Zukunftskongress Beruf und Familie

Gesucht: Praxisinhaber und Elternteil

Für junge Zahnärzte muss die Work-Life-Balance stimmen. Wie sie diesen Spagat hinbekommen, war das große Thema auf dem 1. Zukunftskongress Beruf und Familie: Experten gaben Finanz- und Rechtstipps zur Lebensplanung.

F.Schmidt-Fotolia

"Vor allem die finanzielle Absicherung während der Schwangerschaft müsste für Selbstständige verbessert werden. Hier sind angestellte Zahnärztinnen klar im Vorteil", findet Caroline Badczong (37). Sie arbeitet in Hamburg in einer Gemeinschaftspraxis. zm-mg
"Im Prinzip haben Männer als Praxisinhaber heute ganz schlechte Karten, eine Erziehungsauszeit zu nehmen. Der Grund sich die hohen finanziellen Lasten und die starke Einbindung in alle Organisationsprozesse", sagt Michael Brunner (58), der in Nidderau eine Einzelpraxis betreibt. zm-mg
"Meiner Meinung nach muss sich auch etwas am Bewusstsein der Absolventen ändern, die zum Teil mit unrealistischen Vorstellungen in diesen Beruf kommen und dann überrascht sind, dass sich nicht alles so einfach verbinden lässt. Natürlich ist es auch wichtig, dass gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden, wo sie noch nicht ausreichend vorhanden sind", sagt Kerstin Finger (54), die in Templin eine Einzelpraxis betreibt. zm-mg
"Ich denke es ist unerlässlich, dass ganz viel Mut für die Praxisgründung gemacht wird. Denn dazu braucht es Mut. Und dieser muss in erster Linie vermittelt werden", sagt Christine Albinger-Voigt (55), die eine Praxis in Hessen betreibt. zm-nh
"Als Angestellte bin ich fremdbestimmt. Das heißt als niedergelassene Zahnärztin habe ich vielmehr Freiheiten. Aber dazu bedarf es Mut. Erfahrungen müssen und sollten weitergegeben werden. Die nachfolgende Generation braucht Tipps und Tricks von uns Älteren- dann können die Jung-Zahnärztinnen es schaffen", sagt Christiane Gleisner (52), die in Rheinland-Pfalz niedergelassen ist. zm-nh

Die Generation Y ist bereits fester Bestandteil des Berufsstands, häufig jedoch nicht in eigener Niederlassung. Denn der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf der nach 1980 Geborenen lässt sich oft nur schwer mit dem Betrieb und der Organisation einer eigenen Praxis vereinbaren.

Um die Rahmenbedingungen für den zahnmedizinischen Nachwuchs zu verbessern, veranstalteten die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Dentista Club am Rande des Deutschen Zahnärztetages in Frankfurt am Main den 1. Zukunftskongress Beruf und Familie.

Familienplanung sollte finanzielle und juristische Möglichkeiten berücksichtigen

Knapp 50 Besucher verfolgten die beiden Impulsvorträge, in denen Dr. Juliane Gösling (BZÄK) und Birgit Dohlus (Dentista Club) den Wertewandel und dessen Folgen für den Generationswechsel der Praxisinhaber beschrieben. In den drei Fachvorträgen der Rechtsanwälte Melanie Neumann und Arne Bruns sowie der apoBank-Finanzexpertin Petra Knödler erfuhren die Besucher, auf welche juristischen und finanziellen Aspekte bei der Familien- und Lebensplanung zu achten sind.

Neumann verdeutlichte dem Publikum, das zu knapp einem Drittel aus niedergelassenen und zwei Dritteln angestellten Zahnmedizinern bestand, wie umfangreich das Mutterschutzgesetz in den Praxisalltag eingreift. "Schwangere, angestellte Zahnärztinnen und ZFAs dürfen bereits ab dem ersten Tag der Schwangerschaft beziehungsweise ab dessen Bekanntwerden nicht mehr am Stuhl arbeiten", betonte die Juristin. "Eine Umgehung dieses Beschäftigungsverbots steht unter Strafe."

Schwangerschaftsbedingtes Beschäftigungsverbot hat weitreichende Folgen

Die finanziellen Folgen sind - je nach Situation - schwerwiegend: Aufgrund von Schwangerschaft krankgeschriebene Angestellte erhalten sechs Wochen Lohnfortzahlung und anschließend Krankengeld, während schwangere Frauen, für die ein Beschäftigungsverbot gilt, Anspruch auf Zahlung eines Mutterschutzlohns in Höhe des Durchschnittsverdiensts der vergangenen drei Monate haben. 

Ganz anders sieht im Fall einer schwangeren Praxisinhaberin aus, erklärte Neumann. "Da gibt es keine staatlich finanzierte Ausgleichszahlung. Hinzu kommt dann noch das Problem der Finanzierung eines Vertreters." Einziger Lichtblick sei für GKV-Versicherte mit einem Anspruch auf Krankengeld das sogenannte Mutterschaftsgeld. In jedem Fall sei für Betroffene eine Fachberatung sinnvoll, sagte sie, auch um das "Sonderproblem Versorgungswerk" zu lösen, das für die Mitgliedschaft eine zahnärztliche Tätigkeit zur Bedingung mache.

Natürlich tickt die Generation Y anders. Wie junge Zahnärzte heute arbeiten wollen, welche Vorstellungen und Wünsche sie haben.

371643369261369262369263371644 371645 371642
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare




Weitere Bilder
Bilder schließen