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Smarter shoppen

Weihnachtszeit ist Shoppingzeit. Doch bei welchen Produkten kann man bedenkenlos zugreifen? Smartphone-Apps zeigen Verbrauchern, wann sie gesund und nachhaltig einkaufen.

Markus Bormann - Fotolia.com

Ist die Bodylotion frei von schädlichen Inhaltsstoffen? Und wie sieht es mit dem Lippenstift und der Wellness-Box aus, die man zu Weihnachten verschenken will? Mit dem Kosmetik-Check ToxFox können Verbraucher herausfinden, ob in Körperpflegeprodukten von Augencreme bis Zahnpasta hormonell wirksame Chemikalien stecken, die mit Erkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden. 

Ein schlauer Fuchs als Einkaufshilfe

Entwickelt hat die App der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund). Für den ToxFox hat er die Inhaltsstoffangaben von über 60.000 Kosmetika auf hormonell wirksame Chemikalien hin durchgesehen. Die Analyse ergab: Etwa jedes dritte Kosmetikprodukt in Deutschland enthält einen oder mehrere solcher Stoffe.

Umstrittener UV-Filter

Zum Beispiel Parabene. Sie sind in Körperpflegeprodukten nicht verboten, sie werden vor allem als Konservierungsmittel oder UV-Filter eingesetzt. Ihr Effekt auf die Gesundheit ist jedoch umstritten. Der Grund: Es handelt sich um synthetische Stoffe, die ähnlich wirken wie körpereigene Hormone.

Als Zutaten in Rasierschaum, Haarwachs oder Babycremes gelangen sie über die Haut in den Körper und können dort in unseren empfindlichen Hormonhaushalt eingreifen. Als besondere Risikogruppe gelten Babys, Kinder und Föten im Mutterleib, deren Hormonsystem sich noch in der Entwicklung befindet.

Hopp oder okay

Die EU hat im Juli 2013 im Rahmen ihrer neuen Kosmetikverordnung angekündigt, hormonell wirksame Chemikalien einer neuen Risikoprüfung zu unterziehen. Zurzeit liegen noch keine Studien vor, die ausreichend belegen, welcher Stoff in welcher Dosierung schädlich ist.

Der ToxFox des Bund kann also nur Auskunft darüber geben, ob Kosmetikprodukte die umstrittenen Komponenten enthalten. Die Verbraucher müssen dann entscheiden, ob sie damit leben können oder lieber verzichten. 

Grün für Go

Die App ist leicht zu bedienen: Mit der Kamera des Smartphones scannt man den Barcode des Produkts und sieht sofort das Ergebnis: Erscheint ein grünes Herz, sind keine hormonell wirksamen Chemikalien enthalten. Ein pinkes Warndreieck zeigt das Gegenteil an. Produkte, die sich noch nicht in der ToxFox-Datenbank befinden, sind mit einem blauen Fragezeichen gekennzeichnet. 

Bisher gibt es nur eine iPhone-Version des ToxFox. Wer ein Android- oder Windowsphone nutzt, kann aber auf der mobilen ToxFox-Website den Strichcode manuell eingeben und sich über die Inhaltsstoffe informieren.  

Penaten reagiert auf Protest

Übrigens: Falls ein Produkt hormonell wirksame Chemikalien verwendet, bieten App und Website die Möglichkeit, sofort einen vorformulierten Protestbrief an den Hersteller zu senden. Bei Penaten zeigte das kürzlich Wirkung. Das Unternehmen hat angekündigt, ab Mitte 2014 auf Parabene in ihrer Babycreme zu verzichten.

nur für iPhone; kostenlos

In der Weihnachtszeit wandert die ein oder andere saisonale Süßigkeit in den Einkaufswagen. Mithilfe der kostenlosen App Codecheck können Verbraucher nachschauen, welche Zutaten in Spekulatius, Lebkuchen & Co. verwendet werden. Dazu müssen sie nur den Barcode des Produkts mit ihrem Smartphone scannen. Auch eine manuelle Suche ist möglich. Das funktioniert natürlich auch bei allen anderen Lebensmitteln. Insgesamt bietet die App Bewertungen in 18 Kategorien an, darunter Handy und Elektronik, medizinische Produkte und Nahrungsergänzung sowie Mode und Brillen. 

Die Inhalte der App entstehen in Gemeinschaftsarbeit. Grundlage ist die Internetseite codecheck.info, hinter der eine Schweizer Verbraucher-Community steht. Die Inhaltsstoffe werden hauptsächlich von deren Mitgliedern erfasst. Dafür füllen sie entweder am Computer oder über das Smartphone ein Formular aus, in das die Produktinformationen auf der Verpackung eingetragen werden. Auch Nutzer der App können mitmachen. 

Zusätzliche Informationen kommen von Experten wie Lebensmittelchemikern und Umweltschutzorganisationen. Fachinformationen für den Bereich Kosmetik bezieht Codecheck beispielsweise aus einer Kooperation mit dem Magazin Öko-Test. Dessen Experten beschreiben nicht nur den kosmetischen Inhaltsstoff, sie bewerten auch, wie er sich auf Umwelt und Organismus auswirkt.

