Brennpunkt

Wenn die Fahrt zum Albtraum wird

Immer mehr Zahnmediziner sind im Rahmen der aufsuchenden Zahnmedizin zur Versorgung von Menschen in Pflegeeinrichtungen auf das Auto angewiesen. Eine Fahrphobie ist hier kontraproduktiv. Doch es gibt Wege aus der Angst.

Nobilior/Fotolia

Es ist bekannt, das viele Menschen unter Flugangst leiden. Weniger bekannt ist, dass sehr viele Menschen Panik davor haben, Auto zu fahren, obwohl sie einen Führerschein besitzen. Sehr selten bekennen sich die Betroffenen jedoch zu ihrem Problem, erleben aber sehr starke Ängste und Panikanfälle.

Ihr Körper reagiert mit Herzrasen, starkem Schwitzen und Muskelverspannung. Der große Unterschied zur Flugangst besteht darin, beim Autofahren aktiv etwas tun zu müssen. Autofahrer müssen schnell und richtig reagieren - sonst kann es gefährlich werden.

Unfreiwilliger Fahrverzicht

Verkehrswissenschaftler bezeichnen die Hemmung trotz Fahrerlaubnis ins Auto zu steigen als „Fahrverzicht“. Genaue Untersuchungen, wie viele Menschen unter dieser Form der Angststörung leiden, gibt es bisher nicht. Groben Schätzungen zufolge sind etwa eine Million Menschen in Deutschland betroffen.

Fahrschullehrer vermuten, dass etwa 30 Prozent aller Frauen ab 25 Jahren nicht Auto fahren, obwohl sie es dürften. Männer sind ebenfalls betroffen, gehen aber aus Scham damit eher nicht an die Öffentlichkeit. Viele fühlen sich mit ihrem Problem vom persönlichen Umfeld nicht ernst genommen.

Ein Großstadtphänomen

Gut gemeinte Ratschläge wie „Ach, dann übst Du halt“ greifen hier zu kurz und beheben das Problem nicht. Der Fahrverzicht ist vor allem ein Großstadt-Phänomen, denn dort erleichtert die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Busse und U-Bahnen die Vermeidung des Autofahrens.

Leben die Menschen auf dem Land, sind sie eher gezwungen, sich ihrer Angst zu stellen und diese ganz - oder zumindest teilweise - zu überwinden, um nicht ins soziale Abseits zu geraten und sogar ihren Job zu verlieren. Hinter dem 'Fahrverzicht' steckt oft mehr als nur eine Vermeidungsstrategie. Dahinter verbirgt sich nicht selten eine Phobie vor dem Autofahren.

Das Problem wächst mit den Jahren

Ängste können erlernt und tief eingeschliffen sein. Sie können aber auch Ausdruck tieferliegender Ursachen sein. Aus meiner Erfahrung wächst das Problem mit den Jahren. Denn wenn die Betroffenen lange Zeit nicht mehr fahren, wird die Hemmschwelle immer größer, sich wieder ans Steuer zu setzen.

Menschen, die zum ersten Mal wieder fahren sollen, finden oft alle möglichen Ausreden, dies nicht zu tun. Das Fatale: Die Vermeidung führt zunächst zu einer Erleichterung, weil Ängste und Spannungen abfallen. Doch auf Dauer tritt das Meidungsverhalten immer verstärkter auf. Die Vermeidungsstrategie führt dann langfristig zu einem Verlust an Mobilität, Lebensqualität und Selbstbewusstsein.

Eine weitere Gefahr: Die Angst kann generalisieren, das heißt, sie dehnt sich auf andere Lebensbereiche aus, und dazu führen, dass Mitfahren, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder das Erledigen von Einkäufen und andere eigentlich ganz normale Alltagsanforderungen nicht mehr durchgeführt werden können. Hierbei wird von den Betroffenen häufig verdrängt, dass oft schon andere Ängste, die zu Einschränkungen in der Alltagsbewältigung führen, bestehen.

Überfordert vom Straßenverkehr

Wie kann die Angst vor dem Autofahren dauerhaft überwunden werden? Verhaltenstherapeuten raten, die Angst systematisch und in kleinen Schritten zu überwinden und das Fahren zu üben. Beispielsweise indem man am Anfang nur in Begleitung fährt. Doch Betroffene berichten immer wieder von gescheiterten Versuchen. Das Fahren auf einem Parkplatz ist häufig noch möglich, doch wenn es dann darum geht, am Straßenverkehr teilzunehmen, fühlen sich viele überfordert.

Oft sind die Ängste auch nur auf einen oder mehrere Aspekte beschränkt: Etwa die Angst vor dem Fahren auf der Autobahn, in Tunnel und Baustellen, oder im unübersichtlichen Stadtverkehr. Wenn die Ursache des Fahrverzichts hauptsächlich in der Unsicherheit und dem Ungeübt sein liegt, kann es durchaus sinnvoll sein, wieder Fahrschulunterricht zu nehmen und durch Fahren unter Anleitung eines Fahrlehrers die nötige Sicherheit zu bekommen.

Sich der Angst gezielt stellen

Die Diplompsychologin und Fahrlehrerin Alexandra Bärike hat sich auf Menschen mit Fahrangst spezialisiert. Sie empfiehlt ein Konfrontationstraining, denn gegen die Angst hilft ihrer Meinung nach nur die Konfrontation mit der Angst.

Dabei ist die Anzahl der Konfrontationssitzungen individuell verschieden und hängt laut Bäricke von folgenden Faktoren ab: dem Zeitraum, in dem die Angst auslösende Situation vermieden wurde, der Motivation der Hilfesuchenden, ihrer Zeit zum selber Üben zwischen den Sitzungen und von ihrem allgemeinen psychischen Zustand.

"Die meisten Personen benötigen drei bis fünf Sitzungen für einen starke Verbesserung der Symptomatik - ein komplettes Abklingen können in der Regel in drei bis sechs Monaten erreicht werden“, sagt Bärike. Steckt jedoch - was sehr häufig der Fall ist - eine Phobie dahinter, wird das Fahrtraining ebenso unbefriedigend bleiben, wie auch wiederholtes Fliegen bei einer Flugangst kaum zur Lösung des Problems führt.

Eine Fahrphobie wird man am wirksamsten und vor allem nachhaltig mit therapeutischer Hilfe in den Griff bekommen. Meiner Meinung lässt sich die Angst vor dem Autofahren aber auch mit bewährten
Selbstbehandlungsmethoden überwinden.

Hypnose - auch ein Weg aus der Angst

In meinem von der Stiftung Gesundheit zertifizierten Patientenratgeber „Nie wieder Angst“ beschreibe ich vier Methoden, mit deren Hilfe es möglich ist, Ängste effizient und nachhaltig zu überwinden. Wer sich das nicht zutraut, kann seiner langjährigen Erfahrung nach diese Phobie in einer einzigen Hypnosesitzung überwinden.

Aber egal, welchen Weg man auch wählt: das Fahrtraining, die Selbsthilfe oder die Hypnose durch einen fachkundigen Therapeuten sind immer nur der erste Schritt. Danach ist es erforderlich zu handeln und sich hinter das Lenkrad zu setzen, um wieder oder erstmals Routine und Sicherheit beim Autofahren zu bekommen.

Institut für klinische Hypnose Magdeburg
Dr. Norbert Preetz
Hamburger Straße 11
39124 Magdeburg

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