannend.“

Aktuell geht das Team des Arbeitsbereichs der Frage nach, wo genau der Wendepunkt liegt, ab welchem das „Auseinanderdriften“ der sportlichen Leistungen innerhalb einer Liga deren Attraktivität negativ beeinflusst. Die letzte Stufe der Forschungsarbeiten - der normative Ansatz - ist dann „die Aufstellung von konkreten Handlungsempfehlungen für Verbände und Vereine: Welche Maßnahmen könnten ergriffen werden, um einem drohenden Zuschauerrückgang entgegenzuwirken?“, fragte sich Pawlowski.

Solidarische Umverteilung der TV-Einnahmen

Schon heute gibt es Pawlowski zufolge verschiedene Instrumentarien, um im sehr stark wettbewerbsorientierten Profifußball einer übergroßen Dominanz einzelner Vereine entgegenzuwirken. In Deutschland geschehe dies beispielsweise über die zentrale Vermarktung der Fernsehübertragungsrechte und die möglichst solidarische Umverteilung dieser Einnahmen. So erhielt der Tabellenführer Bayern in der Saison 2013/2014 insgesamt 33,2 Millionen Euro, Absteiger Braunschweig 16,6 Millionen Euro.

Noch stärker sind beispielsweise die nordamerikanischen Profiligen reguliert. Dort gibt es - Sportarten übergreifend - den sogenannten Draft. Hierbei handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der die Teams der Liga sich die Rechte an verfügbaren Amateur- und Jungspielern sichern können. Die Reihenfolge bei der Auswahl entspricht praktisch der umgedrehten Abschlusstabelle einer Saison. Das schlechteste Team hat somit die erste Wahl im Draft und das beste die letzte.

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