Freizeit

Helfen auf dem Himalaya

Vom 28. Juli bis 23. August reist eine Gruppe von Zahnärzten zum Himalaya, um in der indischen Region Ladakh Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Initiator Maik Wieczorrek erzählt, was sie dort vorhaben.

Ladakhpartners-Partnership_Local_Doctors_e.V.

Diesmal wird das Team zu den unzugänglichen Bergdörfern in 4.000 bis 5.000 Metern Höhe reisen. Zur Gruppe gehören neben Wieczorrek sein Cottbuser Kollege Carsten Neumann, die Meininger Fred Kießling und Alexander Keiner sowie der Jenaer Zahnmedizinstudent Jonas Wagenknecht. Begleitet und unterstützt werden die Männer diesmal zusätzlich von ihren Frauen und Töchtern.

Ein Murmeltier im Gepäck

Ziel ist diesem Jahr das Dorf Lingshed. In dem rund 400 Einwohner großen Ort wollen die Helfer eine Hepatitis B-Impfkampagne für die dortigen Schüler organisieren sowie auf der Amchi-Klinik und dem „Children's Hostel“ der Schule eine Photovoltaik-Anlage installieren lassen. Außerdem sollen in der Schule zahnmedizinische Untersuchungen und Aufklärungsmaßnahmen zur Zahnhygiene vorgenommen werden.

Der Gründer des Vereins Ladakhpartners-Partnership Local Doctors e.V., Maik Wieczorrek, zeigt einem Amchi, wie man eine Injektionsspritze aufzieht. Kopflampen spenden etwas Licht. | Ladakhpartners-Partnership_Local_Doctors_e.V.

Im Gepäck haben die Helfer ein eigens dafür entworfenes Motiv, das das dort beheimatete Murmeltier mit traditioneller Ladakhischer Kopfbedeckung und einer Zahnbürste zeigt (großes Foto oben). Einen Namen soll das Tier dann von den Schulkindern bekommen.

„Es wird dann das Symbol in unserer Projektregion sein, welches die Kinder zum Zähneputzen animieren soll. Damit das auch Wirkung zeigt, bekommt jedes Kind ein eigenes Bild und eine Zahnbüste“ erzählt Wieczorrek, der Initiator des Hilfsprojekts.

Inder werden selber impfen.

Die geplante Impfkampagne ist Wieczorrek zufolge eine besondere Herausforderung und bedarf erheblicher logistischer Vorbereitungen. Dazu gehört auch, dass die Impfung selbst von indischen Ärzten durchgeführt wird. „Wir werden deshalb nur die Vorbereitungen organisieren und die Aktion mit den Gesundheitsbehörden vor Ort abstimmen. Geplant ist, dass wir die Kosten für den Impfstoff und die Logistik übernehmen. Die Impfung selbst wird frühestens im Winter 2015 stattfinden. Wir wollen außerdem die allgemeine Zahngesundheit der Schüler untersuchen“, schildert Wieczorrek das Vorhaben.

Carsten Neumann demonstriert die Herstellung einer Prothese. | Ladakhpartners-Partnership_Local_Doctors_e.V

Nicht nur die Gesundheit der Dorfbewohner steht im Mittelpunkt, sondern auch die Stromversorgung. Im Rahmen der vierwöchigen Reise sollen die Vorbereitungen getroffen werden, um auf den Dächern der Schule und der Amchiklinik in Lingshed Photovoltaikanlagen zu errichten.

Zahn- und Stromversorgung sicherstellen

„Wir wollen eine Anlage aus Indien auf die Dächer bauen und auch von Fachleuten aus der Region installieren lassen. Eigentlich hatten wir nur für die Anlage auf der Amchi-Klinik genügend Geld zusammen“, erzählt der Zahnarzt. „Ich habe aber das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für unser Vorhaben begeistern können, einer Stiftung, die uns das notwendige Geld kurzfristig zur Verfügung gestellt hat, um auch das Dach des Hostels der Schule mit einer Anlage auszustatten“, so Wieczorrek weiter.

Fieberthermometer werden auf Höhentauglichkeit getestet

Und nebenbei werden quecksilberfreie Fieberthermometer auf dem „Dach der Welt“ getestet. Die Thüringer Firma „Geratherm“ hat die Thermometer kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Helfer testen die Geräte in 5.000 Meter Höhe auf Höhentauglichkeit.

Um die Amchis der Region zu unterstützen, gehen die Zahnärzte wieder direkt in die Dörfer der Naturärzte. Dahin gelangen Mensch und Tier in dieser unwirtlichen Weltgegend nur zu Fuß. Sämtliches Gepäck wird per Pferd transportiert. Die Amchis bekommen Nachschub an medizinischem Material wie Zahnfüllstoff und Anästhesiemittel.

„Und natürlich werden auch die Dorfbewohner vor Ort behandelt, hauptsächlich von den Amchis, wenn notwendig mit unserer Unterstützung. Auf die insgesamt zehnköpfige Gruppe wartet also jede Menge
Arbeit“, freut sich der Initiator des Hilfsprojekts, ds in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert.

Die Region Ladakh ist ein altes Königreich im Norden Indiens, eingebettet zwischen den
Gebirgsmassiven des westlichen Himalaya und des Karakorum-Gebirges.

Seit 2004 leistet der Meininger Zahnarzt Maik Wieczorrek Hilfe im Himalaya. In regelmäßigen Abständen reist er mit weiteren Helfern in die indische Region Ladakh um dort 13 Amchis, so heißen die Naturärzte, bei der Zahnbehandlung zu unterstützen. Bei einfachen Krankheiten helfen die Amchis mit Kräutern und anderen Methoden.


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