Studium

Aus Fehlern lernen

„Aus Fehlern lernen“ – diesen Spruch haben wir in der Kindheit häufig gehört, wenn wir unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurden. Für Studierende ist es ein Leitgedanke, der sie weiter begleitet.

iStock – FabrikaCr

Fehlermanagement ist ein Thema, das im Studium eine große Rolle spielt – sowohl auf studentischer Seite als auch aufseiten der Universität. Wer den Berufsweg des Zahnarztes oder der Zahnärztin einschlägt, wählt einen Job, im dem ein ausgeprägtes Maß an Geschick und Präzision benötigt wird. Dem voran geht ein Studium, das viel Training für die zahnmedizinischen und zahntechnischen Aufgaben erfordert. Bereits zu Anfang im vorklinischen Abschnitt, z. B. in den TPK-Kursen, aber auch später im klinischen Abschnitt, passieren fast jedem angehenden Zahnmediziner gelegentlich Fehler. Doch gerade dadurch können Studierende viel für die Zukunft mitnehmen.

Der Wunsch, möglichst schnell die Approbation zu erhalten, motiviert die meisten Studierenden vom ersten Semester an. Durch ihn entwickeln sie die Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen und Fehler zu analysieren. Doch bevor wir aus einem Fehler lernen können, müssen wir uns mit der Zeit der Enttäuschung und Entmutigung auseinandersetzen – der eine oder andere zweifelt vielleicht sogar an dem vorhandenen Können oder Wissen. Anschließend ist es an der Zeit, seinen Fehler zu analysieren. Nur so erlangen wir die Fähigkeit der Selbstreflexion und können Gründe finden, Überlegungen verändern und die eigenen Schwächen beheben. Dies ist ein sehr wichtiger Prozess im Fehlermanagement, denn indem wir mit Fehlern konstruktiv umgehen, können wir sie zu etwas Positivem umkehren und in einer ähnlichen Situation vermeiden.

Fehlermanagement an Universitäten

Als Mittel der Qualitätsverbesserung verfügen auch Universitäten über Konzepte zum Fehlermanagement. So wird Studierenden die Möglichkeit geboten, nach dem Semester die Kurse und Vorlesungsreihen zu evaluieren. Viele Studierende nehmen sich die Zeit und evaluieren Kurse und Vorlesungen in der Hoffnung, dass sich entweder für sie selbst oder für ihre Nachfolger etwas ändert. Leider zeigt aber häufig die Erfahrung, dass die Ergebnisse der Evaluation nicht an die Betroffenen weitergeleitet werden, dass Kritik ignoriert wird oder gar Einträge gelöscht werden.

Die Zeit, die die Studierenden investiert und die Überlegungen, die sie getätigt haben, werden von einigen Professoren und Verantwortlichen nicht gewürdigt. Stattdessen startet das nächste Semester genauso, wie das vorherige geendet hat.

Die Fachschaften der einzelnen Universitäten sind bemüht, die Lehre und die Lehrsituation zu verbessern. Sie erarbeiten sehr häufig Problemlösungen und versuchen, diese mit den Verantwortlichen zu besprechen. Oft machen sie jedoch die Erfahrung, dass die Fakultäten erst dann auf die Studierenden zugehen, wenn ihnen keine andere Möglichkeit mehr bleibt. Vorangegangene persönliche Gespräche, Statements und Positionspapiere der Fachschaften werden von universitärer Seite häufig nicht ernst genommen. Im Allgemeinen haben die Universitäten sich stark ähnelnde fächerübergreifende Kompetenzen formuliert. Jedoch wird der Eindruck erweckt, dass diese Ziele für einige Fakultäten der Zahnmedizin nur auf das Papier geschriebene Punkte sind, die sie erst einmal nicht berücksichtigen müssen. Ganz nach dem Motto: Papier ist geduldig. Würden die Verantwortlichen die außercurricularen Ziele ihrer eigenen Universität mit derselben Ernsthaftigkeit verfolgen wie die curricularen, könnte man erwarten, dass sie ihren eigenen Studierenden auf eine respektvolle und lösungsorientierte Weise begegnen. Stattdessen wird Kritik oft nicht einmal zugelassen oder nicht gehört und Probleme und Fehler seitens der Universität werden geleugnet. Wie sollen Studierende Eigenschaften erlangen wie Zukunftsfähigkeit und das Tragen gesellschaftlicher Verantwortung, wie Personal- und Sozialkompetenzen sowie praxisorientierte Problemlösung erlernen, wenn sich die Fakultät der eigenen Universität nicht dafür verantwortlich fühlt, diesen Zielen gemäß mit ihren Studierenden in Austausch zu treten?

Es bleibt der Eindruck, dass nicht alle sich durch diese Ziele zur Selbstreflexion angehalten fühlen oder dazu, Kritik zu analysieren, um etwas zu verändern. Wo Studierende über sich hinauswachsen und neue Wege gehen, weil sie bereit sind, aus ihren Fehlern zu lernen, scheint eben dieser Leitgedanke an vielen Fakultäten oft nicht mehr als ein Spruch zu sein.

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