Arbeit

Sachsen spricht über Kinderzähne

Der sächsische Zahnärztetag fand in diesem Jahr in Chemnitz unter dem Motto "Zahnmedizin von 2 bis 20" statt. Das Thema Kinder- und Jugendzahnheilkunde traf offenbar den Nerv.

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"Es ist wichtig, dass wir an einem Strang ziehen", forderte Kammerpräsident Dr. Mathias Wunsch in seiner Eröffnungsrede. Die Kinderärzte, die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege und die Landeszahnärztekammern treffen sich nach seinen Worten daher noch in diesem Jahr zu einem Gespräch. zm-jt
Prof. Norbert Krämer von der Universität Gießen nannte die Methoden für eine minimal-invasive Therapie in der 1. und 2. Dentition. "Zurückhaltende Exkavation und adhäsive Versorgung schonen die Zahnsubstanz", erklärte er. Durch Hilfsmittel wie fieberoptische Transilluminatoren könne man zudem effizienter erkennen, ob der Zahn überhaupt kariös ist. Krämer stellte das wissenschaftliche Programm zusammen und führte - mit einem straffen Zeitmanagement - durch den Tag. zm-jt
Prof. Klaus Böning arbeitet an der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik der TU Dresden und ist Mitglied des Vorstands der Zahnärztekammer. Er wies darauf hin, wie wichtig für die Kinderzahnheilkunde Aufmerksamkeit und Empathie seien. "Denn hier wird der Grundstein für ein lebenslanges orales Verhältnis gelegt." zm-jt
"Wir müssen eine Beziehung zum Patienten aufbauen", forderte Prof. Giovanni Maio aus Freiburg in seinem Festvortrag die Mediziner auf. Leider sei die Beziehungsqualität zwischen Arzt und Patient nicht abrechenbar. Die Krankenkassen betrachteten den Patienten nur als Kunden, weshalb es so wichtig sei, sich als Arzt die Freiheit zu erhalten, dass zu tun, was für den Patienten am wichtigsten ist. zm-jt
Prof. Ralf Radlanski aus Berlin "Die Zähne sind ein Leben lang in Bewegung." Deshalb stellte er eine grundsätzliche Frühbehandlung infrage. Anhand von Beispielen, wie einem Kreuzbiss oder einem Diastema mediale, deklinierte er durch, ob ein früher oder ein später Eingriff sinnvoll ist. zm-jt
Welche Therapiemöglichkeiten der Zahnerhaltung gibt es für Patienten mit Essstörungen? Prof. Annette Wiegand von der Universität Göttingen stellte fest, dass dies nicht nur ein Thema der Pubertät ist, sondern sich durch alle Altersgruppen zieht. Kompositrestaurationen seien aktuellen Studien zufolge eine effektive Methode zum Schutz vor Erosion. Doch auch die Patienten selbst könnten durch Mundspülungen mit Wasser und Spezialzahncremes zum Schutz der Zähne beitragen. zm-jt
MIH steht für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Die Ursachen für diese spezielle Form der Schmelzbildungsstörung sind laut Dr. Stefanie Feierabend aus Freiburg immer noch nicht ganz geklärt. zm-jt
Prof. Christine Erfurt aus Dresden appellierte an die Zahnärzte, bei Hinweisen auf Kindesmissbrauch die Fälle unbedingt aufzuzeichnen. "Wichtig für eine schlüssige Dokumentation sind präzise Beschreibungen und die Angabe von Uhrzeiten." zm-jt
Die Analyse klinischer Studien ergibt laut Prof. Yango Pohl von der Universität Bonn, dass bei leitlinienkonformem, verzögertem Behandeln mit Zahnverlusten bereits wenige Wochen nach Replantation zu rechnen ist. Mit sofortiger WKB könnte man diese und damit auch frühe und ungeplante Zahnverluste vermeiden. zm-jt
Im Anschluss an die einzelnen Vorträge beantworteten die Referenten auch Fragen aus dem Publikum. zm-jt
Der sächsische Zahnärztetag war gut besucht. Über 1.200 Zahnärzte und Praxismitarbeiter kamen nach Chemnitz. zm-jt

"Wir haben ein gutes Thema gewählt", resümierte Dr. Mathias Wunsch, Präsident der sächsischen Zahnärztekammer, "das zeigt die große Teilnehmerzahl von rund 1.200 Zahnärzten und Praxishelfern." Dass die Gesundheitsministerkonferenz das ECC-Konzept der Zahnärzteschaft ernst nimmt, belege ein einstimmig verabschiedeter Beschluss der GMK, in dem daraus zitiert worden sei.

Ein ganzer Tag für Kinder- und Jugendzahngesundheit

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Norbert Krämer, Universität Gießen, wurden an einem Fortbildungstag sechs wissenschaftliche Vorträge zur Prävention und Therapie der zahnärztlichen Behandlung von Kindern und Jugendlichen referiert. Prof. Giovanni Maio aus Freiburg hielt den Festvortrag, in dem er die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient hervorhob. Die Bildergalerie gibt einen Überblick der Referenten samt ihren Kernaussagen.

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