Praxisgründer

Das kleine 1x1 der Hygiene - Teil 1

Die Standards sind hoch, die Vorschriften zahlreich. Durchblick im Dschungel der Hygienebestimmungen.

Hygiene wird in Zahnarztpraxen groß geschrieben. Doch welche Verordnungen gelten genau? [M]_zm-© Irina Brinza - Fotolia

Vorschriften, die sich mit Hygiene befassen, gibt es reichlich. Wenn beschriebenes Papier eine wirksame Barriere gegen Infektionserreger wäre, stünde in Deutschland alles zum Besten. Dabei ist eines klar: Die Hygiene in unseren Praxen hat ein anerkannt hohes Niveau. Das ist gut so. Allerdings scheint die Politik davon nicht restlos überzeugt. Ganz im Gegenteil: Neben die bekannte Überwachung nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) ist neuerdings in einigen Bundesländern die Überwachung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) getreten. Umso wichtiger ist es, sich gründlich mit dem kleinen Einmaleins der Hygiene zu befassen. Dies erleichtert die Umsetzung der zahllosen Vorschriften und schafft Sicherheit im Falle der Überwachung. Nachfolgend beginnen wir mit der Überwachung nach IfSG. Es folgt die Überwachung nach dem MPG und seinen Nebenbestimmungen.

Überwachung der Infektionshygiene nach IfSG

 

Die Überwachung der Infektionshygiene erfolgt in den einzelnen Bundesländern durch unterschiedliche Behörden. In NRW ist es die „Untere Gesundheitsbehörde“ (Gesundheitsamt), in anderen Bundesländern (beispielsweise Niedersachsen) sind die Gewerbeaufsichtsämter zuständig. Erkundigen Sie sich bei ihrer Zahnärztekammer.

Rechtsgrundlagen der Überwachung sind im Wesentlichen:

  • Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • Hygieneverordnungen der Länder
  • RKI- Empfehlung 4/2006 „Infektionsprävention in der Zahnarztpraxis-Anforderungen an die Hygiene“
  • Usw. (z.B. Arbeitsschutzvorschriften wie TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe ...“)

 

Betroffen sind u. a.:

  • Krankenhäuser
  • Einrichtungen für ambulantes Operieren
  • Tageskliniken
  • Arzt- und Zahnarztpraxen

 

Zu unterscheiden ist dabei eine „Kann“- und eine „Muss“- Überwachung.