Geld

Wahltag gleich Zahltag?

Das Thema Steuern spielt vor der Bundestagswahl eine große Rolle. Wir haben ausgerechnet, was die jeweiligen Pläne für Sie finanziell bedeuten. Lesen Sie, wer bei welcher Partei gewinnt und wer Bares verliert.

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Die Auswirkungen der geplanten Änderungen hängen von der konkreten Familiensituation und den Einkommensverhältnissen ab. Einen ersten Überblick darüber, ob laut Wahlversprechen mehr oder weniger netto zu erwarten ist, bietet diese Tabelle:

Die Zusammenstellung verdeutlicht: Während die Union und die FDP alle Steuerzahler entlasten wollen, bewirken die Änderungsvorstellungen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und Die Linke eine Umverteilung von den etwas besser Verdienenden hin zu den etwas weniger Verdienenden.
 

Während bei der Union und FDP alle mehr Netto haben, ist es bei der SPD umgekehrt. Eine Umverteilung von oben nach unten soll dagegen augenscheinlich bei den Grünen und den Linken stattfinden. | Hesse

Was CDU/CSU, FDP, SPD, die Grünen und die Linke zum Thema Steuern im Einzelnen planen, lässt sich zusammenfassen. Die Auszüge stammen aus den jeweiligen Wahlprogrammen.

Der Einkommensteuertarif

Der aktuelle Spitzensteuersatz von 42 Prozent respektive 45 Prozent hat nach Vorstellungen der Opposition noch Potenzial nach oben und soll erhöht werden. CDU/CSU und FDP sehen hier erst einmal keinen gravierenden Änderungsbedarf.

CDU/ CSU und FDP: Es soll grundsätzlich am bisherigen Einkommensteuertarif festgehalten werden. Dieser soll jedoch regelmäßig angepasst werden, um die sogenannte kalte Progression zu verhindern.

SPD: Nach den Vorschlägen der SPD soll ein Steuersatz von 49 Prozent für Einkommen über 100.000 Euro beziehungsweise 200.000 Euro bei Ehegatten zur Anwendung kommen.

Bündnis 90/ Die Grünen: Der steuerfreie Grundfreibetrag soll auf 8.700 Euro angehoben werden. Die Grünen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro und einen Steuersatz von 49 Prozent  ab 80.000 Euro. Außerdem möchten die Grünen den Kreis der Steuerpflichtigen erhöhen, indem die deutsche Steuerpflicht an die Nationalität gekoppelt wird. Dies soll dazu dienen, eine Steuervermeidung per Wegzug ins Ausland zu verhindern.

Die Linke: Der steuerfreie Grundfreibetrag soll auf 9.300 Euro angehoben werden. Noch weiter gehen die Linken, die einen Steuersatz von 53 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 65.000 Euro und einen neuen Spitzensteuersatz von 75 Prozent (sogenannte Reichensteuer) ab einem zu versteuernden Einkommen von 1 Million Euro fordern.

Das Ehegattensplitting wird von durchweg allen Parteien in ihren Wahlprogrammen thematisiert. Durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und die nachfolgende Reaktion des Gesetzgebers wurde bereits eine Gleichstellung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern erreicht.

CDU/ CSU: Nach Auffassung von CDU/CSU soll das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting weiterentwickelt werden.

FDP: Das Ehegattensplitting soll beibehalten und auf eingetragene Lebenspartner ausgedehnt werden. Darüber hinaus fordert die FDP die Abschaffung der Steuerklasse V. 

SPD: Es soll ein Partnerschaftstarif eingeführt werden, bei dem beide Partner unter Berücksichtigung gegenseitiger Unterhaltsverpflichtungen individuell besteuert werden. Der Partnerschaftstarif wird erst für künftige Partnerschaften gelten. Für bestehende Partnerschaften gilt weiter das Ehegattensplitting.
Die SPD strebt zudem eine steuerlich gerechtere Behandlung von Alleinerziehenden an. Ferner will sie bei den Steuerklassen statt der Steuerklassenkombination III/V das Faktorverfahren zur Norm machen. 

Bündnis 90/ Die Grünen:: Das Ehegattensplitting soll in eine Individualbesteuerung mit übertragbarem Existenzminimum umgewandelt werden. Die Individualbesteuerung soll für bestehende Partnerschaften angewendet werden. Die Gleichbehandlung bestehender und künftiger Ehen wollen die GRÜNEN durch Deckelung des Splittingvorteils erreichen. Hier soll zunächst die Belastung aus der Reform des Ehegattensplittings auf Haushalte mit einem Einkommen von zusammen mindestens 60.000 Euro gedeckelt werden. Anschließend soll die Deckelung über 10 Jahre abgebaut werden.

Die Linke: Es wird eine Abschaffung des Ehegattensplittings und die Einführung einer individuellen Besteuerung gefordert. Die hierbei erzielten Einsparungen sollen zur Förderung des Zusammenlebens mit Kindern eingesetzt werden.

CDU/ CSU und FDP: Die Parteien wollen das bisherige Konzept der Kinderberücksichtigung beibehalten, in dem für Kinder der Maximalbetrag aus Kindergeld oder Steuerentlastung aufgrund der Berücksichtigung der Kinderfreibeträge gewährt wird. Sie schlagen eine schrittweise Anhebung der steuerlichen Berücksichtigung von Kindern auf die Höhe des Freibetrags für Erwachsene (2013: 8.130 Euro und 2014: 8.354 Euro) beziehungsweise eine Erhöhung des Kindergelds vor.

SPD und Bündnis 90/ Die Grünen: Die beiden Parteien planen die Abschaffung der Kinderfreibeträge, sodass jedes Kind unabhängig vom Einkommen seiner Familie die gleiche finanzielle Unterstützung vom Staat erhält. Die SPD möchte zudem das Kindergeld um 140 Euro pro Kind bei Monatseinkommen unter 3.000 Euro anheben. Es sollen die bisherigen Kindergeldsätze (derzeit Kind 1 und 2: 184 Euro pro Kind, Kind 3: 190 Euro und ab Kind 4: 215 Euro pro Kind) beibehalten werden. Die Grünen gehen einen Schritt weiter und fordern eine Kindergrundsicherung, die der Höhe nach so bemessen ist, dass die Kinderfreibeträge verfassungskonform abgeschafft werden können.

Wilfried Hesse ist Steuerberater bei der ADVISA GmbH in Bielefeld
mailto: advisa-bielefeld@etl.de, fon: 0521/986070

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