Arbeit

Hausarzt der Zukunft ist der Koordinator

Nur wenige Medizinstudenten entscheiden sich laut einer großen Online-Umfrage für eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. KBV-Vorstand Regina Feldmann erläutert mögliche Gründe für die Skepsis und räumt mit Vorurteilen auf.

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Der Ärztemangel betrifft vor allem ländliche Regionen und die grundversorgenden Fachrichtungen wie Hausärzte. Das sind die wesentlichen Erkenntnisse einer großen Online-Befragung der Universität Trier unter 11.462 Medizinstudierenden im Auftrag der der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Feldmann in Berlin vorstellte und bewertete.

Laut der Umfrage entscheiden sich nur zehn Prozent der Nachwuchsmediziner in der jetzigen Phase ihrer Ausbildung für eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. "Das stimmt überein mit der Zahl der angehenden Fachärzte, die aktuell eine Weiterbildung in diesem Fach absolvieren, nämlich rund elf Prozent", sagte Feldmann. Diese Menge würde aber nicht ausreichen, um den bestehenden Anteil von 40 Prozent Hausärzten an allen Vertragsärzten aufrecht zu erhalten.

Es gibt immerhin ein Potenzial

Ein Drittel der befragten Medizinstudenten kann sich eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner durchaus vorstellen. "Es gibt also ein Potenzial, das es zu mobilisieren gilt“, interpretierte Feldmann die Zahlen. Gelänge dies, wäre der Hausärztemangel keine große Bedrohung mehr. Als Gründe für die Ablehnung der hausärztlichen Tätigkeit werden vor allem die negativen Rahmenbedingungen genannt. Laut Feldmann handelt es sich dabei teilweise um Tatsachen, teilweise aber auch um mittlerweile überkommene Vorurteile.

Als ein negativer Aspekt wird zum Beispiel der geringe Verdienst von Hausärzten genannt. "Das stimmt so pauschal nicht mehr, die Hausärzte haben in den vergangenen Jahren gegenüber den Fachärzten aufgeholt", korrigierte Feldmann die Annahmen. Eins der Ziele der zurzeit laufenden Honorarreform sei zudem, die hausärztliche Tätigkeit weiter zu stärken. Dazu gehöre etwa eine bessere Vergütung für die sogenannte sprechende Medizin sowie für die Behandlung von chronisch Kranken und alten Menschen.

Die Angst als Einzelkämpfer zu enden

Viele der Befragten befürchten als Hausarzt ein "Einzelkämpfer" sein zu müssen. Das Einzelkämpfertum, das klassischerweise dem Hausarzt zugeschrieben wird, sei aber auch schon lange nicht mehr das Zwangsschicksal eines Hausarztes. Im Gegenteil. Der Hausarzt der Zukunft werde vor allem als Koordinator in vernetzten Strukturen arbeiten, sei es mit anderen ärztlichen Kollegen, aber auch verstärkt mit Angehörigen nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe.

Die unzureichende Vergütung, die junge Ärzte in Weiterbildung in der Allgemeinmedizin erhalten, kritisierte Feldmann scharf. "Die KBV fordert einheitliche Rahmenbedingungen für die ärztliche Weiterbildung, unabhängig davon, ob sie im Krankenhaus oder in einer Praxis stattfindet." Dazu gehöre auch die finanzielle Förderung. Ziel müsse sein, die Aus- und Weiterbildung im ambulanten Bereich sowohl inhaltlich als auch finanziell so zu gestalten, dass die Studierenden sie als mindestens gleichwertige und attraktive Alternative zum Krankenhaus wahrnehmen.

 


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