Brennpunkt

Das Leben nach Taifun Haiyan

Die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) hat eine 15.000 Euro-Spende von der Firma Novadent (HH) für die Taifungeschädigten auf den Philippinen erhalten. Sabine Korth berichtet von der Lage vor Ort.

S. Korth

Es sind drei Monate vergangen. Hier in Bugko und Umgebung ist die Situation weitestgehend im Griff. Wir haben hier wochenlang die Familien ernährt, die ihre Lebensgrundlage durch den Taifun verloren haben. Farmer, die Reis angebaut hatten und nicht ernten konnten ,und vor allem Fischer, deren Boote zerstört wurden. Die beschädigten Hütten bekamen neue Dächer.

Wieder aufgebaut: Durch Unterstützung des HDZ konnte Sabine Korth mit Helfern in Bugko Hütten reparieren oder neu aufbauen. | S. Korth

Auch haben wir diverse Hilfseinsätze - sogenannte Medical Missions - durchgeführt, um die vielen Kranken zu versorgen. Unmittelbar nach dem Taifun gab es viele Verletzte durch herumfliegende Dächer, Holz und anderes. In der zweiten Phase der Missions sahen wir eher Erkrankungen des Bronchialsystems, des Magen-Darm-Traktes und Hauterkrankungen verursacht durch verunreinigtes Wasser.

Kinder trocknen am Straßenrand von Bugko ihre Schulbücher. | S. Korth

Da wir unsere Hilfe ja auch über Bugko ausgedehnt haben und mehrere Fahrten nach Tacloban unternommen hatten, sind wir vergangene Woche wieder dort gewesen, um uns ein aktuelles Bild zu machen, nach der großen internationalen Hilfsaktion.

Die Straßen sind aufgeräumt, die Toten in Massengräbern beerdigt und es gibt wieder Nahrungsmittel zu kaufen. Das Problem ist, dass die große internationale Hilfe irgendwo nicht voll ankommt. Der Aufbau und die Hilfe geht nur schleppend voran. Die Nahrungsmittel sind überteuert, die Notunterkünfte, die die Regierung gebaut hat, sind nicht zu bewohnen, da sie unter Standard sind und es gibt noch immer über 1.600 Vermisste. Viele bauen daher aus den Materialien, die sie finden können, neue Unterkünfte auf dem Schutt.

Alltag in Tacloban: Aus dem Schutt suchen die Menschen Baumaterial, um ihre Hütten neu aufzubauen. | S. Korth

Zum Teil sind die Lebensbedingungen in dieser einst blühenden Stadt unvorstellbar. Ein weiteres Problem ist die große Arbeitslosigkeit, die die Menschen veranlasst Tacloban zu verlassen. Kleinere private Initiativen, wie unsere, möglich gemacht durch die enorme Hilfe mit dem Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte, kam an, wo sie gebraucht wurde und noch gebraucht wird.

Sachspenden, die helfen: Sabine Korth (Mitte) prüft die Verteilung von Kochtöpfen, Hygieneartikeln und Medikamenten in Ost-Samar. | S. Korth

Wir waren auch in Ostsamar und haben einige Dörfer, die vom Taifun betroffen waren, besucht, um zu sehen was noch nötig ist. Wir haben die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygiene und Hausratsartikeln, wie Töpfen nun weitestgehend eingestellt, da der Bedarf nicht mehr so groß ist.

Fokus auf Medical Missions

Unser Fokus liegt nun darauf, den Menschen wieder eine Zukunft zu geben, das heißt, ihnen zu helfen, dass sie sich wieder selbst versorgen können. Daher führen wir weiter Medical Missions durch, um die Bevölkerung gesund zu halten, und wir haben Boote für den Fischfang in Auftrag gegeben und haben Generatoren gekauft. Das ist eine Langzeithilfe und gibt ihnen neue Perspektiven. Auch das ist uns nur möglich durch Ihre große Hilfe für uns!

Dringend benötigte Lebensmittel: Freiwillige der Mabuhay Klinik verteilen Reis. | S. Korth

Wir sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie uns nun erneut finanzielle Hilfe zukommen lassen wollen, denn was noch dringend gebraucht wird sind Unterrichtsmaterialien. Durch das Wasser ist fast alles zerstört worden und die Leute haben kein Geld, neue Materialien zu kaufen. Für die Menschen hier stehen immer noch andere Dinge im Vordergrund als Schulhefte und Stifte. Häufige Stromausfälle  und damit verbunden auch ein schlechtes Internetsignal sind weiter unsere täglichen Begleiter.

Die deutsche Krankenschwester Sabine Korth leitet das Medical Health Center in Bugko auf der vom Tropensturm Haiyan im November 2013 in vielen Teilen völlig zerstörten Philippineninsel Samar. Das „Medical Health Care Center“ auf Nord Samar wurde mit Hilfe von Spenden des HDZ errichtet und wird bis heute vom Hilfswerk unterstützt.

Vor Ort gibt es eine Dental Unit, ein Ambulanz- und Transportfahrzeug sowie ein medizinisches Diagnose- und Operationszentrum. Durch ein gezieltes Prophylaxeprogramm soll langfristig die Mundgesundheit verbessert werden.

11631811162142116214311621441163182 1163183 1162145
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare