Brennpunkt

"Die Gefahr der digitalen Krise ist real!"

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Was passiert mit den Daten?

Health, Fit und S Health heißen die die Angebote von Apple, Google und Samsung. Sie zeichnen die Aktivitäten auf; die diversen Sensoren im Smartphone erkennen, ob man sitzt, geht, Treppen steigt oder läuft. Was passiert mit den ganzen Gesundheitsdaten? Was kann ein Konzern wie Apple damit anfangen?

Die Datenhoheit ist bisher die dunkle Seite der schönen neuen Smartphone-Welt. Gehen Sie mal in einen Elektronikmarkt und versuchen ein Gerät zu kaufen, das ihre Gesundheitsdaten misst und auswertet, ohne sie automatisch an irgendjemanden im Internet zu übermitteln oder schauen Sie mal, was die Apps auf Ihrem Smartphone so alles für Daten von Ihnen sammeln und welche Zugriffsrechte sie sich gesichert haben.

Bei fast allen Geschäftsmodellen in der digitalen und mobilen Welt geht es heutzutage auf die ein oder andere Weise um Kundendaten. Diese Daten sind extrem mächtig. Ein kleines Beispiel aus der Finanzwelt: Mastercard kann in den USA heute schon besser vorhersagen, wer sich in fünf Jahren scheiden lassen wird, als es die betroffenen Leute selbst können - und zwar nur aus den simplen Transaktionsdaten mit der Plastik-Kreditkarte. Können Sie sich vorstellen, was man mit Gesundheitsdaten dann alles machen kann, zumal wenn man sie mit allen möglichen anderen Smartphone-Daten kombinieren kann? Das ist der Grund, warum sich das große Spiel bei Apple, Google, Facebook, Amazon und anderen um Big Data dreht, und insbesondere um die noch fehlenden Puzzlestücke, nämlich Gesundheits- und Bezahldaten.

Apple hat jetzt seine Apple Watch vorgestellt - eine Armbanduhr, die umfassende Messungen von Körperaktivität speichert, vom Körperfettanteil über den Blutdruck. Konkurrent Google überlegt, seinen Kunden eines Tages Nanopartikel ins Blut zu verabreichen. Die Partikel sollen über eine Handy-App Alarm schlagen, wenn Krebsgefahr besteht. Nebenbei entwickelt der Konzern eine Kontaktlinse, die Diabetiker vor einem raschen Blutzuckerabfall warnen soll. Wo sind der Technologie Grenzen gesetzt? Und wo sollten Ihrer Meinung nach Grenzen gesetzt werden?

Wenn ich in meinen Vorträgen der letzten Jahre ein Armband gezeigt habe, über das man sanft darüber streichelt und das diese Bewegung dann eins zu eins auf das Armband des Partners am anderen Ende der Welt überträgt, sind die Leute immer etwas schockiert - inzwischen hat Apple angedeutet, dass diese Uhr das selbstverständlich auch kann. Wir stehen nicht am Ende des mobilen und digitalen Zeitalters, sondern am Anfang: Diese Geräte werden das Leben der Menschen noch viel mehr verändern als die meisten sich heute auch nur in Ansätzen vorstellen können. Sie haben völlig Recht, die Hauptfunktion der Smartwatches ist dabei die Verbindung zwischen dem Körper und der digitalen Welt. Und die Nanopartikel gehen noch einen Schritt weiter, hier hat ja bereits Jaron Lanier vor einigen Jahren Zukunftsszenarien entwickelt, die nachdenklich machen.

Die erste Grenze muss der Kunde selbst setzen, indem er sich nicht für dumm verkaufen lässt: Es gibt keinen technischen Grund, dass die Messung von Körperdaten automatisch ihre Weiterleitung an irgendjemanden im Internet bedeuten muss. Das ist bei Ihren E-Mails, Textnachrichten und Bildern übrigens ganz genauso. Wenn aber der Kunde gar nicht mehr die Wahl hat, sondern ihm die Einwilligungserklärung auf die ein oder andere Weise abgepresst wird - man könnte das "digitale Enteignung" nennen - dann muss vielleicht auch mal ein Gesetzgeber über die Sittenwidrigkeit derartiger Angebote nachdenken. Die Cloud ist etwas Gutes, die Zwangs-Cloud nicht.

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