Arbeit

Delegieren statt substituieren

Die Delegation zahnärztlicher Leistungen ist in Deutschland rechtlich klar geregelt: Die Gesamtverantwortung für Untersuchung, Aufklärung, Diagnosestellung, Therapieplanung und -durchführung bei Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen liegt ausschließlich beim Zahnarzt. Sebastian Ziller erklärt, worauf es ankommt.

Dominik Pietsch

Die Frage ist deshalb nicht Delegation - ja oder nein?, sondern Delegation - wie und an wen? Wichtig ist also die fachliche Qualifikation derjenigen, an die Zahnärzte Aufgaben delegieren können.

Grundlage: das ZHG

Entscheidend für die Verrichtung von zahnärztlichen Tätigkeiten am Patienten ist das Zahnheilkundegesetz (ZHG). Der Zahnarzt trägt - in Übereinstimmung mit dem ZHG und weiteren gesetzlichen Regelungen - dem Patienten gegenüber die persönliche Verantwortung für Diagnose und Aufklärung und ist zur persönlichen zahnärztlichen Leistungserbringung für den gesamten diagnostischen und therapeutischen Bereich verpflichtet. Der Zahnarzt ist ebenfalls für die Unterstützung, Führung und Beaufsichtigung des nichtzahnärztlichen Assistenzpersonals innerhalb des Praxisteams verantwortlich.

Richtig delegieren

Das ZHG eröffnet im § 1 Abs. 5 u. 6 die Möglichkeit der Delegation zahnärztlicher Leistungen an qualifiziertes Assistenzpersonal. Der Delegationsrahmen der Bundeszahnärztekammer (siehe unten) soll dem Zahnarzt dabei helfen und ihn bei der Auslegung der Vorschriften unterstützen. So kann der Zahnarzt den Einsatzrahmen für jede seiner Mitarbeiterinnen individuell festlegen und sollte dies auch schriftlich dokumentieren.

Das sind die allgemeinen Grundsätze der Delegation zahnärztlicher Leistungen:

  • Der Patient muss in die Delegation einwilligen (Information).
  • Die Art der delegierten Maßnahme erfordert nicht das höchstpersönliche Handeln des Zahnarztes.
  • Der Zahnarzt ordnet die konkrete Maßnahmen an (Anweisung).
  • ZFA/ZMP/ZMF/DH arbeiten immer weisungsgebunden und abhängig beschäftigt.
  • Die ausführende Assistenzkraft ist zur Durchführung befähigt (objektive und subjektive Qualifikation).
  • Der verantwortliche Zahnarzt muss sich persönlich von der Qualifikation der Assistenzkraft überzeugen und hat die Ausführung zu überwachen (Aufsicht).
  • Die angewiesene Person ist zur Ausführung der delegierten Leistung bereit.
  • Die Ausführung der delegierten Leistung muss zumutbar sein.
  • Die Anordnung und Durchführung müssen sorgfältig dokumentiert werden. 
  • Der Zahnarzt verantwortet persönlich die Durchführung der delegierten Maßnahme und haftet für diese.

Grundsätzlich umfassen die persönlichen Leistungen des Zahnarztes einen Kernbereich höchstpersönlich zu erbringender Leistungen, wie:

  • die Untersuchung des Patienten
  • die Diagnosestellung und die Aufklärung
  • die Entscheidung über sämtliche therapeutischen Maßnahmen
  • die invasiven diagnostischen und therapeutischen Eingriffe
  • die Injektionen
  • sämtliche operativen Eingriffe
  • und unterstützende Teilleistungen, die an nichtzzahnärztliches Assistenzpersonal delegiert werden können.

Im September 2009 verabschiedete die BZÄK den Delegationsrahmen für die ZFA, in dem der Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung durch den Zahnarzt und die Möglichkeiten der Delegation von Leistungen gemäß ZHG kommentiert und beschrieben werden: Delegationsrahmen
 
Die in der Hand der Zahnärztekammern liegende Aus- und Fortbildungsstruktur der ZFA hat sich gut bewährt. Sie erfolgt praxisnah und in eigener Regie des Berufsstandes. Außerdem ist sie staatlich anerkannt und durch das Berufsbildungsgesetz geregelt, haftungs-, berufs-, arbeits- und versicherungsrechtliche Fragen sind berücksichtigt.

Substitution führt zu Fragmentierung

Eine Substitution zahnärztlicher Leistungen lehnt die BZÄK ab. Sie führt zur weiteren Fragmentierung der Gesundheitsberufe, dies wiederum zu einem erhöhten Qualifizierungs-, Kommunikations- und Koordinierungsbedarf. Eine Delegation an vorhandene Fachkräfte ist deshalb praktikabler und sinnvoller.

Eine weitere Entlastung der Zahnärzte über die Delegationseröffnung wird mit Blick auf die demografische Entwicklung ein aktuelles Thema bleiben. Mit Problemen wie der wachsenden Alterspyramide, immobilen und multimorbiden Patienten, Menschen mit Behinderungen oder der Verzahnung von Medizin und Zahnmedizin kommen auf den Berufsstand neue Herausforderungen zu. Das betrifft auch das Assistenzpersonal.

Den Zahnarzt entlasten

Die BZÄK unterstützt deshalb die Delegation zahnärztlicher Leistungen an dafür qualifizierte nichtzahnärztliche Gesundheitsberufe unter zahnärztlicher Aufsicht, um den Zahnarzt zu entlasten und erhöhte Versorgungsbedarfe erfolgreich zu bewältigen. Die Zahnärztekammern werden dafür Sorge tragen, dass Fortbildungsmaßnahmen und Aufstiegsfortbildungen für die ZFA auch zukünftig die Voraussetzung bieten, dass Aufgaben delegiert werden können.





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