Praxisgründer

Praxisorganisation und Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement macht Sinn. Es erhält den Spaß am Beruf, tut den Patienten etwas Gutes und hilft dabei, wirtschaftlich zu überleben. Eine Richtschnur für smarte Ziele in der Praxis.

QM ist eine Teamaufgabe, die den Praxisalltag entlastet. Nedjo - Fotolia

Zahllose Vorschriften aus den unterschiedlichsten Rechtsgebieten bestimmen den Alltag in der Zahnarztpraxis. Manche erfüllt der Praxisinhaber, ohne dass ihm dies bewusst ist. Andere Vorschriften kennt er bereits seit Jahren genau. Dazu gehören das Medizinproduktegesetz, die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Beratung, die Qualitätssicherung beim Röntgen, die vertragszahnärztliche Pflichtfortbildung oder sogenannte Maßnahmen der Kompetenzerhaltung, wie z.B. die gesetzlich vorgeschriebene Erneuerung der Fachkunde im Bereich des Röntgens. Sie binden finanzielle und zeitliche Ressourcen des Praxisinhabers.

Hinzu kommt noch die für Vertragszahnärzte seit 31.12.2006 bestehende Verpflichtung, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen und weiterzuentwickeln. Wahrlich kein Grund zum Jubeln, könnte man meinen. Qualitätsmanagement - richtig verstanden - macht aber durchaus Sinn. Jede gut geführte Zahnarztpraxis erfüllt bereits zu etwa 90 - 95 % die Anforderungen moderner Qualitätsmanagementsysteme. Was fehlt, ist in den meisten Fällen nur eine systematische Dokumentation. Diese ist aber schon allein aus Gründen der Selbstabsicherung des Zahnarztes nötig.

Vorteile eines Qualitätsmanagementsystems

 

Praxen, die bereits aus eigener Initiative ein QM eingeführt haben, nennen als besondere Vorteile:

 

  • eindeutige Gestaltung der organisatorischen Abläufe
  • kontinuierliche Verbesserung der festgelegten Abläufe und Beherrschung der Prozesse
  • Förderung des Qualitätsbewusstseins
  • Vermeidung von überflüssigen Arbeiten
  • Entlastung von wiederkehrenden Vorgängen
  • erleichterte Einarbeitung von Mitarbeiterinnen
  • verbesserte Patientenzuwendung
  • gesteigerte Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen
  • gesteigerte Patientenzufriedenheit und
  • verbesserte interne und externe Kommunikation.

 

 

Moderne Qualitätsmanagement bestimmende Parameter

 

Moderne QM-Systeme sind

 

  • prozessorientiert
  • mitarbeiterorientiert und
  • patientenorientiert.

 

Weitere Kennzeichen sind der „Qualitätskreislauf“ oder „PDCAZyklus“ (Plan-Do-Check-Act) und das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung.

 

 

Prozessorientierung

 

Praxen sind gegenwärtig häufig nach Funktionen gegliedert

  • Anmeldung/Terminvergabe
  • Verwaltung
  • Untersuchung
  • Behandlung und
  • Materialverwaltung.

 

Prozesse bündeln und strukturieren demgegenüber funktionsübergreifende Aktivitäten. Sie haben einen Anfang und ein Ende. Prozesse beschreiben die wesentlichen Aufgaben einer Praxis.

Anlagen zur Prozessbeschreibung sind

  • Verfahrensanweisungen
  • Arbeitsanweisungen
  • Checklisten und
  • Dokumente.

 

Verfahrensanweisungen legen die Art und Weise fest, wie eine Tätigkeit oder ein Prozess auszuführen ist. Arbeitsanweisungen ergänzen den Prozess und beschreiben einzelne Arbeitsschritte detailliert. Checklisten dienen als Fragenkatalog, anhand derer geprüft werden kann, ob alle geforderten/notwendigen Dinge vorhanden sind (z.B. Checklisten zur Vorbereitung des Arbeitsplatzes bei bestimmten Behandlungen) oder ob alle Arbeiten erledigt sind (z.B. Checkliste für das Besprechen des Anrufbeantworters im Rahmen des Notfalldienstes oder im Urlaubsfall). Dokumente können nach Vorgabe und nach Nachweisdokumenten unterschieden werden. Vorgabedokumente enthalten Forderungen und Anweisungen, nach denen zu verfahren ist. Nachweisdokumente enthalten Ergebnisse.