Studium

Am Anfang steht das Studium

"Am Anfang steht nicht der Beruf, sondern das Studium", sagt Prof. Uwe Lendeckel aus Greifswald. Er ist Vorsitzender der Auswahlkommission und hat mit seinen Kollegen 54 potenzielle Zahnmedizinstudenten auf Herz und Nieren geprüft.

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Uwe Lendeckel ist Professor of Medical Biochemistry am Uniklinikum Greifswald und Vorsitzender der Auswahlkommission für die Studienplätze der Universitätsmedizin Greifswald. privat

Herr Prof. Lendeckel, Sie haben gerade die Auswahlgespräche für die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin geführt. Wie gehen Sie in dem Verfahren konkret vor?

Prof. Uwe Lendeckel: Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald vergibt 60 Prozent der Studienplätze für Human- und Zahnmedizin über das hochschuleigene Auswahlverfahren. Die verbleibenden Plätze werden von der Stiftung für Hochschulzulassung vergeben, die Hälfte davon über die Abiturbesten-Quote.

Das hochschuleigene Auswahlverfahren ist in einer Satzung geregelt. Im ersten Verfahrensschritt wird eine Rangliste von allen Bewerbern erstellt, die sich aus einer entsprechenden Punktzahl für die Abiturdurchschnittsnote, der durchgängigen Belegung der naturwissenschaftlichen Fächer in der Abiturstufe und gegebenenfalls auch aus der Anerkennung von Berufserfahrung in (zahn-)medizinischen Bereichen zusammensetzt.

20 Prozent der Plätze gehen direkt an die Ersten dieser Rangliste

20 Prozent der verfügbaren Plätze im Auswahlverfahren gehen direkt an die Ersten dieser Rangliste. Für die verbleibenden 80 Prozent der Plätze wird die dreifache Anzahl der Bewerber entsprechend der Rangliste zu einem Auswahlgespräch eingeladen. Zu den Gesprächen werden für jeden zu vergebenden Studienplatz drei Bewerber eingeladen.

In diesem Jahr konnten sich 290 Bewerber für Humanmedizin und 54 für Zahnmedizin einzeln den standardisierten Fragen einer Kommission unterziehen. Die insgesamt sieben Auswahlkommissionen (fünf Humanmedizin, zwei Zahnmedizin) bestehen aus jeweils zwei Professoren der Universitätsmedizin.

Die fünf wichtigsten Eigenschaften

In den persönlichen Auswahlgesprächen wurden neben der Motivation und besonderen Eignung für ein Medizin- oder Zahnmedizinstudium unter anderem auch das gesellschaftliche und soziale Engagement sowie Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit der Bewerber thematisiert und anhand einheitlicher Kriterien bewertet.

Ihr Verfahren ist aufwendig – warum glauben Sie, dass es sich dennoch lohnt, auf diese Weise geeignete Kandidaten zu identifizieren?

Für uns bietet sich mit den Auswahlgesprächen die Gelegenheit, junge Menschen kennenzulernen, die ein Interesse an einem Medizin- oder Zahnmedizinstudium haben und ihr Studium in Greifswald absolvieren wollen.

Jeder empfindet die Auswahlgespräche als Bereicherung

Viele Kollegen beteiligen sich an den Auswahlgesprächen. Jeder empfindet die Auswahlgespräche als Bereicherung, denn in der überwiegenden Mehrheit lernen wir interessante, motivierte und für den Arztberuf zweifelsfrei geeignete Menschen kennen. Aber die verfügbaren Plätze sind nun einmal zahlenmäßig begrenzt.

Wir erleben regelmäßig, wie verschieden Bewerber mit gleicher Abiturdurchschnittsnote sind, was uns darin bestärkt, andere Eigenschaften und Fähigkeiten bei der Auswahl zu berücksichtigen. Wir haben zudem den positiven Eindruck gewonnen, dass die Studierenden, die durch ein persönliches Gespräch ausgewählt wurden, sich in besonderer Weise mit der Universität identifizieren, sich in Greifswald wohlfühlen und in vielfältiger Weise im Studium engagieren werden. 

Was lassen Sie als Motivationsgründe nicht gelten und wer ist für den Medizinberuf geradezu prädestiniert?

Wenn Sie die Motivation ansprechen, so können wir eigentlich allen Bewerbern, die sich in Greifswald vorgestellt haben, eine gute bis sehr gute Motivation attestieren. Wie gesagt: Kaum jemand scheint für den Arztberuf gänzlich ungeeignet - viele haben ja bereits berufspraktische Erfahrungen und Einblicke in die dentale Welt oder in den Medizineralltag erhalten.

Wichtige Gesichtspunkte sind darüber hinausgehend längerfristiges soziales und gesellschaftliches Engagement, erkennbare Empathie und insbesondere Hilfsbereitschaft, authentisches Interesse, sich mit aktuellen Fragen und Problemen des Gesundheitswesens auseinanderzusetzen, Kreativität und Originalität, die Fähigkeit zur Selbstreflektion und angemessenen Selbsteinschätzung und anders mehr.

Am Anfang steht nicht der Beruf, sondern das Studium. Die Bewerber müssen den Anforderung des Studiums gewachsen und bereit sein, alle Herausforderungen für die Human- und Zahnmedizin mit Leidenschaft zu meistern.   

Die Fragen stellte Sara Friedrich.

Zu Gesprächen wurden in diesem Jahr 290 Kandidaten für Medizin und 54 für Zahnmedizin eingeladen. Ihre Bewerbungen wurden über ein objektives Bewertungssystem ausgewählt und Punkte für die Abiturdurchschnittsnote, die Belegung naturwissenschaftlicher Fächern in der Abiturstufe und berufspraktische Erfahrungen auf medizinischen – und/oder zahnmedizinischem Gebiet vergeben.

Ziel ist, die motiviertesten und besten Studierenden mit größtmöglicher Eignung für den Arzt- und Zahnarztberuf auszuwählen. Die Eingeladenen mussten sich einzeln den standardisierten Fragen einer Kommission unterziehen. Die insgesamt sieben Auswahlkommissionen (fünf Humanmedizin, zwei Zahnmedizin) bestehen aus jeweils zwei Professoren der Universitätsmedizin. In den Gesprächen wurde unter anderem die Motivation für ein Medizinstudium und die Entscheidung für den Studienstandort Greifswald thematisiert. Ebenso wurde das gesellschaftliche und soziale Engagement sowie Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit der Bewerber bewertet. Ab dem 24. September stehen die Zulassungs- und Ablehnungsbescheide für das Auswahlverfahren der Hochschulen, 2. Stufe, zur Verfügung.

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