Studium

Besser essen, den Zähnen zuliebe

Schutz vor Darmkrebs und Diabetes

Im Dünndarm binden Ballaststoffe erneut Wasser, regen die Peristaltik an und beschleunigen die Darmpassage. Dadurch verkürzt sich die Kontaktzeit von Kanzerogenen mit der Darmschleimhaut – eine mögliche Erklärung für das geringere Darmkrebsrisiko bei ballaststoffreicher Ernährung.

Darüber hinaus binden vor allem lösliche Ballaststoffe aus Gemüse und Obst Toxine und Gallensäuren, die anschließend ausgeschieden werden. Für die Synthese neuer Gallensäuren wird hauptsächlich LDL-Cholesterol aus dem Blut verwendet. Die Folge: Der LDL-Cholesterinspiegel sinkt – und damit das Risiko für die koronare Herzkrankheit.

Unlösliche Ballaststoffe aus Getreide haben ebenfalls viel Potenzial: Je mehr von diesen Fasern auf den Teller kommen, desto geringer ist das Risiko für Typ 2 Diabetes. Studien zeigen: Mit zwei Portionen Vollkorn pro Tag sinkt das Diabetesrisiko um 20 Prozent. Lösliche Fasern haben darauf dagegen keinen Einfluss.

Ballaststoffe stoppen Durchfall

Im Dickdarm angekommen, werden vor allem lösliche Fasern wie Pektine, Schleimstoffe und andere Quellstoffe von den Bakterien fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die eine Schlüsselrolle für die Darmgesundheit spielen. Zum einen liefern sie Energie für die Mukosazellen und stimulieren deren Schleimproduktion, zum anderen hemmen sie das Wachstum pathogener Bakterien, indem sie den pH-Wert im Darmlumen senken.

Zudem wirken sie antientzündlich und regulieren den Wasserhaushalt im Darm, da sie zusammen mit Natrium und Wasser resorbiert werden. So belegen Studien, dass lösliche Fasern bei Diarrhoe gut wirken.
Auch bei Verstopfung können Ballaststoffe helfen –  indem sie das Stuhlgewicht erhöhen, beschleunigen sie den Transit des Darminhalts.

Allerdings ist die Datenlage hier bescheiden, insbesondere bei bestehender Verstopfung lindern Ballaststoffe den gestörten Transit und die Stuhlkonsistenz nur beschränkt. Da die Patienten unterschiedlich reagieren, wird faserreiche Kost nur als begleitende Maßnahme eingesetzt.

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