Arbeit

On the Road mit Kooperationsverträgen

Einige KZVen, darunter Bayern, Berlin und Baden-Würtemberg, informieren die Zahnärzte im Rahmen von Roadshows über die Kooperationsverträge zwischen Zahnmedizinern und Pflegeeinrichtungen. Ein Interview mit Dr. Ute Maier und Dr. Elmar Ludwig.

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zm-online: Frau Dr. Maier, wie haben Sie die Roadshow konzeptionell aufgezogen?

Dr. Ute Maier: Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg haben in enger Abstimmung in jedem der vier Bezirke in Baden-Württemberg einen Informationsabend für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort durchgeführt.

Dabei wurden die Ziele und Inhalte der Rahmenvereinbarung, die zwischen der KZBV und dem GKV-Spitzenverband geschlossen wurden, wie auch ein mit den Pflegeverbänden im Land abgestimmter Mustervertrag sowie eine Synopse der Abrechnungspositionen vorgestellt.

Wichtig war uns, die Chancen aufzuzeigen, die in diesen Kooperationsverträgen liegen, aber wir haben natürlich auch auf die Risiken hingewiesen. Vor allem sollten sich unserer Meinung nach zunächst die Kolleginnen und Kollegen auf einen Kooperationsvertrag einlassen, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Pflegeeinrichtungen haben, da diese Praxen am besten auf die mit den Kooperationsverträgen verbundenen Herausforderungen eingestellt sind.

Herr Dr. Ludwig, welche Fragen standen bei den Kollegen ganz oben?

Dr. Elmar Ludwig: Die verschiedenen Verpflichtungen der Zahnärzte im Rahmen der Kooperationsverträge wurden kritisch gesehen, wobei hier klar gesagt werden muss, dass die Pflegeeinrichtungen deutlich mehr Verpflichtungen eingehen und dabei - anders als bei den Zahnärzten - vom Gesetzgeber kein zusätzlicher finanzieller Anreiz vorgesehen ist.

Wichtig war auch der Hinweis, dass die Kooperationsverträge explizit den Ort der Behandlung - abhängig vom notwendigen Eingriff - in das Ermessen des Zahnarztes stellen. Der Zahnarzt entscheidet, welche Maßnahme in der Einrichtung, in der Praxis oder auch in einer Klinik erbracht wird. 

Weitere Fragen waren: Wer sollte als Vertragspartner im Falle von Mehrbehandlerpraxen genannt werden? Wie lässt sich die Frage der Rufbereitschaft praxisnah lösen? Welche Behandlungen sollten überhaupt bei pflegebedürftigen Menschen durchgeführt werden? Schließlich wurde auch nochmals auf ungelöste Probleme bei Eingriffen in Narkose hingewiesen.

Was haben Sie selbst in den ersten Monaten als Stolpersteine in der Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Pflegeeinrichtungen ausgemacht?

Dr. Elmar Ludwig: Bei langjährig bestehenden Kooperationen ist nicht mit negativen Überraschungen zu rechnen. So habe ich in meiner Praxis meine Tätigkeit unverändert fortgeführt, allein mit dem Unterschied, dass ich durch die Verpflichtungen der Pflegeeinrichtung nun die Mundhygienepläne und Mundhygieneinstruktionen mit den Pflegekräften strukturierter aufstellen, durchführen und über die Zuschlagpositionen 172c/d abrechnen kann.

Die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften hat sich insgesamt nochmals intensiviert und verbessert. Ich sehe in den Kooperationsverträgen mehr Chancen als Risiken.

Von großem Interesse ist, ob Zahnärzte Transportscheine ausstellen dürfen oder nicht - wie lautet hier Ihre Antwort?

Dr. Ute Maier und Dr. Elmar Ludwig: Diese Frage lässt sich im Moment nicht allgemeingültig beantworten. Aktuell gibt es keine entsprechende Richtlinie für den vertragszahnärztlichen Bereich. Ist ein Krankentransport erforderlich, so sollte dieser durch den  Hausarzt verordnet werden. Dafür gibt es in unseren Augen gute Argumente, vor allem bei multimorbiden pflegebedürftigen Menschen. Trotzdem gibt es in den einzelnen Ländern andere  Vereinbarungen.

Dr. Elmar Ludwig (links) ist Referent für Alterszahnheilkunde der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg und Landesbeauftragter der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin. Dr. Ute Maier ist die Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. | LZK BW

Anmerkung der Redaktion:

Zum 1. April 2014 ist die "Rahmenvereinbarung kooperative und koordinierte zahnärztliche und pflegerische Versorgung von stationär Pflegebedürftigen" zwischen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung sowie  dem GKV-Spitzenverband in Kraft getreten.

Die Fragen stellte Sara Friedrich.



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