Brennpunkt

Zahnzusatzversicherungen: Vergleichen ist alles

Generell können Zusatzversicherungen dem Patienten nutzen. Wenn sie halten, was sie versprechen.

pixelio.de / Martina Friedl

Vor allem Patienten, die sich im Bedarfsfall auch hochwertigen Zahnersatz leisten wollen, profitieren von einer Police. Dies scheint sich herumgesprochen zu haben, denn Zahnzusatzversicherungen stehen hoch im Kurs. 

Zahnärzte sehen sich daher immer häufiger mit Fragen nach zuverlässigen und leistungsstarken Versicherern konfrontiert. Doch die Vielfalt der Angebote erschwert sowohl für die Verbraucher als auch für die Zahnmediziner den Überblick. Dass die Versicherer in den Praxen den Mundgesundheitszustand ihrer Kunden abfragen, macht es nicht einfacher.

"Die zunehmenden Auskunftsersuche von Zusatzversicherungen und damit einhergehenden Bürokratielasten für die Zahnarztpraxen müssen kritisch gesehen werden", betont auch der Vize-Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dietmar Oesterreich: "Die Schweigepflicht als auch die Vorschriften der GOZ gilt es dabei genau zu beachten“.

Die BZÄK hat Eckpunkte zur Information über Zahnzusatzversicherungen zusammengetragen. Darin verweist sie auch auf die Schwierigkeit für Zahnmediziner, den Patienten konkrete Antworten auf die Frage nach der besten Versicherung zu geben.

Zahnärzte sind eben keine Versicherungsmakler. Sie können zwar den Zahnstatus beurteilen, sollten aber keine bestimmte Versicherung anraten. Oestereich: "Empfehlungen zu einzelnen Zahnzusatzversicherungen sollten keinesfalls gegeben werden.“ Wer dies beherzigt, läuft auch nicht Gefahr, das Arzt-Patienten-Verhältnis zu gefährden, falls es zu Problemen mit der Versicherung kommt. 

Der Patient sollte die Angebote der Versicherer sorgfältig vergleichen. Am besten holt er sich weitere Informationen von Verbraucherzentralen und von der Stiftung Warentest ein. Im Idealfall im Einklang mit dem Zahnarzt beantwortet er dann für sich die Frage, wofür die Police Unterstützung bieten kann.

"Die Versicherten sollten sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, für welche Zahnersatzversorgung man die Versicherung wünscht“, empfiehlt auch Holger Rohde, Wissenschaftlicher Leiter Versicherungen und Recht bei der Stiftung Warentest.

KZBV-Chef Dr. Jürgen Fedderwitz rät ebenfalls zur exakten Prüfung, bevor eine Versicherung abgeschlossen wird. "Leider kommt es bei den Zahnzusatzversicherungen bisweilen zu Komplikationen, wenn es um die Einlösung der versprochenen Erstattungen geht", beanstandet er.

Die meisten Versicherungen lassen vor Vertragsabschluss kontrollieren, in welchem Zustand die Zähne sind. Für Behandlungen, die der Zahnarzt bereits vor Abschluss des Vertrags angeraten, geplant oder begonnen hat, muss die Versicherung später nicht zahlen.

Zahnzusatzversicherungen decken in der Regel nicht die Kosten für den gesamten Zahnersatz, sondern nur für einen Teil ab. Dabei geben die Versicherer ihre Leistung zumeist als Prozentsatz an. Doch der Basisbetrag, auf den sich dieser Prozentsatz bezieht, kann ganz unterschiedlich sein. Deshalb können 50 Prozent Erstattung in der einen Zahnzusatzversicherung mehr wert sein als 100 Prozent in der anderen.

In manchen Tarifen erstattet der Versicherer beispielsweise 50 Prozent des gesamten Rechnungsbetrags. Andere orientieren sich allein am Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse und verdoppeln diesen. Die prozentuale Kostenerstattung ist in der Regel nicht auf einen maximalen Rechnungsbetrag begrenzt. Bei solchen Versicherungen sollte man genau abwägen.

 

Zu beachten ist, dass der private Versicherungsschutz oft nicht sofort nach Abschluss der Police eintritt (Sperrfrist) und Erstattungsbegrenzungen nach Leistungsstaffeln meist über mehrere Jahre hinweg existieren. Verschiedene Versicherungsgesellschaften legen sogar dauerhafte jährliche Obergrenzen für Erstattungsbeträge fest. Solche Tarife kommen kaum für aufwendige Gebisssanierungen oder Versorgungen in Betracht.

Die fairste Lösung für den Patienten ist, wenn der Versicherer sich auf den tatsächlichen Rechnungsbetrag bezieht und die Leistung der Kasse so weit aufstockt, bis 80 Prozent, 90 Prozent oder - das ist selten - 100 Prozent der Rechnung bezahlt sind. Äußerst sinnvoll ist die Mitversicherung der Erstattung von prophylaktischen Leistungen, wie etwa die professionelle Zahnreinigung.

772160768883768884768885772161 772162 771999
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare