Studium

"Der NC ist ein Skandal!"

Tausende wollen Medizin studieren. Doch die NC-Quote siebt viele frühzeitig aus. Prof. Jürgen Westermann plädiert dafür, die NC-Barrieren durch persönliche Aufnahmetests zu ersetzen - und erklärt, wie es geht.

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Prof. Jürgen Westermann ist für persönliche Auswahlverfahren. Die Vorteile aus seiner Sicht: "Die Kollegen wissen, wen sie sich an die Uni holen und die Studenten fühlen sich willkommen." Uni Lübeck

In Deutschland wird in letzter Zeit immer intensiver über Private Medical Schools und Franchise-Modelle diskutiert. Überrascht Sie diese Entwicklung?

Nein, das überrascht mich nicht, weil wir in Deutschland pro Jahr - allein in der Humanmedizin - rund 10.000 Erstsemester aufnehmen, aber knapp 40.000 Bewerbungen haben. Wir haben also auf jeden verfügbaren Platz im ersten Semester vier Bewerber. Medizin hat schon immer ein hohes Renommee gehabt. Und im Moment sind ja die Berufsaussichten gigantisch. Jeder, der fertig wird, kriegt eine Stelle.

Diesen Ansturm an Bewerbern müssen die Universitäten irgendwie filtern. Ein gängiges Verfahren ist der Numerus clausus.

Und genau das halte ich für einen Skandal. Es gibt drei Quoten. Die Abiturientenquote, die Wartequote und die ADH-Quote - das Auswahlverfahren der Hochschulen. Um die Abiturientenquote zu erfüllen, braucht man ein Abitur von 1,0 oder 1,1. Für die Warte-Quote braucht man mittlerweile 12 bis 13 Wartesemester. Und bei den Auswahlverfahren der Hochschulen filtern ganz viele Hochschulen praktisch auch nur nach Noten.

Man kann dann beispielsweise Sonderpunkte erreichen, wenn man in Biologie 15 Punkte hat. Das ist dann mehr wert als gute Noten in Deutsch oder in Latein. Was ich nicht so richtig verstehe, denn Medizin ist nicht nur Naturwissenschaft, sondern hat auch was mit Ethik zu tun, mit Philosophie, wenn man so will. Und deswegen machen wir das in Lübeck auch richtig. 15 Punkte in Biologie sind 15 Punkten in Latein ebenbürtig.

Es ist mittlerweile tatsächlich so, dass die Bewerber so dicht beieinander liegen, dass man nicht mal mehr durch die Noten differenzieren kann. Den einzelnen Bewerbern werden von der Vergabestelle zufällig Losnummern zugeteilt. Wenn die Grenze bei 1,1 liegt und sie nicht alle mit 1,1 nehmen können, dann werden den Bewerbern Losnummern willkürlich zugeteilt. Der Studienplatz ist dann also nur noch Glückssache.

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