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So führen Sie das ideale Einstellungsgespräch!

Die Chemie muss stimmen, wenn es darum geht, einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Aber wie findet man heraus, welcher der Bewerber der richtige ist? Ein Leitfaden fürs Bewerbungsgespräch.

Team gesucht! Überlegen Sie vorher, was die gesuchte Person mitbringen sollte. © mast3r - Fotolia

Die Einstellung von gutem Personal gehört seit je her zu den größten Herausforderungen für Führungskräfte. Zusätzlich erreichte die Zahnarztpraxen in den vergangenen Jahren der so genannte Kampf um Talente. Bewerber sind rar geworden. Deshalb können sie sich Praxis und Job in den meisten Fällen aussuchen.

Weil Recruitment keine einseitige Angelegenheit mehr ist, müssen sich Zahnarztpraxen als attraktive Arbeitgeber verkaufen – und Bewerber diese Haltung im Einstellungsgespräch auch spüren. Umso wichtiger ist es, sich im Vorwege darüber klar zu werden, was für eine Person für eine neu zu besetzende Stelle gebraucht wird.

Die Vorbereitung des Einstellungsgesprächs, dessen strukturierte Führung sowie eine verbindliche und transparente Nachbereitung sind die zentralen Pfeiler, auf denen eine erfolgreiche Neueinstellung ruht. Fehler kosten Zeit, Nerven und oft auch sehr viel Geld. Der folgende Überblick beschreibt, was Zahnärzte und Führungskräfte bei einem Einstellungsgespräch beachten sollten. Die Punkte gelten allgemein für die Einstellung von Auszubildenden, Praxismitarbeiterinnen oder Assistenzärztinnen und -ärzten.

Gute Vorbereitung aufs Gespräch

 

Bevor eine Stelle ausgeschrieben wird, sollte der Zahnarzt oder die für die Einstellung zuständige Führungskraft wissen, was für eine Person für die auszuschreibende Stelle gesucht wird. Dazu gehört eine eindeutige Stellenbeschreibung. Außerdem sollte für das Einstellungsgespräch Klarheit über folgende Fragen herrschen:

 

  • Welche Kompetenzen muss die Person haben?
  • Was für ein Typ Mensch muss sie sein?
  • Was muss die Person mitbringen, um in unser Team zu passen?
  • In welchem Rahmen soll das Gehalt liegen?

 

Die Bewerbungen sind gesichtet, eine Vorauswahl ist getroffen. Nun beginnt die eigentliche Vorbereitung aufs Einstellungsgespräch. Dessen Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild der Bewerber zu erhalten.

 

  • Lesen Sie die Unterlagen: Welche Motivation geht aus dem Anschreiben hervor? Wie aussagekräftig ist der Lebenslauf?
  • Machen Sie sich Notizen
  • Überlegen Sie sich vorab Fragen

 

Tipp: Zeit ist knapp. Deshalb sollten Zeugnisse nachrangig behandelt werden. Ihre Aussagekraft ist beschränkt. Das gleiche gilt für Anmerkungen etwa zur Persönlichkeit oder Stärken und Schwächen der Bewerber. Man weiß hier nicht, ob der Verfasser die Zeugnissprache überhaupt kannte oder ob das Zeugnis mit rechtlichen Mitteln eingeholt wurde. Am Ende zählt der eigene Eindruck.

 

Das Einstellungsgespräch

 

Vier Augen und Ohren sehen und hören mehr als zwei. Daher sollten immer zwei Personen das Gespräch führen und sich zuvor absprechen, wer welche Fragen stellt.
Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild des Bewerbers zu erhalten. Um im Einstellungsgespräch viel über die Person zu erfahren, hat – nach einer kurzen eigenen Vorstellung – der Bewerber das Wort. Über diese Punkte sollte dabei Klarheit erzielt werden:

Innere Einstellung:

  • Warum wurde dieser Beruf gewählt?
  • Wie muss der Job sein, damit es Ihr Traumjob ist?
  • Was müsste passieren, damit Sie in der Probezeit merken, die Entscheidung für diese Praxis war richtig?
  • Wo wollen Sie in zwei Jahren stehen? Aber: Wenn die Person dann antwortet, sie sieht sich zu diesem Zeitpunkt einem anderen Posten, ist sie die falsche! Denn sie soll genau für die ausgeschriebene Stelle brennen.

 

Wechselmotivation:

  • Aus welchem Anlass wollen Sie wechseln?
  • Aus welchem Grund möchten Sie gerade bei uns arbeiten?

 

Aufgaben:

  • Welche Aufgaben machen Sie besonders gerne / gut? - Hier gilt es herauszufinden, ob die Person für die vorgesehenen Aufgaben geeignet ist. Beispielsweise muss ein Mitarbeiter am Empfang mit Menschen umgehen können. Ein Bewerber, der sagt, dass er am liebsten allein arbeitet, ist dann die falsche Besetzung.

 

Persönlichkeit:

  • Statt direkt danach zu fragen: „Wo liegen Ihre Stärken?“, führen auch Fragen zum Ziel wie: „Wenn ich Ihre jetzigen Vorgesetzten / Kollegen / Partner fragen würde, was sie besonders an Ihnen schätzen, was wäre das?“
  • Was sind Ihre Macken? Worauf müssen wir uns einstellen? - Diese Fragen zielen auf das Reflexionsvermögen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen oder präziser: Entwicklungsfelder. Wer allerdings von sich behauptet, er oder sie sei schon voll entwickelt, hat kein Potenzial mehr und ist ungeeignet.

 

 

Spezielle Fragen für die Einstellung von Führungskräften  

 

 

  • Was ändert sich in Ihrem Arbeitsalltag, wenn Sie Führungskraft sind?
  • Wie würden Sie Ihren ersten Tag als Führungskraft gestalten?
  • Was würden Sie machen, um gut in Ihre Führungsrolle hineinzukommen?
  • Was würden Sie tun, um einen Konflikt zu lösen?
  • Wie würden Sie damit umgehen, wenn Sie nicht mehr ganz zum Team gehören?
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