Wünsche der Generation Y

So wollen junge Zahnärzte arbeiten

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"Das Niederlassungsverhalten ist nicht so sehr geschlechts-, sondern eher altersspezifisch."

Die Zahnmedizin wird immer weiblicher, mithin wächst der Wunsch nach Teilzeitarbeit und flexiblen Praxismodellen. Leistet dies nicht schon mittelfristig der Berufsausübungsgemeinschaft Vorschub? Ist es denkbar, dass die Einzelpraxis sogar langfristig aussterben wird?

Es stimmt: In etwa fünf Jahren wird es in der Zahnmedizin mehr Frauen als Männer geben. Interessant ist, dass viele Entscheidungen im Niederlassungsverhalten aber nicht so sehr geschlechts-, sondern eher altersspezifisch sind. Frauen gehen nicht häufiger als Männer in eine BAG, obwohl das immer wieder behauptet wird. Und in der Generation Y scheint sich das aufgrund der Work-Life-Balance für Frauen wie Männer in Richtung Angestelltendasein aufzulösen, nicht in Richtung BAG. Die Zahl der angestellten Zahnärzte entwickelt sich rapide, wobei die Frauen in dieser Hinsicht allerdings einen deutlichen Vorsprung haben.

Auch der momentane Trend zur Einzelpraxis ist auf das steigende Alter der Existenzgründer zurückzuführen, das 2013 bei durchschnittlich 36 Jahren lag. Während ein Drittel der 30-Jährigen sich für eine Berufsausübungsgemeinschaft entscheidet, sind es bei den 40-Jährigen nur 16 Prozent. Woran liegt das?

Die Präferenz für eine BAG liegt meistens in der Finanzierung begründet. Natürlich ist es in den ersten Jahren schwieriger, eine Einzelpraxis zu finanzieren. Und vielleicht sind junge Zahnärzte auch flexibler und eher bereit, die BAG auszuprobieren – etwa mit Kommilitonen, die sie aus dem Studium kennen.

Oralchirurgische oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie-Fachpraxen erfordern 20 bis 30 Prozent höhere Investitionskosten als allgemeinzahnärztliche Praxen. Lediglich kieferorthopädische Praxen liegen auf vergleichbarem Investitionsniveau. Hemmen diese hohen Kosten eine Spezialisierung?

Wir können keine Unterversorgung in diesem Bereich feststellen. Die Weichen für eine Spezialisierung werden bereits im Studium gestellt  zu diesem Zeitpunkt beschäftigen sich die angehenden Zahnmediziner noch nicht mit erhöhten Finanzierungsbedarfen. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen wählen diesen Schwerpunkt, weil ihnen das operative Arbeiten mehr liegt. In dieser Fachrichtung finden sich übrigens mehr Männer, Frauen entscheiden sich eher für Bereiche, in denen die Kommunikation im Vordergrund steht, etwa Alterszahnmedizin oder Kinderzahnheilkunde. Niederlassungsentscheidungen haben also nicht nur materielle Gründe.

Die Gesellschaft altert - mithin sind neue Konzepte für die wachsende Zahl von pflegebedürftigen und dementen Patienten erforderlich. Reichen hier Kooperationen mit Pflegeheimen oder Krankenhäusern aus? Oder sind spezielle Praxen erforderlich, die etwa in diese Einrichtungen integriert sind?

Im Einzelfall wäre das sicherlich wünschenswert. Aber es wird kaum möglich sein, angesichts der stark steigenden Zahl von Pflegebedürftigen entsprechend schnell umzusteuern. Die KZBV hat erst einmal den Weg gewählt, die betriebswirtschaftliche Basis für die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen zu verbessern. Ob sich in den Pflegeheimen das Einrichten eines speziellen Raumes lohnt, hängt von deren Größe ab. Der Wunsch nach speziellen Praxen ist eher eine Luxusvorstellung.

Es gibt aber auch immer mehr solvente Senioren, die in den Jahren des Wohlstands ihr Vermögen gemacht haben - und viel Geld für ihre Gesundheit ausgeben.

Alterszahnheilkunde insgesamt ist sicher ein lukratives Feld - auch dadurch bedingt, dass mehr Zähne erhalten bleiben. Es gibt weniger völlig zahnlose Patienten, die man mit einer günstigen Prothese versorgen kann. Lückengebisse erfordern mehr Aufwand, oft sind Implantate erforderlich. Damit ist sicher auch Geld zu verdienen. Viele Praxen führen bereits den Schwerpunkt Alterszahnheilkunde.

Das andere ist wirklich diese Risikogruppe der pflegebedürftigen und dementen Patienten in den Heimen - oder noch problematischer - in der ambulanten Pflege. Eine wichtige Aufgabe liegt darin, den Zahnarzt zum Patienten zu bringen. Dabei wird entscheidend sein, wie zahnmedizinische Einheiten in bestimmten Versorgungsgebieten aufgebaut werden können. In einzelnen Kommunen gibt es ja bereits Zahnmobile, die zum Patienten fahren.

Die Fragen stellte Hanna Hergt, Diplom-Volkswirtin und Fachautorin.

Natürlich tickt die Generation Y anders. Wie junge Zahnärzte heute arbeiten wollen, welche Vorstellungen und Wünsche sie haben.

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