Studium

Berufskunde muss sitzen!

Seminare zur Berufskunde gibt es an den meisten Unis. Aber was kann man als Zahnarzt eigentlich damit anfangen?

Zahnärztin Dr. Juliane Gösling arbeitet bei der Bundeszahnärztekammer -  und damit die beste Adresse für unser Anliegen. In unserem Interview verklickert sie uns, warum Zahnärzte Berufskunde drauf haben müssen.

1. Inwieweit tangiert die Berufskunde den Praxisalltag des Zahnarztes?

Dr. Juliane Gösling: Genau genommen sind gute Kenntnisse in Berufskunde die Voraussetzung für einen funktionierenden Praxisalltag. Im Rahmen der Berufskundevorlesungen wird zum Beispiel Grundlegendes zur Aufgabe und Funktion der Selbstverwaltung, zur Assistentenzeit, zur Niederlassung, zum Zahnarzt-Patienten-Verhältnis, zur Abrechnung und zum Qualitätsmanagement vermittelt.

So sind Kenntnisse über Hygiene, Aufklärung des Patienten etc. tagtäglich umzusetzen, genauso wie die Regelungen der Abrechnung. Mit der Praxisgründung sollte man in allen diesen Fragen richtig fit sein. In einigen Regionen werden fast alle neu eröffneten Praxen begangen: Diese Themen müssen also sitzen. Die Fortbildungs- und Informationsangebote der Kammern sind aber sehr umfassend, so dass es kein Problem ist, sich entsprechend fortzubilden.

2. Wo haben Berufsanfänger meist Wissenslücken und wie rächt sich das?

Junge Kollegen/Studenten wissen oft wenig über die Funktion der Selbstverwaltung. Dabei sind viele, speziell für junge Kollegen interessante Themen Kammersache, wie zum Beispiel Weiterbildung, Qualitätsmanagement und Hygiene.

"Kammern bieten Wissen -  ungefiltert und kostenlos."

Auch die Abrechnung - sei es in der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei privaten Leistungen - ist ein kompliziertes Feld; hier müssen Kammern und KZVen helfen. Der Start in die Assistentenzeit, aber noch mehr in die Niederlassung, ist dann mit vielen komplexen Fragen verbunden. Junge Zahnärzte brauchen Unterstützung beim Start in das Berufsleben.

Wir würden uns freuen, wenn sie sich neben dem Weg zu kommerziellen Anbietern mehr Kollegen an die Kammern wenden. Diese bieten Wissen ungefiltert und kostenlos. Natürlich freuen wir uns auch, wenn wir junge Kollegen für die Berufspolitik begeistern können, damit wir die Themen, die sie interessieren, besser vertreten können.

3. Was sollte man auch beim Praxisstart schon aus dem Effeff können?

Ich gehe davon aus, dass Sie die Assistenzzeit meinen. Ich glaube, aus dem Effeff kann man zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Fachlich sind die Grundlagen auf jeden Fall vorhanden und die Anwendung dieses Wissens am Patienten ist dann eine große Herausforderung. Wichtig ist dabei nicht nur fachlich richtig zu handeln, sondern dies auch korrekt mit allen Abrechnungs- und Planungsfragen an den Patienten zu vermitteln. Hier ist die Assistentenzeit eine wichtige Phase. Mit der Praxisgründung ist man dann für alles allein verantwortlich.

4. Wo kann sich ein junger Zahnarzt schlau machen?

Natürlich stehen die Selbstverwaltungen immer zur Verfügung. Dort erhält man unabhängige Informationen zu allen Fragen der Berufsausübung und zur Praxisgründung. Um dies zu unterstützen, haben wir für junge Kollegen eine Internetseite eingerichtet, auf denen sie Informationen zu Veranstaltungen, Broschüren und Arbeit im Ausland erhalten. Besuchen Sie uns doch mal auf: www.bzaek.de/Junge-Zahnärzte. Dort steht zum Beispiel der frisch überarbeitete Ratgeber „Der Weg in die Freiberuflichkeit - Praxisgründung“, als E-Book und PDF kostenlos zur Verfügung, sowie die Broschüre „Formen zahnärztlicher Berufsausübung“.

In diesem Jahr findet Ende Oktober der zweite Zukunftskongress Beruf und Familie, parallel zur BZÄK-Bundesversammlung in Hamburg, statt. Dort werden Themen wie Verträge, Networking, Beruf und Familie, Praxisgründung und vieles mehr behandelt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Und wer Lust hat, kann morgens bei der Bundesversammlung reinschnuppern (Zahnarztausweis nicht vergessen!). Dazu kommen viele Projekte der Zahnärztekammern, wie zum Beispiel Existenzgründerseminare.

Zahnärztin Dr. Juliane Gösling (MPH) ist Referentin bei der Bundeszahnärztekammer in der Abteilung Zahnärztliche Berufsausübung.

| DZT

 

 

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