Brennpunkt

Thomas: 39 Jahre, HIV-positiv

Thomas ist glücklich. Dank wirksamer HIV-Medikamente wurde er Vater eines gesunden Sohnes.

BdZA

Seit dem 1. April 2012 beginnt für Thomas der Tag um fünf Uhr. Der HIV-positive Leipziger ist seit diesem Tag Vater eines gesunden Sohns. Der kleine Wonneproppen ist die Ausgeglichenheit in Person - und Frühaufsteher.

Ein Baby trotz HIV

Er strampelt und juchzt, schlenkert sein Schnuffeltuch hin und her, strahlt Papi an und gluckst vergnügt. Wie es funktionieren kann, als Mensch mit HIV ein Baby zu bekommen, das nicht infiziert ist. Das fragen die meisten, die von seiner Geschichte hören, zuallererst.

"Meine Freundin Silke ist nicht infiziert. Nach meiner Diagnose hatten wir immer geschützten Sex. Etwa ein halbes Jahr, nachdem ich die antiretrovirale Therapie gegen den Virus begonnen hatte, schlugen die Medikamente an. Meine Werte besserten sich und wurden stabil.”

Ein Restrisiko blieb

Thomas hatte so wenige Viren in seinem Körper, dass sie medizinisch nicht mehr nachweisbar waren und er damit kaum noch infektiös war. "Ein Restrisiko war allerdings da”, sagt Thomas, zieht die Augenbrauen hoch und macht ein ernstes Gesicht. "Dies war aber so gering, dass wir diesen Schritt nach reiflicher Überlegung und mehreren Gesprächen mit meinem Arzt gewagt haben.”

Der Arzt gab Thomas du seiner Freundin grünes Licht, auf natürlichem Wege ein Baby zu zeugen. In dieser Phase wurden seine Blutwerte regelmäßig überprüft. Das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen ist heute der ganze Stolz des jungen Paares.

Am Anfang war der Mumm weg

Die Diagnose "HIV-positiv” bekam Thomas im Herbst 2010. Kurze Zeit später entwickelte er auch Krankheitssymptome. Die daraufhin eingesetzten Medikamente vertrug er anfangs nicht, wurde depressiv. "Ich war gar nicht mehr ich selbst. Manchmal traute ich mich morgens nicht, aus dem Haus zu gehen. Ich hatte einfach keinen Mumm mehr”, erinnert sich der 39-Jährige nur ungern. Nach der Therapieumstellung, die dann erfolgte und anfänglichen Schwierigkeiten mit den starken Nebenwirkungen der Medikamente ging es ihm aber bald besser.

"Ich hätte damals nie für möglich gehalten, dass das Thema Familienplanung für uns überhaupt noch einmal in Betracht kommen könnte”, erinnert sich der Leipziger. Damals wusste Thomas noch nicht viel über den HI-Virus und die Therapiemöglichkeiten.

Die Folgeerkrankungen machen ihm zu schaffen

Seit einigen Monaten aber geht es Thomas gesundheitlich nicht mehr so gut wie damals - er leidet verstärkt an Folgeerkrankungen, die ihn im Alltag oft einschränken. "Ich hoffe, dass es mir bald wieder besser geht und ich meine Familie dann wieder selbst ernähren kann. Im Moment habe ich leider nicht die Kraft dazu”, erzählt der gelernte Maler und Lackierer.

Thomas achtet sehr auf sich und versucht, trotz HIV ein normales Leben zu führen. "Auf Spielplätzen komme ich oft mit anderen Eltern ins Gespräch. Da ist HIV kein Thema. Ich genieße diese Momente, in denen ich die Krankheit für eine Weile vergessen kann.”

Mutig: die Entscheidung pro Kind

Thomas engagierte sich bereits im letzten Jahr als Botschafter der Kampagne und wird sogar manchmal auf der Straße erkannt. Er bekommt viel Zuspruch, das macht ihn stolz. "Alle finden es wahnsinnig mutig, dass wir den Kleinen bekommen haben und die Öffentlichkeit an unserer Lebensgeschichte ein stückweit teilhaben lassen und so Aufklärung, Offenheit und Akzeptanz.

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