Praxisgründer: Standort finden

Was für ein Existenzgründertyp bist Du?

Ob eher der Macher-Typ oder von Zweifeln geplagt - jeder Charakter kann ein erfolgreicher Praxisgründer werden.

Ihr Typ ist gefragt. Egal, wie Sie das Projekt Existenzgründung angehen. © Rudie - Fotolia

Schon klar, jeder macht sein Ding. Jeder träumt von „seiner“ Praxis. Und jede Praxis ist auch einzigartig – geht es doch darum, sein Alleinstellungsmerkmal in der Praxislandschaft zu finden. Gute Spezialisten können gerade dabei helfen, das individuelle Profil zu schärfen.
Doch gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass Praxisgründer sich auch typisieren lassen. Verschiedene Menschen machen dieselben Fehler. So kristallieren sich bei der Draufsicht auf den Bereich der Praxisgründungen und -übernahmen eben wiederkehrende Typen heraus.
Diese Typen sind im Folgenden gewiss holzschnittartig etwas übertrieben dargestellt, aber so findet sich jeder (zumindest teilweise) wieder. Dabei soll in keiner Weise auf die einzelne persönliche Entscheidung Einfluss genommen werden – idealerweise gibt es aber das eine oder andere Aha-Erlebnis.

Der Macher

… begibt sich direkt nach dem Entschluss, sich selbstständig zu machen, auf die Suche nach dem geeigneten Standort. Dabei hat er wenige, aber genaue Anforderungen an ein geeignetes Objekt. Er beschäftigt sich meist schon seit dem Studium mit der eigenen Praxis und sieht seine gesamte Ausbildung als Vorbereitung auf die Zeit als Praxisinhaber.

Seine Suche dauert nicht besonders lange, da er sehr entschlossen agiert und eher die positiven Eckdaten sieht. Er sollte sich jedoch ruhig ein wenig mehr auf die Details konzentrieren und seine Euphorie bremsen. Er entwickelt sein Praxiskonzept an den Rahmenbedingungen, die ihm sein Standort vorgibt und daran, was er in seiner bisherigen Karriere gelernt und gesehen hat. Und er neigt eher dazu, sein Behandlungsspektrum breit zu gestalten, was ihn gerade am Beginn der Praxisphase vor Probleme stellen kann. Ein von Anfang an klares Konzept ist hier der bessere Ansatz.

Der Erfolg stellt sich gerade am Anfang eher schleppend ein, da viele Abläufe unter Zeitmangel eingerichtet wurden und der Gründer den Aufwand der Verwaltungs- und Behandlungstätigkeiten ein wenig unterschätzt hat. Durch ein lösungsorientiertes Handeln und schnell getroffene Entscheidungen schafft er es jedoch, sich zügig aus der Situation zu befreien.

Der Befangene

… ist mit seiner aktuellen Situation nicht mehr glücklich und sieht die Existenzgründung als Ausweg. Vielleicht ist es manchmal auch ein verspürter Druck, sich selbstständig machen zu müssen. Er schiebt den Zeitpunkt gerne weiter nach hinten und sucht für sich selber nach Vorwänden, um die Existenzgründung hinauszuschieben. Er ist sehr häufig örtlich gebunden und sucht im engen Kreis um seinen Wohnort. Dies erschwert die Suche zusätzlich.

Er schaut sich über einen langen Zeitraum alle Objekte und Möglichkeiten des Marktes an und spielt alle möglichen Optionen durch. Er hat Schwierigkeiten, sich zu entscheiden und findet oft irrationale Gründe gegen ein Objekt, denn er sieht eher die negativen Aspekte, für die er keine Lösungen hat. Er neigt dazu, die Investitionen niedrig zu halten und sieht den Einsatz von Fremdkapital eher als Belastung. Wachstum findet selten bis gar nicht statt.

Wenn er sich nach längerer Suche für den geeigneten Standort entschieden hat, können verzögert getroffene Entscheidungen seinen Zeitplan nach hinten werfen. Schafft er es jedoch, in dieser Phase stetig voranzukommen und auch den Anfang erfolgreich zu meistern, ist sein Erfolg konstant, jedoch stets gefährdet. Mehr Mut und Risikobereitschaft täten ihm gut!

Der Konzeptionist

… wusste sehr früh, was er will und was nicht. Durch gezielte Fortbildungen, die Auswahl seiner Ausbildungspraxis und hohen Einsatz hat er sich im Laufe seiner Karriere ein klares Bild machen können, wie er „seine“ Zahnmedizin praktizieren möchte. Ein geeigneter Standort muss zu seinem Konzept passen und nicht andersherum. Ebenso braucht er die dazu passende Zielgruppe. Hohe Erwartungen und Anforderungen können die marktüblichen Praxen nicht erfüllen, weshalb er häufig auch überregional sucht oder aber eine Neugründung prüft.

Sobald ein passendes Objekt gefunden ist, werden schnelle Entscheidungen getroffen und bereits vorbereitete Schritte greifen. Hohe Investitionen scheut er nicht, solange sie sich für ihn amortisieren oder er dadurch ein Alleinstellungsmerkmal erhält. Er neigt dazu, sehr viel Wert auf Optik und Status zu legen.

Sein Erfolg stellt sich meist sehr schnell ein und durch Wachstum und Innovationen bleibt er konstant. Allerdings sollte er manchmal etwas zurückhaltender und bedachter agieren, denn ein zu schnelles Wachstum kann auch negative Konsequenzen haben.

Erfolg haben können alle drei Typen

Sehr wichtig ist zu wissen, dass aus allen Typen erfolgreiche Praxisinhaber werden können. Jeder definiert diesen Erfolg jedoch anders und steckt sich seine persönlichen Ziele.
Ein hundertprozentiges Versprechen auf Gelingen gibt es nicht, egal welcher Gründungstyp Sie sind. Aber wenn Ihnen bewusst ist, dass dies von Ihnen selber abhängt und Sie es schaffen, sich ausreichend zu hinterfragen, erhöhen Sie Ihre Chancen enorm.