Arbeit

Folgen aus dem UPD-Monitor

Mit ihrem "Monitor Patientenberatung“ gibt die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung jährlich Hinweise auf Problemlagen. Karl-Josef Laumann fragte die Akteure in Berlin jetzt nach ersten Konsequenzen.

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Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung: "Ich freue mich, dass der Bundestag beschlossen hat, die Fördermittel für die UPD ab 2016 von 5,2 auf 9 Millionen Euro jährlich zu erhöhen und die Laufzeit des neuen Vertrages von fünf auf sieben Jahre zu verlängern." zm-jt
KZBV-Chef Dr. Wolfgang Eßer: "Die Patienten in Deutschland haben einer Reihe von Umfragen zufolge eine sehr hohe Zufriedenheit mit ihrer individuellen zahnmedizinischen Versorgung. Doch auch wenn die Anzahl der Beschwerden sich in Grenzen hält, nimmt die Vertragszahnärzteschaft natürlich jeden einzelnen Fall ernst." zm-jt
Jürgen Graalmann vom AOK-Bundesverband: "Die Kritik der UPD haben wir konstruktiv aufgenommen und kommen auch hiermit gern der Aufforderung nach, erste Verbesserungen und Schlussfolgerungen vorzustellen. Was haben wir gemacht? Wir haben der UPD in jeder Region persönliche Ansprechpartner in den AOKs zum Thema Krankengeldmanagement genannt." zm-jt
KBV-Chef Dr. Andreas Gassen: "Eine vollständige Weiterzahlung von Krankengeld ist nur möglich, wenn eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am letzten Tag der bisherigen Krankschreibung erfolgt ist. Zusätzlich besteht ein erhöhter bürokratischer Aufwand, da unterschiedliche Formulare für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit erforderlich sind." zm-jt

Zusammen mit Vertretern der Ärzte- und Zahnärzteschaft sowie der Krankenkassen hat der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin darüber informiert, wie man die Hinweise aus dem UPD-Monitor nutzen kann, um das Gesundheitssystem zu verbessern.

Dabei stützt sich der Monitor laut UPD auf die Auswertung von rund 80.000 Beratungsgesprächen mit Patienten oder deren Angehörigen. 2014 äußerten die Ratsuchenden der UPD zufolge in 13.225 Beratungsgesprächen eine Beschwerde über Akteure des Gesundheitswesens: "Hinweise auf eine besonders hohe Unzufriedenheit finden sich hier beim Thema Behandlungsfehler und bei Beratungen zur Wahrnehmung von Patientenrechten, bei Problemen im sozialen und beruflichen Umfeld sowie beim Thema Gutachten beziehungsweise der Eignung von Gutachtern", heißt es in dem Bericht.

Viele Versicherte hätten aufgrund der komplizierten Formulare immer noch Probleme bei dem Zugang zu den Leistungen der Krankenkassen, resümierte Laumann. Inakzeptablen Auswüchsen beim Krankengeldfallmanagement müsse dringend Einhalt geboten werden, betonte er. Offensichtlich seien eine Reihe von Versicherten von ihren Krankenkassen etwa durch regelmäßige Telefonanrufe oder sehr intime Fragen unter Druck gesetzt worden, um sich möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu erklären.

Mehr Berater im Einsatz

In Reaktion auf die im UPD-Monitor kritisierte Krankengeldberatung der Kassen, habe man bei der AOK die Anzahl der Berater erhöht. Insgesamt seien 3.000 speziell geschulte Krankengeldberater im Einsatz."Außerdem hat der AOK-Bundesverband die UPD um konkrete Hinweise auf häufige Beratungsanlässe gebeten." Nur so könne man den konkreten Veränderungsbedarf erkennen und im Service nachbessern.

"Wir alle wissen, dass die Krankengeldberatung eine hochsensible Angelegenheit ist", sagte AOK- Chef Jürgen Graalmann. Die Situation sei aber auch nicht ganz aussichtslos, denn laut einer externen Befragung, würden neun von zehn Krankengeldbeziehern der AOK sich als  „zufrieden“ bis „absolut überzeugt“ mit der Betreuung während der Arbeitsunfähigkeit äußern.

Bürokratie abbauen

Der Monitor benennt laut Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), mit dem bürokratischen Aufwand bei der Beantragung des Krankengelds eines der "drängendsten Probleme". Man habe daher intensive Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband aufgenommen, um eine Zusammenlegung der Krankengeldformulare zu erreichen.

"In dem neuen Formular soll es zudem einen Hinweis in leicht verständlicher Sprache geben, der über die Anforderungen an eine lückenlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung informiert." Weitere Härten für Patienten sollen so vermieden und bürokratische Hürden im Sinne der Patienten und Ärzte abgebaut werden. Gassen kündigte auch an, die Zahl der Formulare für einen Reha-Antrag senken zu wollen.

Informationsbedarf beim HKP

Im zahnärztlichen Bereich gibt es bei den Patienten laut UPD-Monitor vor allem zum Heil- und Kostenplan immer wieder Fragen. Die Patienten interessierten sich oft dafür, ob es eine kostengünstigere Variante als die im Heil- und Kostenplan vorgeschlagene Behandlung gebe.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), erklärte, dass man schon seit mehreren Jahren auf verschiedenen Kanälen versuche, die Patienten bestmöglich aufzuklären.

So gebe es bei der KZBV, der  BZÄK sowie auf Länderebene auf den Webseiten und in gedruckter Form Flyer zum Heil- und Kostenplan, Erläuterungen des GOZ-Rechnungsformulars sowie eine Broschüre zur Patientenberatung der zahnärztlichen Selbstverwaltung. Die Zahnärzte selbst könnten sich über den „Didaktischen Leitfaden“ des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), via Fortbildungen sowie in den Mitteilungsblättern der KZVen und Kammern informieren.

Bereits im Jahr 2012 vereinbarten die UPD, die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) eine trilaterale Kooperation.


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