Praxisgründer

Brauche ich einen Designer im Team?

Wer mit einem Designer zusammenarbeitet, wird sich frühzeitig über die eigene Positionierung klar: Was Ihre Praxis von anderen abhebt. In sieben Schritten zum professionellen Corporate Design.

Ein öffentlicher Auftritt mit Wiedererkennungswert - das ist Corporate Design. [M]_zm-© Trueffelpix - Fotolia

In Deutschland gibt es derzeit rund 45.000 Zahnarztpraxen ­– ein für die Patienten riesiges Angebot. Da fällt die Wahl nicht leicht! Besonders, weil immer mehr Praxen gleiche Leistungen in ähnlicher Qualität anbieten.

Zudem sind die Ansprüche der Patienten gestiegen. Durch das Internet sind sie viel besser informiert als früher, viele besuchen vor dem Erstkontakt die Praxishomepage. Die Außendarstellung einer Zahnarztpraxis muss sich dem anpassen. Die fachliche Kompetenz und die Qualität der Arbeiten müssen nach außen sichtbar gemacht werden, um das Vertrauen der Patienten zu gewinnen.

Ein professionelles Corporate Design trägt nachweislich zum Erfolg einer Praxis bei. Dabei geht es nicht nur um die Neupatientengewinnung, sondern auch und besonders um die Patientenbindung, denn gerade die Bestandspatienten sind wichtige Multiplikatoren. Zusätzlich trägt ein modernes Corporate Design intern zur Steigerung der Attraktivität einer Praxis bei ­– es steigert die Identifikation der Mitarbeiter und hilft, geeignetes und besseres Personal zu gewinnen.

Aber was bedeutet Corporate Design eigentlich?

Der Begriff Corporate Design meint das gesamte visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens. Corporate Design ist folglich mehr als ein Logo. Es besteht außerdem aus einem prägnanten Typografie- und Farbkonzept sowie einer durchgängigen Bildsprache. In der Layout-Systematik werden die Elemente vereint, deren Zusammenspiel wird festgelegt. Ein ganzheitliches Corporate Design spiegelt sich in allen Print- und Online-Anwendungen sowie in den Praxisräumlichkeiten wider.

Wie entsteht ein Corporate Design für eine Zahnarztpraxis ?

Egal ob Neugründung, Übernahme oder Facelift einer bestehenden Praxis, bewährt hat sich bei der Entwicklung eines neuen Corporate Design nach unserer Erfahrung folgende Struktur:

Persönliches Kennenlernen und Briefing erstellen
An erster Stelle muss ein persönliches Kennenlernen stehen, bei dem in einem Gespräch die Anforderungen an die Praxis erarbeitet werden.

Markenworkshop
In einem Markenworkshop wird gemeinsam mit dem Auftraggeber eine individuelle Positionierung der Praxis erarbeitet. Ziel ist, eine sich vom Wettbewerb differenzierende, unverwechselbare Markenpersönlichkeit herauszuarbeiten und die Basis für die Ausrichtung der Praxis zu definieren. Im Fokus sind dabei der Standort, der Wettbewerb und die Zielgruppe. Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Praxis werden beleuchtet. Gesucht wird die Antwort auf die Frage, warum man gerade in dieser Praxis Patient werden sollte.

Konzept und Corporate-Design-Entwürfe
Aufbauend auf den Ergebnissen aus dem Workshop wird ein Konzept entwickelt und ein grundlegendes Design definiert. Methodisch sinnvoll ist die Herausarbeitung, Präsentation und gemeinsame Diskussion zweier möglicher Gestaltungsansätze. Im Vergleich offenbaren sich schnell die eigenen Präferenzen.

Ausarbeitung, Umsetzung und Produktion
Nachdem der favorisierte Entwurf gefunden wurde, wird das Corporate Design ausgearbeitet. Visitenkarten, Briefpapier und die Praxismedien werden angelegt und produziert. Dabei macht ein individueller Terminzettel den kleinen, aber feinen Unterschied zu einem Standard-Terminzettel mit Fremdwerbung aus. Das Design wird außerdem für die Einbindung in die jeweilige Praxissoftware optimiert. Farbig abgestimmte Praxis-Shirts mit Logostick setzen den stimmigen Gesamtauftritt fort.

Kommunikation im Raum
In den Praxisräumlichkeiten selbst spiegelt sich das erarbeitete Corporate-Design-Konzept in Farben, Materialien und der Formensprache wider. Von der Beschilderung bis zum 3-D-Logo hinter dem Empfangstresen ergibt alles ein einheitliches Gesamtbild. Der Patient erkennt das Corporate Design wieder, sobald er die Praxis betritt, unabhängig davon, ob er schon einmal da war oder ob er bislang nur eine Imageanzeige, die Visitenkarte oder die Website kennt.

Fotoshooting
Zu einem ganzheitlichen Corporate Design gehört ein professionelles Fotoshooting in der Praxis. Im Fokus steht dabei die authentische Darstellung der Tätigkeit – die Bilder dürfen nicht künstlich und gestellt wirken. Sympathische Porträts der Behandler und Mitarbeiter sind essentiell, denn die meisten Neupatienten möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben werden. Einladende, moderne Fotos der Praxisräumlichkeiten runden den ersten Eindruck ab.

Website
Auf der Website werden alle erarbeiteten Corporate-Design-Elemente vereint und mit einem Suchmaschinen-optimierten (SEO) Text kombiniert. Die Website liefert Informationen über die Philosophie, das Leistungsspektrum, das Team, die Sprechzeiten und den Kontakt inklusive Anfahrt via Google-Maps-Einbindung. Neueste Programmierstandards wie Responsive Design haben dabei oberste Priorität: So ist zum Beispiel die Darstellung der Praxiswebsite auf das jeweilige Endgerät (Laptop, Tablet oder Smartphone) optimiert. So eine Website sollte Hauptbestandteil einer modernen Praxis sein. 44,5 Millionen Deutsche sind täglich online und jeder Dritte davon recherchiert seinen Arzt im Internet. Deshalb liegt die Neupatientengewinnung mithilfe der Website heute nahezu gleichauf mit dem traditionellen Empfehlungsmarketing.

Design mit Charakter

Der erste Eindruck ist entscheidend! Dabei ist ein professionelles Corporate Design einer Zahnarztpraxis viel mehr als der Ausdruck des persönlichen Geschmacks oder Stils des Inhabers. Es ist vielmehr Ausdruck der klaren Praxispositionierung und die visuelle Darstellung der individuellen Markenpersönlichkeit. Von der Zeitungsanzeige über die Website und die Praxisräumlichkeiten bis hin zum Terminzettel und zur Visitenkarte muss ein einheitliches und professionelles Gesamtbild entstehen, das wiedererkennbar ist und – Vertrauen schafft.