Brennpunkt

Erzieher gesucht

Wer Familie und Beruf unter einen Hut kriegen will, hat es nicht leicht. Das zeigt eine neue Studie zur Kinderbetreuung.

 

 

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Der "Länderreport frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung beweist: Es herrscht große Not in den Kindertageseinrichtungen. Die Erzieherinnen - männliche Kollegen gibt es eh nur im Einzelfall - müssen (zu) viele Kinder betreuen. Dabei ist die Situation im Osten der Republik noch zugespitzter als im Westen.

Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt, dass auf eine Betreuerin drei Kinder kommen. Damit sind die Vorstellungen der Stiftung von der Wirklichkeit weit entfernt . Doch "nur bei einem Personalschlüssel von eins zu drei können alle Kinder ausreichend gefördert werden", erklärt Anette Stein, Expertin der Stiftung für frühkindliche Bildung. Für die Ergebnisse wertete die Stiftung Daten des Statistischen Bundesamts, der Landesämter, der Kinder- und Jugendhilfsstatistik aus und befragte Fachministerien in den Bundesländern.

In dem Report kommt bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren im Bundesdurchschnitt eine Vollzeitkraft auf neun Kinder. 8,6 Kinder im Westen, 11,8 im Osten hat eine Erzieherin zu betreuen. Das West-Ost Gefälle zieht sich durch den gesamten Bericht. Deutlich wird dies auch bei der Betreuungsstatistik der unter dreijährigen Kinder: Während sich in westdeutschen Krippen eine Erzieherin um 3,7 Kinder kümmert, muss sie in Ostdeutschland sechs  versorgen. "Im Osten muss hauptsächlich mehr in Qualität investiert werden", sagt deshalb Jörg Dräger, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Die Jüngsten kommen zu kurz

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass die Betreuungszahl noch steigt, wenn Gruppen von Kindern unter vier Jahren gebildet werden - dann haben Erzieherinnen noch mehr Kinder zu betreuen. "Wir müssen aufpassen, dass die Jüngsten nicht zu kurz kommen", sagt Dräger. Auch hier seien die neuen Bundesländer stärker betroffen.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Bremen an der Spitze, dort betreut eine Erzieherin 3,1 Kinder. In Sachsen-Anhalt hat man die schlechtesten Karten: Hier kommen auf eine Erzieherin 6,5 Kinder. Laut Stein ist der Ost-West-Unterschied vor allem aus der Geschichte zu verstehen: Schon immer hätten in den neuen Bundesländern mehr Eltern ihre Kinder in Betreuungseinrichtungen gegeben. Dräger nennt noch einen anderen Grund: "Der Westen hat nicht genug Krippenplätze."  Insgesamt fehlten in Deutschland immer noch 220.000 Plätze, die meisten davon im Westen.

Baden-Württemberg ist bundesweit Schlusslicht bei der frühkindlichen Ganztagesbetreuung. Laut Studie haben nirgendwo sonst in Deutschland anteilig weniger Kinder einen Ganztagsplatz.Nur 19 Prozent der Eltern von über Dreijährigen nutzen im Südwesten demnach ein Ganztagsangebot. Dies ist der geringste Wert aller Bundesländer. Bei den unter Dreijährigen, die ganztags in eine Kita gehen, liegt der Südwesten mit 31 Prozent bundesweit auf dem vorletzten Platz. 

Hier zeigt sich, dass noch immer viele Mütter daheim sind oder nur halbtags arbeiten, heißt es von der Stiftung. Die Halbtagskita sei in Baden-Württemberg traditionell gesellschaftlich getragen und verankert. 

Gute Nachrichten hat der "Länderreport" hingegen bei der Betreuungsqualität: In den Krippengruppen in Baden-Württemberg betreut eine Vollzeitkraft rechnerisch 3,3 Kinder. Das ist der zweitbeste Personalschlüssel aller Länder.

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