Praxisgründer

Auf der Suche nach der Idealbesetzung

Die Suche nach kompetenten Mitarbeitern gestaltet sich für viele Zahnärzte als schwierige Mission. Christian Henrici spricht im Interview über ungewöhnliche Wege im Recruiting, die ideale Stellenanzeige und flexible Selbstbilder.

Ein gutes, motiviertes Team ist Voraussetzung für den reibungslosen Praxisablauf. Was gilt es bei der Personalsuche zu beachten? Robert Kneschke - Fotolia

Über welche Kernkompetenzen sollte eine ZFA verfügen?

Christian Henrici: Je nachdem, ob die ZFA vermehrt in der Assistenz am Stuhl tätig ist, oder ob ihr Aufgabenschwerpunkt in der Verwaltung oder an der Rezeption liegt, stehen unterschiedliche Fähigkeiten im Vordergrund. Als Teil eines eingespielten Behandlungsteams muss sie beispielsweise wissen, welche Schritte folgen und die entsprechenden Instrumente und Materialien vorbereiten. Relevant sind demnach unter anderem eine schnelle Auffassungsgabe, vorausschauendes Denken und Teamfähigkeit.
An der Rezeption ist die ZFA die erste Ansprechpartnerin für Patienten und damit das „Gesicht“ der Praxis, nimmt jedoch auch organisatorische Pflichten wahr. Eine Rolle spielt in diesem Zusammenhang der gewissenhafte Umgang mit Zahlen und Daten. Zum Beispiel bei der zahnärztlichen Abrechnung, der Patientenverwaltung oder einer möglichst zeitökonomischen Terminvergabe. Darüber hinaus sind die Anforderungen bezüglich der „Soft Skills“ entscheidend – ein besonderes Gespür für Menschen. Dies ist insbesondere dann ausschlaggebend, wenn der Praxisbetreiber nicht nur fachlich überzeugen will, sondern eine herausragende Servicekultur implementieren möchte. Möglich ist ein solches Vorhaben nur mit sozial kompetenten Angestellten, die sicher und freundlich auftreten, sodass sich die Patienten gut betreut und wertgeschätzt fühlen.

Welche Kanäle bieten sich für die Personalsuche an?

Generell gilt: Wer außergewöhnliche Mitarbeiter sucht, tut gut daran, ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Wenn ein Zahnarzt beispielsweise gerne eine ZFA einstellen möchte, die fachlich überdurchschnittlich interessiert ist und die sich deshalb aus eigener Initiative weiterbildet, kann es sinnvoll sein, eine Anzeige in einer Fachzeitschrift, anstatt in der Tageszeitung zu schalten – durchaus auch in einem Medium, das Zahnärzte zu seinen Lesern zählt. Auf diese Weise erhält die Praxis Resonanz von Bewerberinnen, die wissen möchten, wovon ihr Chef spricht.

 

Wer außergewöhnliche Mitarbeiter sucht, tut gut daran, ungewöhnliche Wege zu beschreiten.

Christian Henrici

 

Oft übersehen Zahnärzte eine naheliegende Option, qualifiziertes Personal anzuwerben: die eigenen Angestellten. Es lohnt sich immer, eine verdiente Mitarbeiterin direkt zu fragen, ob sie eine Kollegin kennt, die gut zum Team passen würde. Nicht selten kennt diese eine ZFA, die eine neue Praxis sucht, oder eine vielversprechende Auszubildende, die in einer anderen Praxis nicht übernommen werden konnte. Die klassische Stellenanzeige in der Tageszeitung kann natürlich ebenso hilfreich sein. Ausschlaggebend für den Erfolg ist hierbei allerdings die Formulierung.

Wie genau sieht eine ideal formulierte Stellenanzeige aus?

Gerade bei Anzeigen kommt es bei den Informationen, die vermittelt werden sollen, nicht auf die Menge an, sondern darauf, die richtigen Bewerberinnen anzusprechen. Oft verschwenden Zahnärzte den Platz, der ihnen zur Verfügung steht, mit inhaltsleeren Worthülsen. Dass die zukünftige neue Mitarbeiterin „belastbar“ und „teamfähig“ sein soll, versteht sich von selbst. Stattdessen sollte der Anzeigentext Besonderheiten, eventuelle Behandlungsschwerpunkte oder eine individuelle Praxisphilosophie herausstellen. Wer bestimmte Ziele hat und für deren Umsetzung Mitarbeiter mit speziellen Qualifikationen benötigt, sollte dies auch gezielt kommunizieren. Wenn die Praxis für Mitarbeiter, die Einsatz zeigen, besondere Entwicklungsmöglichkeiten oder andere Vorteile bietet, gehören diese Informationen ebenfalls in den Text. Auf diese Weise investieren Zahnärzte die verhältnismäßig hohen Kosten nicht nur in gutes Personal, sondern auch in wirksame Imagewerbung.