Arbeit

Die Zukunft für Zahnärztinnen

Studiert - und dann? Typische Probleme von Berufsanfängerinnen, die sich nach Hochschule und Assistenzzeit in einer zahnmedizinischen Praxis niederlassen, waren das Thema beim „ladies dental talk“ in Frankfurt am Main.

Samya Bascha-Döringer, ladies dental talk

Impressionen Samya Bascha-Döringer, ladies dental talk
Impressionen Samya Bascha-Döringer, ladies dental talk

Ausbildung, Finanzierung, Praxisführung, Kooperationen, Standespolitik - was bringt die Zukunft der Zahnmedizin? Wie können Zahnärztinnen sich auch in neuen Bereichen ausprobieren und eine gelungene Balance zwischen Praxisalltag und Privatleben finden?

Rund 40 - vorwiegend weibliche Interessierte - trafen sich am 7. Februar in der Frankfurter Niederlassung der apoBank, um sich beim „Zukunftsgipfel 2014“ über Freud und Leid bei der zahnärztlichen Berufsausübung und Existenzgründung auszutauschen.

Wie ein Sprung ins kalte Wasser

Dabei wurde schnell klar: Die Probleme scheinen zu Beginn fast immer dieselben zu sein: Die Gründung gleicht oft einem Sprung ins kalte Wasser, häufig werden die unternehmerischen Aspekte des Berufs völlig unterschätzt und zugleich die Beratungen hinsichtlich der Niederlassung als unzureichend empfunden.

Was den Berufsanfängern oft fehle, erzählte Dr. Silvia Brandt von der Uni-Klinik Frankfurt, sei die Einsicht, dass zu den zahnmedizinischen Kenntnissen weiteres Know-how hinzukommen muss. Neben dem fachlichen Wissen, über das Zahnärzte verfügen, müssten sie eben auch Management-Aufgaben in Personal- und Betriebsführung lösen.

Des Weiteren müssten die kommunikativen Fähigkeiten gut ausgebildet sein, weil Zahnärzte im täglichen Kontakt mit Mitarbeitern und Patienten auch schwierige Situationen bewältigen müssen. Brandt: „Auf der einen Seite ist man Zahnarzt und Betriebsführer mit Verantwortung für das Ganze, auf der anderen Seite aber ist man auch ein Teil eines Teams, ohne dessen Kooperation der Betrieb nicht funktioniert.“

Nadja Alin Jung vom Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni (BdZA) bestätigte aus ihrer Erfahrung, dass es den Berufsanfängern häufig an wichtigem Handwerkszeug wie etwa Controlling-Instrumenten fehle und dadurch der Einstieg ins Berufsleben erschwert werde.

Einig war man sich darn, dass sogenannte Lehrpraxen die zahnmedizinische Ausbildung sinnvoll ergänzen, weil die Studierenden dort Einblicke in den Berufsalltag der Niedergelassenen erhalten: Zahnärzte begleiten die Studierenden als Paten, lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, so dass sich Theorie und Praxiswirklichkeit verbinden.

Dass Karriere und Familienplanung auch in der Niederlassung und bei rückzahlbaren Krediten zusammengehen können, dafür trat Petra Knödler von der apoBank ein. Es sei alles nur eine Sache der Vereinbarungen und der Absprachen - die allerdings vorher getroffen werden müssten. "Natürlich kann man auch über Tilgungsaussetzungen reden oder über die Summe, die aufgrund von Teilzeitarbeit - etwa nach einer Geburt oder aus sonstigen Gründen - fehlt", sagte Knödler. Allerdings müsse dies im Rahmen des Praxiskonzepts rechtzeitig mit der Bank besprochen werden.

Nicht jeder Existenzgründer sei freilich als Unternehmer geboren. Darauf verwiesen gleich mehrere Teilnehmerinnen der Gesprächsrunde. So berichtete etwa Sigrid Jürgensmann von der Health AG, dass Praxen oft daran scheiterten, dass die Kosten aus dem Ruder laufen und dann nicht mehr von den Einnahmen gedeckt werden. Vielfach deswegen, weil vom Praxisumsatz zu viel für die private Entnahme abgezweigt werde.

Diese Expertinnen kamen beim zweiten Zukunftsgipfel des ladies dental talk zu Wort: Dr. Karin Uphoff, Moderatorin und Initiatorin des Zukunftsgipfels, Birgit Dohlus, Buena Vista Dentista Club e.V., Andrea Bauer, Dentallabor ZahnAkzente, Sigrid Jürgensmann, Health AG, Dr. Marion Marschall, Chefredakteurin DZW/Chance Praxis, Dr. Ricarda Jansen, Dentsply Implants, Anke Olbrich, Health AG, Dr. Karin Schnell, Zahnärztin, Dr. Silvia Brandt, Universitäts-Klinik Frankfurt, Rechtsanwältin Katri Helena Lyck. Nicht im Bild Nadja Alin Jung, Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni e.V., Petra Knödler, apoBank, Dr. Tilli Hanßen, Zahnärzte für Niedersachsen e.V.

Der „ladies dental talk“ ist eine Kooperations-Infoveranstaltung von verschiedenen Trägern, dazu zählen die apoBank, Chance Praxis, Dentsply, DZW und die Health AG. Er findet in diesem Jahr noch in vielen Städten von Oldenburg bis Saarbrücken statt.
 
 

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