Praxisgründer

Chef – wie geht das?

Führungskompetenz: Ihre Stärken sind gefragt. [M]_zm-© lassedesignen - Fotolia

Wie funktioniert Führung?

Damit Sie Ihre Arbeit als Boss richtig machen, brauchen Sie zunächst ein Handlungskonzept der Menschenführung. Es ist natürlich nicht egal, wie Sie diese Arbeit beginnen oder durchführen. In vielen Führungsseminaren wird auf die Frage: „Was ist die erste Aufgabe, die ein Chef zu erfüllen hat?“ mit dem Satz geantwortet: „Er muss seine Mitarbeiter motivieren!“ Und das ist falsch.

Ihre erste Aufgabe ist, Mitarbeiter tüchtiger zu machen. Da die Anforderungen an die Qualifikation aller ständig steigen, ist es nur logisch, in den Anstrengungen niemals nachzulassen, die eigenen Leute zu qualifizieren.

Für Sie als Führungskraft bedeutet das, dass Sie für jede Mitarbeiterin ständig den Status überprüfen müssen: Hat diese konkrete Mitarbeiterin genau die Qualifikation, die sie zur Erledigung der gedachten Aufgabe braucht? Antwort: Ja – dann haben Sie alles richtig gemacht. Antwort: Nein – dann müssen Sie gemeinsam mit ihr festlegen, welcher nächste Schritt der Aus- oder Fortbildung unternommen werden muss.

Außerdem ist natürlich die Frage zu beantworten: Habe alle Mitarbeiterinnen gemeinsam das Potenzial, um die Aufgaben der Zukunft zu erledigen?

Wenn die Maßnahmen zur Qualifikation geleistet wurden, dann folgt der nächste Aufgabenschritt – und das ist dann tatsächlich die Motivation. Darunter ist zunächst nichts anderes zu verstehen, als die Mitarbeiter zur Mitarbeit zu gewinnen. Man muss Menschen die Möglichkeit geben, dass sie Gründe für das eigene Handeln finden können. Nichts anderes ist Motivation.

Wenn jetzt Ihre Mitarbeiterinnen qualifiziert und motiviert sind, dann gehen Sie mit ihnen den nächsten Schritt. Das Ziel ist die Fähigkeit zur Kooperation: der Versuch, ihre Zusammenarbeit zu verbessern. Erst jetzt kann nämlich so etwas wie ein Team entstehen. Es ist doch klar: Schlecht ausgebildete Leute mit schlechter Laune können nicht zusammenarbeiten!

Verantwortung delegieren

Wenn das Spiel der Zusammenarbeit klappt, dann folgt ein ganz wichtiger Schritt:
Jetzt können Sie die Prinzipien der Delegation einführen. Jetzt können Sie Verantwortung delegieren. Achtung: Hier gibt es häufig ein Missverständnis: Wenn Sie Aufgaben zuordnen, dann delegieren Sie diese nicht, sondern Sie verteilen diese lediglich – mehrheitlich nach sachlichen Überlegungen. Der Unterschied zwischen „Aufgaben zuordnen“ und „Aufgaben delegieren“ liegt in der Durchführungs-Kompetenz. Die entscheidende Form der Delegation ist die der Verantwortung für die Art und Weise der Durchführung und Erledigung. Beispiel: Blumenschmuck an der Rezeption. Wenn Sie entscheiden, welche Blumen in welcher Farbe zu welchem Preis präsentiert werden sollen, dann teilen Sie eine Aufgabe zu. Wenn Sie hingegen lediglich gemeinsam festlegen, dass Blumenschmuck schön ist, und im Monat nicht mehr als 200 Euro ausgegeben werden sollen, dann kann Ihre Mitarbeiterin frei entscheiden: Farbe, Sorte, Schnitt- oder Topfblume. Und jetzt kommt‘s: Solange das Budget nicht überschritten wird, haben Sie alle Entscheidungen Ihrer Mitarbeiterin zu akzeptieren!

Haben Sie diese Etappe erreicht, folgt im nächsten Schritt die Aufgabe, die Lernbereitschaft zu steigern. Wir reden zwar häufig und gerne vom lebenslangen Lernen, vergessen aber allzu leicht die Voraussetzung dazu. Lernbereitschaft ist dann gegeben, wenn Möglichkeiten zur Fortbildung aktiv gesucht werden, wenn bei Fehlern keine Verteidigungsstrategie entwickelt, sondern neugierige Ursachenforschung betrieben wird. Das setzt allerdings ein Führungsklima voraus, das frei von Schuldzuweisungen ist. Wenn Sie diesen Teil Ihrer Führungsaufgabe richtig machen, wartet die letzte Etappe auf Sie.

Sie müssen Ihre Mitarbeiterinnen auf die Zukunft vorbereiten. Unter Zukunft ist hier nicht nur der nächste Plan einer Gesundheitsministerin zu verstehen. Es geht vor allem um die Entwicklungen im Markt und in der Zahnmedizin, auf die der Fokus zu richten ist. Sie haben nur dann ein angstfreies Klima in Ihrer Praxis, wenn Ihre Mitarbeiter sich sorgenfrei bewegen können. Niemand erwartet, dass Sie behaupten: „Alle Arbeitsplätze sind sicher!“ Aber was erwartet wird, ist Ihre Bereitschaft, den Weg in die Zukunft zu finden. Dann werden Ihnen Ihre Mitarbeiterinnen angstfrei folgen.