Arbeit

Fit for Germany

Welche Sprachkenntnisse müssen ausländische Ärzte mitbringen, die in Deutschland ihren Beruf ausüben wollen? Und welche Instanz nimmt die Prüfungen dafür ab? Mediziner diskutierten in Berlin mit Vertretern von Ministerien, Anerkennungsbehörden und Sprachinstitutionen.

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Schon längst sind Kliniken, Heime und andere medizinische Einrichtungen mit Ärzten aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern multi-kulturell besetzt. Der möglichst reibungslosen Kommunikation kommt hier selbstredend eine besondere Bedeutung zu.

Doch wie muss ein einheitliches und faires Verfahren zur Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten aussehen, das Sprachbarrieren beiseite räumt? Dazu diskutierten am 29. April in Berlin auf einer Fachtagung der telc gGmbH und des Marburger Bundes zahlreiche Gesundheitsexperten aus ganz Deutschland, darunter Vertreter aus Ministerien, Anerkennungsbehörden, Ärztekammern und Sprachinstitutionen.

Hauptsache einheitlich

Die Teilnehmer waren sich einig: Es muss ein bundesweit einheitliches und transparentes Überprüfungsverfahren der Sprachkenntnisse geben. Fachsprachenkenntnisse sollen ausländische Ärzte nur durch ein standardisiertes und valides Zertifikat nachweisen können, das von einem Mitglied der Association of Language Testers in Europe (ALTE) ausgestellt wird. Die ALTE ist ein Zusammenschluss von Sprachprüfungsanbietern aus über 20 europäischen Ländern, deren Hauptanliegen die Qualitätssicherung von Sprachprüfungen ist. Darüber hinaus sei unabdingbar, dass die Bewertung der Deutschkompetenz von Sprachexperten vorgenommen wird.

Grassierender Prüfungstourismus

Wie Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes, und Dr. Sibylle Plassmann, stellvertretende Geschäftsführerin der telc gGmbH, verdeutlichten, seien die momentan differierenden Vorschriften in den einzelnen Bundesländern sowohl aus Transparenz- als auch Qualitätsgründen nicht länger tragbar.

In manchen Bundesländern werden demnach zum Teil einfache Kursteilnahmebescheinigungen von Sprachschulen zur Berufszulassung akzeptiert -  die Folge sei ein Prüfungstourismus in Bundesländer mit niedrigeren Anforderungen und zum Teil gravierende Sprachdefizite zugewanderter Ärzte.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass allgemeinsprachliches Know-how nicht ausreiche, um im Klinikalltag bestehen zu können - neben der Allgemeinsprache müssten auch Kenntnisse in der Fachsprache notwendiger Bestandteil einer Sprachprfung sein.

Eine faire Regelung schaffen

Jürgen Keicher, Geschäftsführer der telc gGmbH, und Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bunds, appellierten an die Gesundheitsministerkonferenz der Länder Ende Juni, ein einheitliches Anerkennungsverfahren auf den Weg zu bringen, um eine faire Regelung für ausländische Ärzte, aber auch Klarheit für die Approbationsbehörden zu schaffen.

Die Überprüfung der sprachlichen Kompetenzen sei ebenso wichtig wie die fachliche Qualifikation: Nur wenn die hochqualifizierten ausländischen Ärzte auch die Sprache beherrschen, könne die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland sichergestellt werden.

Die gemeinnützige telc GmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V. und entwickelt unter dem Label "The European Language Certificates" seit mehr als 45 Jahren wissenschaftlich fundierte Sprachprüfungen in derzeit elf Sprachen. In Deutschland ist das Unternehmen Partner der Bundesregierung für die Sprachprüfungen, mit der die Integrationskurse abschließen. Die telc gGmbH ist nach eigenen Angaben einziger Anbieter standardisierter Deutschtests in der Fachsprache für medizinische Fachkräfte, die von Ministerien und Behörden anerkannt werden.

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