Studium

"Geht raus in die Welt!"

"Geht raus in die Welt", hieß es auf dem Studententag in Frankfurt am Main. Dabei ging es um Möglichkeiten und Angebote, die angehende Zahnärzte für sich nutzen können, um mehr praktische Erfahrungen zu sammeln. Auch die Praxisgründung war ein Thema.

DGZMK/Spillner

Es war natürlich nur ein kleiner Teil in Frankfurt - und doch stehen die rund 300 Teilnehmer des Studententages exemplarisch für die Fragen, Themen und Wünsche der breiten Masse aller 14.500 Zahnmedizinstudierenden in Deutschland.

Unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Zahnheilkunde (DGZMK), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) konnte der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten e.V. (BdZM), ein Programm organisieren, das auf die Interessen der nachfolgenden Generation abgestimmt war: Arbeiten im Ausland, Praxisgründung, Fachliches. 

Arbeiten im Ausland: "Bringt Action in die Zahnmedizin"

Wer eine Auslandsfamulatur in den Semesterferien machen will und sich noch nicht sicher ist, wohin es gehen soll, bekam zahlreiche Informationen von den Vertretern des Zahnmedizinischen Austauschdienstes (ZAD). Seit neuestem werden zum Beispiel auch sogenannte IADS-Projekte angeboten. Sie sind für eine Länge von zwei bis drei Wochen konzipiert und damit deutlich kürzer als die gewohnte Famulatur, die bis zu fünf Wochen dauern kann. Christoph Beckmann vom ZAD appellierte in seinem Vortrag, sich rechtzeitig zu bewerben - am besten plane man seine Reise ein Jahr im Voraus.

"Seid offen für vieles!"

Die Studentinnen Almuth Raithel und Ulrike Kopsch, die gerade von ihrer Famulatur in Kambodscha zurück sind, gaben weitere nützliche Tipps. "Geht ganz offen und frei an die Planung heran", sagte Kopsch den Teilnehmern, "festgelegte gedankliche Konstrukte, wie die Famulatur letztendlich werden könnte, bewahrheiten sich meist nicht. Seid also offen für vieles".

Für die Auslandsfamulatur spreche vieles, erläuterte Raithel: "Wir haben gelernt unter Zeitdruck zu arbeiten." 30 Extraktionen in 90 Minuten waren demnach keine Seltenheit. "Das war wie am Fließband."

Gelohnt habe sich der Aufenthalt dennoch, sagen beide, - auch wenn es weitere Hürden wie zum Beispiel Sprachprobleme gab. "Wir haben gelernt, dass es enorm wichtig ist auch die psychologische Ebene im Umgang mit den Patienten verstärkt zu nutzen. Gerade bei Kindern, die die Sprache nicht verstehen, ist die non-verbale Kommunikation unerlässlich", erläutert Raithel.

Das alles sind Erfahrungen, die auch Jung-Zahnarzt Michael Javier Weiß während seines Hilfseinsatzes bei Zahnärzte ohne Grenzen in der Mongolai erlebte. "Durch solch einen Einsatz werdet ihr teamfähig", legte Weiß seinen Zuhörern nahe. Und: "Durch meine ganzen Fotos während der Reise habe ich zum Beispiel gelernt, wie ich meine Fälle richtig dokumentiere."

Praxisgründung: "Was passt zu euch?"

Abschluss in der Tasche - und dann? BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich zeigte die Berufschancen und -optionen nach dem Studium auf: Master, Curriculum, Fort- und Weiterbildungen, Facharzt, wissenschaftliche Laufbahn, Spezialist oder Berufspolitik - Möglichkeiten gibt es viele. 

"Welche Erwartungen haben Sie selbst an sich? Und welche Erwartungen haben Sie an den Berufsstand?", fragte Oesterreich das Publikum. Und ermahnte: "Werden Sie sich dieser Fragen bewusst."

Praxisgründung leicht gemacht: "Wendet euch an die zahnärztlichen Körperschaften", rät BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich den Studierenden. | BZÄK

Außerdem informierte der BZÄK-Vizepräsident über die speziellen Aufgaben der Kammern und plädierte für ein Engagement in den Standesverbänden: "Wir brauchen Sie. In der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer sitzen viele kluge Zahnärzte. Aber wir brauchen auch die nachfolgende Generation. Sprechen Sie mit. Organisieren Sie ihre Interessen."

Zudem gaben Referenten in ihren Fachvorträgen Einblicke in Behandlungstechniken und Restaurationskonzepte. Dr. Amelie Meyer-Bäumer etwa hielt ein Plädoyer für den Erhalt von "hoffnungslosen Zähnen" mittels der systematischen Parodontitischirurgie. Dr. Thorsten Pfefferle beschäftigte sich sich seinem Vortrag mit dem Zahnerhalt nach Traumata und zeigte Therapiestrategien nach Kronen- und Wurzelfraktionen auf.

BdZM-Vorstand: "Wir sind kein elitärer Verein"

Highlight auf dem Studententag: Der neue BdZM-Vorstand stellte sich vor. Nachdem Mitglieder des alten Vorstandes ihre Arbeit der letzten Jahre Revue passieren ließen, präsentierte Kai Becker, 1. Vorsitzender des neu gewählten Vorstands, die Pläne für die kommenden zwei Jahre. "Wir verstehen uns als Sprachrohr", sagte Becker den versammelten Studierenden. Der BdZM sei kein elitärer Verein.

Der neue Vorstand hat sich einiges vorgenommen. So möchte er unter anderem ein Mitgliedernetzwerk aufbauen, die Kommunikation sowohl zwischen den einzelnen zahnmedizinischen Fachschaften als auch mit Fachschaften der Humanmedizin verstärken und die Zusammenarbeit mit der Standesverbänden vertiefen. Übergeordnetes Ziel des Vorstandes: die Studienbedingungen verbessern.

Der Studententag hat sich mittlerweile als feste Größe im Programm des Deutschen Zahnärztetages etabliert. Mit 300 angemeldeten Studierenden konnte sich der BdZM in diesem Jahr über eine Rekordteilnahme freuen. Mit Unterstützung des BdZA werden für die Studenten Shuttle-Busse zum Zahnärztetag organisiert.

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