Geld

Nah am Menschen sein

"Ich bin familiär nicht zahnmedizinisch vorbelastet", sagt Marcel Reymus. "Meine Mutter hat bei der Lufthansa gearbeitet und mein Vater als Bankaufmann.“ Mit Zahlen zu jonglieren, hat den 26-jährigen Münchener aber nie interessiert.

Gortincoiel/photocase.com

Marcel Reymus, 26 Jahre, 8. Semester, Uni München, seit 2008 Stipendiat bei der Friedrich-Ebert-Stiftung
Während seines Zivildienstes in einer französischen Einrichtung für geistig Behinderte stellte er aber fest, dass ihm die medizinische Begleitung von Menschen Spaß macht. Anfangs schwankte er zwischen Human- und Zahnmedizin, schrieb sich dann aber für letztere an der Uni München ein. Die Entscheidung hatte ein Praktikum beim Zahnarzt gebracht.

Der Zahnarzt wird am häufigsten besucht

"An dem Beruf gefällt mir, dass ich Patienten in einer Sitzung den Schmerz nehmen kann. In der Humanmedizin, wo die Schmerzen oft tiefer gehen, ist das so nicht der Fall“, begründet er seine Wahl. "Ich finde es auch schön, als Zahnarzt so nah an den Menschen dran zu sein. Zum einen, weil ich manchen Patienten erst einmal ihre Ängste nehmen und ihr Vertrauen gewinnen muss. Zum anderen, weil der Zahnarzt derjenige Arzt ist, den ein Patient am häufigsten besucht.“

Von daher nehme der Zahnarzt eine ziemlich wichtige Rolle im Medizinbetrieb ein und sollte sich nicht nur auf das Gebiss konzentrieren, erklärt der Reymus sein berufliches Selbstverständnis.

Stipendiat ist Marcel seit dem ersten Semester. Dass er bei der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) gelandet ist, kommt nicht von ungefähr. "Ich bin schon seit der Schulzeit sozialdemokratisch engagiert“, sagt er. Die SPD-nahe Stiftung war daher seine erste Wahl und bedeutet für ihn auch eine politische Heimat. "Ideell und kulturell kann ich viel mit den Mitstipendiaten und Mitstipendiatinnen teilen“, erklärt er.

Seit dem zweiten Semester ist Marcel Sprecher der Hochschulgruppe München. In dieser Funktion organisiert er Veranstaltungen wie Rhetorik- oder Soft Skills-Seminare, aber auch Podiumsdiskussion wie kürzlich zum Bürgerkrieg in Syrien. Unter dem Dach seiner Stiftung trat der Stipendiat im vergangenen Jahr zusätzlich das Amt des Geschäftsführers des neu gegründeten FES-Bildungsfonds an.

Ein Topf für die Gerechtigkeit

Vor zwei Jahren entschlossen sich eine Reihe von Stipendiaten anlässlich der Erhöhung des monatlichen und elternunabhängig ausbezahlten Büchergeldes von ursprünglich 80 auf 150 Euro dazu, einen Fonds aufzubauen, mit dem Ziel, die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu fördern.

Dabei zahlen die Stipendiaten einen Teil ihres Büchergelds in einen Topf ein, aus dem anschließend Mittel für verschiedene Bildungsprojekte bewilligt werden. Es gäbe schon verschiedene Anfragen, so Marcel, unter anderem von einer Hauptschule, die eine Bibliothek aufbauen will.

Bis zu seinem Studienabschluss dauert es bei Marcel nicht mehr lange. Danach möchte er am liebsten eine Gemeinschaftspraxis mit verschiedenen Kollegen aufmachen - sehr gerne in München oder im Umland. Die Zahnmedizin biete ihm sehr viele mögliche Arbeitsfelder. "Das ist das Schöne an ihr“, freut er sich. Momentan interessiert ihn vor allem die Endodontie: Ich könnte mir vorstellen, dass ich mich damit später intensiver beschäftige, ohne aber die anderen Fachbereiche links liegen zu lassen.“

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