Brennpunkt

"Die Parodontitis ist hinterhältig"

DG Paro/ Jürgen Sendel

Voraussetzung: informierte und kooperative Patienten

Dr. Ute Maier, KZV-Chefin in Baden-Württemberg, bemängelte, dass im derzeitigen System der Fokus immer noch auf der Reparatur anstatt auf der Prävention liege. Sie machte unter anderem dies und den eingeschränkten finanziellen Spielraum als Teilursachen für die Unterversorgung aus.

"Wir müssen uns deshalb fragen, welche parodontalen Behandlungen überhaupt finanzierbar sind und wie wir die konstante Mitarbeit der Patienten bewerkstelligen können - denn nur mit konstanter Kooperation seitens der Patienten rechnet sich die Behandlung. Wir alle sind gefordert, die Bevölkerung über Ursachen und Risiken von Parodontitis aufzuklären. Politik, Kassen und Leistungserbringer müssen im Dialog bleiben“, erklärte Maier. Dabei sei die Behandlung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung gesondert zu betrachten. Hier müsse man über spezielle Konzepte nachdenken.

Zwar konnte Maier anhand der parodontologischen Fallzahlen in Baden-Württemberg von 2011 bis 2014 aufzeigen, dass die Anzahl der Behandlungen kontinuierlich steigt. Die für die Patienten kaum wahrnehmbaren Symptome und damit einhergehend ein geringes Krankheitsbewusstsein sowie eine mangelnde Mitarbeit seien aber auch wesentliche Faktoren, die eine gute Versorgung erschweren.

v.l.n.r.: Kai Worch, Peter Eickholz, Michael Kleinebrinker, Ute Maier, Dietmar Oesterreich, Erich Irlstorfer, Dirk Heidenblut, Thomas Kocher | DG PARO / Jürgen Sendel

Behandlungsrichtlinie und Leistungskatalog überdenken

Dr. Michael Kleinebrinker, im GKV-Spitzenverband für die vertragszahnärztliche Versorgung zuständig, konstatierte ebenfalls eine Diskrepanz zwischen parodontalem Behandlungsbedarf und tatsächlicher Behandlung. Im Hinblick auf die Kostenstruktur im Gesundheitswesen sagte Kleinebrinker, dass die Gesamtausgaben der GKV für zahnärztliche Behandlungen in den vergangenen Jahren nur moderat gestiegen seien, der Anteil der Ausgaben für Parodontalerkrankungen aber gesunken sei.

Für die Zukunft sei es wichtig, ein Bewusstsein für Ursachen und Folgen der Parodontitis zu schaffen. Gleichzeitig müsse aber auch das Therapiekonzept zur Behandlung von Parodontalerkrankungen im G-BA entlang der vorgegeben Bewertungskriterien geprüft und der Leistungskatalog gegebenenfalls angepasst werden. Kleinebrinker verwies in diesem Zusammenhang auf einen entsprechenden Prüfantrag der Patientenvertreter im G-BA.

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