Brennpunkt

"Garant ist die duale Ausbildung!"

Die praxisHochschule Köln hat jetzt auch den Bachelor für Zahntechniker im Angebot. Klaus Bartsch aus dem VDZI-Vorstand sagt, was sein Berufsverband von diesem Vorstoß hält.

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1. Die praxisHochschule Köln bietet jetzt auch für Zahntechniker einen sogenannten Bachelor of Engineering an. Ist aus Ihrer Sicht eine Akademisierung des Berufs notwendig?

Klaus Bartsch: Da dem Verband zurzeit zu den Angeboten privater Hochschulen keine konkreten inhaltlichen Informationen vorliegen und sich diesseits aus den bekanntgewordenen Details bereits nicht unerhebliche berufsrechtliche Fragestellungen ergeben, ist es nicht möglich das Angebot der praxisHochschule Köln zu kommentieren.

Bekanntermaßen drängen neben der praxisHochschule Köln auch weitere private Hochschulen in den Berufsbildungsmarkt. Das Zahntechniker-Handwerk wird im Interesse des Berufstandes, aber auch im Interesse unserer angestellten Zahntechniker, neben den Inhalten der Angebote insbesondere auch die berufsrechtlichen Fragen zu prüfen haben.

2. Die praxisHochschule Köln suggeriert in der entsprechenden Mitteilung, dass die jetzige duale Ausbildung den Anforderungen im Bereich der dentalen Technologie in Zukunft nicht mehr gerecht wird. Sehen Sie das auch so?

Selektive Spezialisierungen in einzelnen Fertigungsbereichen hat es im Handwerk schon immer gegeben. Anspruchsvolle Zahnärzte werden jedoch bei der Vielfalt und Individualität der Versorgungsformen und -ansprüche auch in Zukunft den handwerklich umfassend ausgebildeten Zahntechniker an ihrer Seite brauchen. Garant hierfür ist die duale Ausbildung im Zahntechniker-Handwerk.

Seit zwei Jahren werden flächendeckend in der überbetrieblichen Ausbildung umfassende Kurse zur CAD und CAM-Technologie für alle Auszubildende verpflichtend angeboten. Damit ist sichergestellt, dass der Nachwuchs theoretisch und praktisch die neuen digitalen Technologien beherrscht und damit das Zahntechniker-Handwerk im Wettbewerb stärkt.

Technologische Entwicklungen stellen Zahntechnikern in einigen Teilbereichen neue Werkzeuge, neue Materialien und Fertigungsprozesse zur Verfügung, es ist nicht davon auszugehen, dass sie die umfassenden Fertigkeiten und Kompetenzen des voll ausgebildeten Zahntechnikers und Zahntechnikermeisters in allen Leistungsbereichen und für alle Fallsituationen ersetzen können.

3. Raten Sie jungen Zahntechnikern zu dieser Zusatzqualifikation? Welche Vor- beziehungsweise Nachteile bringt so ein Studium im Hinblick auf die Karriere?

Grundsätzlich sind die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen sowie der Erwerb von Zusatzqualifikationen im Handwerk immer zu empfehlen. Wie beschrieben kann der Verband zu den Angeboten der Hochschulen zurzeit weder Empfehlungen aussprechen noch Aussagen tätigen, da Informationen über die Module und Ziele der Studiengänge, über die finanziellen Belastungen der Teilnehmer, sowie deren beruflichen Perspektiven im Markt, nicht vorliegen.

4. Wie reagieren Sie als Verband auf den Vorstoß?

Selbstverständlich besteht seitens des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen grundsätzlich ein hohes Interesse daran, mit den Hochschulen über Inhalte und Ziele der Studiengänge ins Gespräch zu treten. Hierbei dürfen wir insbesondere im Interesse unserer Kollegen die Rechtssicherheit nicht außer acht lassen. Wir werden hierzu die das Handwerk betreffenden berufsrechtlichen Fragen zum Prinzip der dualen Ausbildung, dem Meisterprinzip und zur Vergleichbarkeit von Abschlüssen zu klären haben.

VDZI-Vorstandsmitglied Klaus Bartsch | VDZI

Die Fragen stellte Claudia Kluckhuhn.

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