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Fondskauf: Lassen Sie sich nicht überrumpeln

Viele Anleger kaufen Anteile von gemanagten Fonds, um eine bessere Rendite als mit Zinsanlagen zu erzielen. Dafür zahlen sie Gebühren und häufig sogar eine zusätzliche Erfolgsgebühr: die Performance Fee. Erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Wie können Anleger sich im Gebührendschungel der Aktienfonds zurechtfinden?

Dr. Annabel Oelmann, Expertin für Geldanlage bei der Verbraucherzentrale NRW: Die Orientierung im Gebührendschungel ist tatsächlich nicht leicht. Hier hilft nur die Lektüre der oft sehr umfassenden Vertragsunterlagen und Prospekte. Man sollte sich aber nicht scheuen, den Berater nach den verschiedenen Kosten zu fragen. Je konkreter die Fragen, desto genauer muss der Berater antworten.

Eine erste Orientierung bietet auch die Total Expense Ratio (TER), aber bedauerlicherweise sind darin nicht alle Kosten enthalten. (Anmerkung der Redaktion: Die TER, auch Gesamtkostenquote genannt, beinhaltet die meisten Fondsgebühren. Darin nicht enthalten sind unter anderem der Ausgabeaufschlag und die Performance Fee.)

Es gibt keine Kostenangabe, die alle Gebühren enthält und für private Anleger verständlich ist. Auch die TER ist unvollständig. Wonach sollen die Verbraucher fragen?

Ein abschließender Fragenkatalog für Verbraucher ist kaum zu erstellen. Zu fragen wäre aber etwa nach dem Ausgabeaufschlag. Zum einen ist die Höhe unter Kostengesichtspunkten interessant, zum anderen bietet sich hier auch ein gewisses Verhandlungspotenzial. Der Bankberater kann durchaus Rabatte gewähren.

Auch die Transaktionskosten, also die Kosten für die Umschichtungen der Wertpapiere im Fonds, sind nicht in der TER enthalten. Ob aber ein Berater in der Lage ist, eine entsprechende Nachfrage zu beantworten, erscheint fraglich. Die relevanten Daten werden oft nur unzureichend ausgewiesen. Zudem ist schwer zu sagen, wie oft der Fondsmanager in Zukunft umschichtet.

Nicht alle Sparer wollen kostengünstige "Exchange Traded Funds" (ETFs) kaufen. Sie bevorzugen gemanagte Fonds, weil sie auf höhere Gewinne hoffen. Worauf sollen sie beim Kauf der Fonds achten?

Anleger sollen selbstverständlich selber entscheiden, welches Anlageprodukt sie bevorzugen. Wichtig ist uns vor allem, dass sie eine informierte Entscheidung treffen und sich nicht blindlings vom Berater überrumpeln lassen.

Wer einen aktiv gemanagten Fonds bevorzugt und dem Konzept der erfolgsabhängigen Vergütung positiv gegenübersteht, kann auch zu den entsprechenden Produkten greifen. Die Grundidee der Performance Fee - als Motivation des Managements - ist ja nicht schlecht. Problematisch ist eben oft nur die Definition des die Vergütung auslösenden „Erfolges“. Anleger sollten sich dann also die konkreten Voraussetzungen, unter denen eine Erfolgsgebühr anfällt, genau ansehen.

Stimmt es, dass immer mehr Fonds eine Perfomance Fee kassieren? So berichtet etwa die Ratingagentur Morningstar, dass immer mehr Fonds erfolgsabhängige Vergütungen einführen.

Generell sind Performance Fees in den verschiedensten Varianten denkbar. So kann es sein, dass der Fondsmanager einen „Erfolg“ erzielt, obwohl er faktisch Verluste macht, dabei aber weniger schlecht als die Benchmark (Vergleichsmaßstab) abschneidet. Die BaFin hat für in Deutschland aufgelegte Fonds Vorgaben zu den Performance Fees gemacht. Zumindest die großen Fondsgesellschaften haben angekündigt, diese Regeln auch auf ihre ausländischen in Deutschland vertriebenen Fonds anzuwenden.

Welche Fragen sollten Anleger, die einen Fonds mit Performance Fee kaufen wollen, vor dem Kauf stellen?


Fragen zur Performance Fee

Die Performance Fee sollte leicht zu finden und nachvollziehbar sein.

Die Fondsgebühren sollten steigen, wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung zeigt als der Gesamtmarkt. Sie sollten sinken, wenn er sich schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt.


Die Perfomance Fee soll den Fondsmanager dafür belohnen, dass er besser managt als die anderen in seiner Anlageklasse. Entsprechend sollte er sich an einer passenden Benchmark messen lassen. (Anmerkung der Redaktion.: Eine Benchmark kann ein zum Fonds passender Index sein.)

Die Performance-Gebühr sollte nicht fällig werden, bevor der Anteilswert des Fonds den höchsten davor erreichten Wert wieder erzielt hat. Dadurch wird verhindert, dass der Anleger eine Erfolgsgebühr für Renditen zahlt, mit denen lediglich ein vergangener Verlust aufgeholt wird. Auch sollten Anleger ausrechnen oder ihren Berater fragen, wie sich die Performance Fee unter verschiedenen Marktbedingungen auswirkt. Gegebenenfalls befinden sich entsprechende Darstellungen auch in den Verkaufsunterlagen.


Die Fragen stellte Marlene Endruweit, Fachjournalistin für Wirtschaft
 
Tipp: Fondsgebühren selbst kontrollieren

Anleger, die sich gerne selbst Klarheit über die Höhe der Gebühren bei den ausgewählten Fonds verschaffen wollen, finden auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW einen Kostenrechner.
 

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