Praxisgründer

Das kleine 1x1 der Hygiene - Teil 2

Die Hygienebestimmungen in Zahnarztpraxen sind umfangreich. Was gilt es zu beachten bei der Praxisorganisation - und bei einer eventuellen Begehung?

Hygiene wird in Zahnarztpraxen groß geschrieben. Welche Checklisten sollten Sie beachten? Rodja - Fotolia

Überwachung der Aufbereitung von Medizinprodukten nach dem MPG und seinen Nebenbestimmungen

 

Rechtsgrundlagen für die Überwachung der Aufbereitung von bestimmungsgemäß keimarm oder steril zur Anwendung kommenden Medizinprodukten sind im Wesentlichen:

 

  • MPG
  • Medizinprodukte- Betreiberverordnung (MPBetreibV)
  • Medizinproduktesicherheitsplanverordnung (MPSV)
  • KRINKO/BfArM-Epfehlung 10/2012
  • Zahlreiche DIN-Normen

 

Die Möglichkeit zur Überwachung besteht seit 2002. In NRW sind dafür die Bezirksregierungen, in anderen Bundesländern beispielsweise die Gewerbeaufsichtsämter zuständig. Die Begehungspraxis wird nach Art, Umfang und Inhalt im jeweiligen Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Fragen Sie Ihre Zahnärztekammer. Auch der Prozentsatz der jährlich geprüften Praxen ist nicht einheitlich, auch wenn mit der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des MPG  (MPGVwV) eine Vereinheitlichung angestrebt wird.

Durchführung der Überwachung
Begehungen werden (außer bei anlassbezogenen) schriftlich angekündigt. Bei nachvollziehbaren Gründen des Praxisinhabers ist eine Verschiebung möglich. Am Tag der Begehung (meist nach Absprache außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten) kommt der Vertreter der Behörde in die Praxis und führt die Begehung (nach Checkliste) durch. Dies geschieht in Anwesenheit des Praxisinhabers und seiner Hygienebeauftragten. Der Zahnarzt kann Fragen stellen und erhält im Regelfall auch eine kleine Beratung und Erläuterungen, was „besser“ gemacht werden kann. Wesentliche Grundlage der Überwachung ist die KRINKO/BfArM- Empfehlung 10/2012, die unbedingt zur Beachtung empfohlen wird (einfach unter Suchbegriff „KRINKO/BfArM- Empfehlung 10/2012“ „googlen“).

Folgende Fragestellungen können beispielsweise auftauchen:

Allgemeine organisatorische Fragen

  • Tätigkeiten, die in der Praxis ausgeführt werden, z.B. Kons, zahnärztliche Chirurgie, PAR, Endo, Implantate?
  • Wie viele Behandelnde (Zahnärzte) hat die Praxis?
  • Wie viele Mitarbeiter(innen) hat die Praxis?
  • Wer ist federführend seitens der Behandelnden für die Aufsicht der Aufbereitung verantwortlich?
  • Wer ist federführend seitens der Mitarbeiter(innen) für die Aufbereitung verantwortlich?
  • Welche Qualifikation hat dieser Personenkreis (Qualifikation als ZFA reicht; Achtung: In manchen Bundesländern werden erhöhte Anforderungen gestellt: Fragen Sie Ihre Kammer)

 

 

Checkliste Praxisbegehung

 

Nach erfolgter Begehung erhält die Praxis ca. 14 Tage bis 3 Wochen später eine Liste mit Einstufung der festgestellten Mängel (kritische Mängel, schwerwiegende Mängel, Mängel) und muss dann (je nach Bundesland ggf. einen Maßnahmenkatalog erstellen und) die Mängel innerhalb der gesetzten Fristen abstellen. So kann der Zahnarzt etwa die Auflage erhalten, bis zum x.x. die Erstvalidierung und/oder Revalidierung seines Sterilisators und/oder Thermodesinfektors nachzuweisen.
Wenn sämtliche Mängel fristgerecht abgestellt sind, erhält die Praxis einen abschließenden Bescheid mit entsprechenden Gebühren. Mit Zahlung der Gebühr ist das Verfahren beendet.