Brennpunkt

Macht Angst und macht Arbeit

In deutschen Unternehmen spielen soziale Medien in der internen Kommunikation nur eine kleine Rolle. Eine Studie hat untersucht, warum das so ist.

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 "Interne soziale Medien im Unternehmen der Zukunft" heißt die Studie, die die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) zusammen mit der MCCM Consulting GmbH aus Köln veröffentlicht hat. Die Ergebnisse beruhen auf den Aussagen von knapp 600 Unternehmensvertretern, die im Sommer 2013 ermittelt wurden.

Ob Facebook, Instagram, Tumblr, Twitter oder Youtube - soziale Medien sind aktuell in fast allen Unternehmen ein Thema. Meist konzentrieren sich die Firmen dabei auf den Einsatz der Dienste in der externen Kommunikation. Welches große Potenzial Social Media jedoch auch intern in der Unternehmensentwicklung im Sinne von Enterprise 2.0 bieten können und inwieweit es bereits gehoben wird, untersuchten jetzt MHMK-Studierende unter Leitung von Prof. Dr. Holger Sievert und dem unabhängigen Berater Horst Pütz.

Angst vor hohem Betreuungsaufwand und Vertraulichkeitsverlust

Soziale Medien spielen demnach in der internen Kommunikation bisher nur eine kleine oder sehr kleine Rolle (69 bis 84 Prozent) spielen. Als nachteilig empfinden die Befragten den Betreuungsaufwand (52 Prozent). Riskant erscheint ihnen auch ein möglicher Konzentrations- und Vertraulichkeitsverlust (insgesamt 51 Prozent). Dieses eher negative Ergebnis überrascht insofern, als dass sich eine sehr große Zahl der Befragten (64 Prozent) einen besseren Wissenszugang (64 Prozent) als bestimmenden Vorteil interner sozialer Medien erhofft.

Den wichtigsten Nutzen versprechen sich die Befragten von einem verbesserten Kommunikationsfluss (71 Prozent) am Arbeitsplatz sowie einer höheren Transparenz und Dialogbereitschaft (65 Prozent) im Führungskontext. Nach Meinung der Befragten betrifft das - mit unterschiedlichen zeitlichen Flexibilisierungsgraden - vor allem den klassischen Büroarbeitsplatz (48 Prozent), an dem es dank interner sozialer Medien einen verbesserten Kommunikationsfluss (71 Prozent), aber auch einen gewissen Vertraulichkeitsverlust (26 Prozent) geben werde.

Kulturwandel ist die Voraussetzung

Sievert: „Unsere Ergebnisse machen die Skepsis vieler Firmen gegenüber internen sozialen Medien deutlich. Berechtigt ist diese vor allem an einem Punkt: Drei Viertel der Befragten sagen, dass ein offenerer Umgangsstil wichtigste Voraussetzung für den Erfolg interner sozialer Medien ist. Hier haben viele Unternehmen ganz klassisch ‚offline‘ offenbar noch Nachholbedarf - denn echte interne soziale Medien bedeuten auch einen Kulturwandel.“

Pütz: „Umgekehrt bedeutet das Ergebnis aber auch, dass in immerhin etwa jedem zehnten Unternehmen soziale Medien schon heute eine große oder sogar sehr große Bedeutung für die interne Kommunikation haben. Deren Erfahrungen können anderen Mut machen, das große Potential hinsichtlich der Steigerung von Effizienz und Innovationsgeschwindigkeit, welches solche Tools bedeuteten, auch tatsächlich zu nutzen und Anfängerfehler zu vermeiden.“

Die Studie entstand im Sommer 2013 basierend auf einer Sekundärauswertung bereits existierender Studien, einer qualitativen Vorstudie mit persönlich und telefonisch geführten Leitfadeninterviews und einer quantitativen Hauptstudie. 768 Frauen und Männer nahmen an der Hauptstudie teil, 591 davon füllten den entsprechenden Online-Fragebogen vollständig aus. Der Großteil der Befragten ist in der Unternehmensführung, im strategischen Management sowie in externen und internen Kommunikationsfunktionen tätig.

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