Arbeit

Semidigital I: Der Patient - der bessere Artikulator

CAD/CAM-Lösungen sind weiter auf dem Vormarsch. Laborleiter Josef Schweiger erklärt die Hintergründe. Teil I: die Verknüpfung von analog und digital.

Josef Schweiger, LMU München

Abbildung 1: Der Inoffice-Workflow für vollanatomische Einzelzahnversorgungen: Die Daten bleiben an einem Ort. Josef Schweiger, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der LMU München
Abbildung 2: Der Outoffice- Workflow: Hierbei greifen Zahntechniker von extern auf die Daten zu. Josef Schweiger, LMU München
Abbildung 3: VR: Virtuelle Artikulation. Josef Schweiger, LMU München
Abbildung 4: VR: Virtuelle Artikulation. Josef Schweiger, LMU München
Abbildung 5: Scanner für einen analogen Artikulator. Josef Schweiger, LMU München
Abbildung 6: Der Vestibulärscan erfasst die Modelle in Schlussbissposition. Josef Schweiger, LMU München
Abbildung 7: "Model position detector": Das Modell wird gescannt, um über Referenzmarker den Bezug zur dreidimensionalen Position im virtuellen Artikulator herzustellen. Josef Schweiger, LMU München

1. Haben Gesichtsbogen und Gipsmodell in der Zahnarztpraxis ausgedient beziehungsweise ist die mechanische Ära zu Ende?

Josef Schweiger: Keineswegs. Nach wie vor werden die meisten Abformungen in der zahnärztlichen Praxis analog gemacht. Zwar ist es bereits seit 1987 durch die Einführung des Cerec-Systems möglich, Zahnersatz modellfrei und komplett  digital herzustellen. Die Indikationen beschränken sich dabei allerdings auf vollanatomische Einzelzahnversorgungen (Inlay, Onlay, Veneer, Krone), bei denen keine zusätzliche Verblendarbeit zu leisten ist.

Dieser sogenannte Inoffice-Workflow (Abbildung 1) funktioniert sehr gut, da er einfach und überschaubar ist. Sobald jedoch komplexere Versorgungen mit manueller Verblendung notwendig sind, müssen die intraoral erfassten 3-D-Daten an den Zahntechniker versendet werden. Dabei werden diese bei den meisten am Markt befindlichen Systemen online an einen Zentralrechnung verschickt, von dem sich der Zahntechniker die Modelldatensätze herunterladen kann. Dieser "Outoffice-Workflow“ (Abbildung 2) ist sehr viel komplexer und damit auch für Schnittstellenprobleme anfälliger.

"Es fehlt ein wesentlicher Vorteil der Gipsmodelle"

Die Herstellung digitaler Modelle aus den gescannten Datensätzen ist ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsablaufs. Alle bisher am Markt befindlichen digitalen Modellherstellungsverfahren - additiv durch Rapid Prototyping und subtraktiv durch CNC-Fräsen - haben eine schlechtere Genauigkeit als die bisherigen Gipsmodelle. Sie dienen daher nur als Hilfsmodelle, beispielsweise für die manuelle Verblendung. Die Präzision liegt in der Restauration.

Somit fehlt ein wesentlicher Vorteil der Gipsmodelle, nämlich die Möglichkeit, das Modell auch als „Prüfmittel“ einzusetzen. Dies kann bislang fatal sein, weil man erst bei der Eingliederung am Patienten erkennt, ob eine Versorgung passgenau ist. Man kann also die digitale Modellherstellung derzeit als die „Schlüsselstelle“ im digitalen Workflow bezeichnen.

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