Studium

(Fast) Nie mehr jobben

"Ein Stipendium zu bekommen, ist machbar", sagt Mira Maier. Die Betriebswirtin entwickelte 2011 ein Portal, das heute in 16 Ländern Geldgeber und Empfänger zusammenführt - und zig Angebote für Zahnis bereithält.

drubig-photo - Fotolia

zm-online: Frau Maier, Ihre Plattform mystipendium.de listet aktuell 2.300 Stipendien. Wie viele davon kommen für Zahnmedizinstudenten infrage?

Mira Maier: Von vornherein kann niemand wissen, ob er nicht doch für Stipendium infrage kommt. Der Grund ist, dass das Studienfach nur eines von 40 Auswahlkriterien ist, die auf mystipendium.de abgefragt werden. Wenn wir also davon ausgehen, dass alle Stipendien infrage kommen, die sich gezielt an Zahnmedizinstudierende richten, plus solche, die aufgrund des Geschlechts, des Wohnorts, der Noten oder sonstigen Kriterien vergeben werden, sollten es so um die 1.500 sein.

Gibt es so etwas wie den typischen Stipendiaten?

Nein, das kann man nicht sagen. Guten Noten erhöhen natürlich die Erfolgsaussichten, aber auch mit schlechteren Noten sieht es je nach Profil ganz gut aus. Eine eigene Erhebung von uns mit 28.000 Teilnehmern zeigt, dass im Durchschnitt 40 Prozent der Bewerbungen Erfolg haben - ein Wert, den auch eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach bestätigt.

Wie groß ist denn der Bewerbungsaufwand?

Die meisten fordern erst einmal nicht viel mehr als einen tabellarischen Lebenslauf und ein Anschreiben. Das ist also vergleichbar mit dem Aufwand einer Job-Bewerbung. Aber man muss den Zeitaufwand im Verhältnis zum möglichen Ertrag sehen. 

Und wie hoch ist der mögliche Ertrag?

Ein Durchschnittswert ist schwierig zu nennen. Aber die Bandbreite der finanziellen Zuwendungen reicht von 100 Euro einmalig bis zu 60.000 Euro über die gesamte Studienlaufzeit.

Ihre Plattform ist seit gut sechs Jahren online. Die Zahl der gelisteten Stipendien steigt seitdem kontinuierlich. Gibt es einen entsprechenden Trend in der deutschen Stipendienlandschaft?

Ja, zum einen werden natürlich erst nach und nach die Stipendiengeber auf uns aufmerksam, aber es werden auch immer mehr Stipendienprogramme aufgelegt. Und es gibt häufig auch den Fall, dass Stiftungen angesichts der großen Anzahl an tollen Bewerbungen die Zahl der Plätze ausweiten. Außerdem entdecken immer mehr Unternehmen Stipendien als Möglichkeit, etwas zurückzugeben und Kontakt zu künftigen Führungskräften herzustellen. 

Da sie die Wirtschaft ansprechen, wie finanziert sich Ihr Portal?

Nun, wir haben als gemeinnützige Unternehmergesellschaft einen Mix an Einnahmequellen: Dazu gehören Stiftungszuwendungen sowie Einnahmen aus Werbeeinblendungen und kostenpflichtigen Premiumprofilen, die Stipendiengebern eine höhere Sichtbarkeit verleihen und einen größeren Funktionsumfang bei der Darstellung ihrer Organisation und des Stipendienmodells bieten.

Neben der Suchmaschine für Stipendien haben Sie mittlerweile auch Preisvergleiche sowie Links zu Gewinnspielen und Tipps in der Rubrik „Geld geschenkt bekommen“. Hier wird unter anderem vorgeschlagen, mal schnell eine „paar kostenlose und gebührenfreie Girokonten mit Prämie zu eröffnen“, um Geld zu verdienen. Wie passt das zu einer seriösen Plattform, auf deren Startseite Nutzer mit einem Grußwort des Bundespräsidenten empfangen werden?

Ja, tatsächlich haben wir vor einiger Zeit unser Angebot ausgeweitet, um das Thema Geld ganzheitlicher anzugehen. Wichtig zu erwähnen ist, dass wir alle Angebote darauf überprüfen, ob es nicht doch versteckte Kosten gibt, bevor wir sie veröffentlichen. Dazu gehören auch Hinweise, wie viel sich innerhalb von ein paar Minuten durch den Wechsel des Strom- oder DSL-Anbieters sparen lässt. Ein Student, der mit einem Nebenjob sonst vielleicht zehn Euro pro Stunde verdient, gewinnt so schnell 20 oder 30 Stunden Zeit, die er in sein Studium investieren kann. Das Schönste wäre natürlich, wenn wir allen ein Vollstipendium anbieten könnten. Aber solange das nicht so ist, lohnt es sich sicher für Studenten, die ein oder andere Prämie mitzunehmen.

Mystipendium.de wurde 2011 von Mira Maier mit einem Kommilitonen entwickelt, nachdem die Betriebswirtin Maier für ihre Promotion selbst nach einem Stipendium gesucht hatte. Heute ist das Portal in 16 europäischen Ländern vertreten. Mit ihrem Ansatz ist die Plattform nicht allein, denn der Vermittlungsbedarf ist groß. Auch das Karrierenetzwerk e-fellows.net, der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und zunehmend auch Vergleichsportale versuchen, Geldgeber und Empfänger zusammenführen.

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