Warnhinweise von Experten

Bei Nahrungsmitteln und Getränken listet die App unter anderem die mit E-Nummern gekennzeichneten Lebensmittelzusatzstoffe auf - eine Beschreibung der Wirkung und eventuelle Warnhinweise eines Experten inklusive. Als weiteres Ergebnis wird eine Nährwertampel angezeigt, die auf einen Blick erkennen lässt, ob ein Produkt kritische Fett-, Zucker- oder Salzwerte hat. Hohe Werte sind rot markiert, mittlere gelb und geringe grün. 

Für alle, zu deren Weihnachtsmenü Fisch gehört, bietet Codecheck noch einen Service. Die App gibt Auskunft darüber, ob ein Produkt die Gütesiegel MSC oder ASC trägt und somit aus nachhaltigem Fischfang stammt. Auf diese Weise können Verbraucher dazu beitragen, dem geplünderten Fischbestand der Weltmeere Zeit zum Regenerieren zu geben.

für iPhone und Android; kostenlos

Die App Barcoo funktioniert ebenfalls über einen Barcodescan und zeigt Informationen zu Produkten aus den Bereichen Lebensmittel, Kosmetik und Technik an. Praktisch: Sie verrät auch, welche Läden in der Nähe den Artikel anbieten.

Quiz zur Verhütung

Zu den Ergebnissen gehört bei Nahrungsmitteln neben einer Lebensmittelampel (vergleichbar mit der von Codecheck) auch eine Liste der Nährwertangaben. Außerdem schlägt die App Alternativen mit weniger Zucker-, Fett- oder Salzgehalt vor. Bei Körperpflegeprodukten zeigt Barcoo beispielsweise an, ob es sich um ein Naturprodukt handelt. Eine genaue Liste oder ausführliche Bewertung der Inhaltsstoffe gibt es aber nicht.

Barcoo liefert Nutzern eine Flut von Informationen. Unter den Ergebnissen finden sich beispielsweise die Rubriken Quiz und Ratgeber, die sich mit Themen von fettiger Haut und Verhütung bis hin zur Geschichte einer Marke beschäftigen. 

Ein Feature mit wirklichem Mehrwert ist hingegen die Nachhaltigkeitsampel, für die Barcoo mit dem Forschungsprojekt Wegreen zusammenarbeitet. Die Ampel zeigt an, wie ökologisch, sozial und transparent ein Unternehmen ist. Dank weiterer Kooperationen mit Greenpeace und PETA erfahren Nutzer zudem, ob ein Hersteller auf Tierversuche verzichtet oder ob er Genpflanzen für die Produktion tierischer Lebensmittel verwendet. 

Um noch mehr Daten bereitzustellen, arbeitet Barcoo mit vielen weiteren Partnern zusammen, unter anderem den Verbraucherzentralen und dem Technikmagazin Chip. Die App enthält Werbung.

für iOS, Android, Windows Phone, Samsung und Blackberry; kostenlos

Buycott ist die richtige App für alle Verbraucher, die sich beim Einkaufen fragen, wieviel Wert Unternehmen auf eine ethische Geschäftspolitik legen. In der Datenbank der App ist gespeichert, ob ein Produkt oder ein Hersteller wegen Mängeln bei Verbraucherschutz, Menschen- oder Tierrechten, Umweltschutz oder anderen Dingen in der Kritik steht. 

Buycott basiert auf einem Kampagnen-Prinzip: User können sich bestehenden Kampagnen gegen ein aus ihrer Sicht kritisches Unternehmen anschließen oder selbst eine starten. Aktuell prangern Buycott-User beispielsweise gentechnisch veränderte Lebensmittel, Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit oder Tierversuche an. 

Hat man sich für eine oder mehrere Kampagnen registriert, erfährt man über den Barcodescan eines Produkts, ob der betreffende Hersteller in einem der angegebenen Bereiche negativ auffällt. Trifft das zu, kann der Nutzer das Unternehmen - wie der Name der App schon sagt - boykottieren und den Artikel nicht kaufen.

Stammbaum offenbart Strukturen

Buycott versucht, Licht auf die komplexen Strukturen globaler Unternehmen zu werfen. In Form von Stammbäumen visualisiert die App, zu welchem Konzern ein bestimmter Hersteller letztendlich gehört. Die Macher der App räumen aber selber ein, dass sich die Strukturen globaler Konzerne ständig verändern und es eine Herausforderung ist, den Überblick zu bewahren.

Nachteil von Boycott: Für die Nutzung der App ist eine Registrierung Pflicht. Zudem konzentriert sich Buycott zurzeit noch stark auf den amerikanischen Markt. Da viele Konzerne global agieren, liefert sie aber auch Ergebnisse für Deutschland und Europa.

für iPhone und Android; kostenlos

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