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Die wenigsten Stipendiaten sind überdurchschnittlich begabt oder mittellos. Gefördert werden aber auch Leute, die andere Kriterien erfüllen. Welche, das sagt uns Mira Maier, die eine Stipendien-Suchmaschine betreibt.

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Es zählen nicht nur gute Noten, soziales Engagement und Sprachkenntnisse bei der Bewerbung auf ein Studien- oder Doktorstipendium, sondern auch der Wohn- oder Geburtsort, die Herkunft oder der Familienstand, das Studienfach, der Forschungsschwerpunkt und Dutzende andere Faktoren. Die Kombination dieser Faktoren entscheidet letztlich darüber, ob Bewerber eine Chance auf geschenktes Geld haben oder nicht.

"Man kann vorher einfach nicht wissen, ob es etwas Passendes für einen gibt", sagt Mira Maier. Sie muss es wissen. Die Betriebswirtin erhielt ein Stipendium für ihre Doktorarbeit und entwickelte - motiviert durch ein traumatisches Rechercheerlebnis - mit einem Studienkollegen eine Suchmaschine für Stipendien.

Mehr als 30 Faktoren entscheiden

Auf mystipendium.de können Interessenten ein kostenloses Profil anlegen, das im Idealfall Angaben zu mehr als 30 Parametern beinhaltet, und sich für sie passende Stipendien anzeigen lassen. "Ich habe mich damals Wochen und Monate durch Listen und Datenbanken gewühlt", erinnert sich Maier, "und dabei gedacht, diese Suche muss man doch abkürzen können." Und tatsächlich: Die Datenbank spuckt nach wenigen Minuten eine Übersicht der passendsten Angebote aus.  

"Man sollte sich wirklich nur da bewerben, wo man auch hinpasst. Alles andere ist Zeitverschwendung", sagt Maier, deren Plattform Nutzern kostenlos die Orientierungshilfe in dem Dickicht aus mehr als 1.600 Förderprogrammen und tausenden Stipendien liefert.

Die promovierte Betriebswirtschaftlerin ist heute Geschäftsführerin der gemeinnützigen Initiative für transparente Studienförderung (ITS). Anfangs arbeitete sie ehrenamtlich, heute bekommt die Plattform Fördergelder, weil sie so erfolgreich Stifter und passende potenzielle Stipendiaten zusammenbringt.

Absurde Vorstellungen

Mit dieser Idee ist die Plattform nicht allein, denn der Vermittlungsbedarf ist groß. Auch das Karrierenetzwerk e-fellows.net und der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung versuchen, Geldgeber und Empfänger zusammenführen und mit den weit verbreiteten Mythen um Voraussetzungen und Vergabepraktiken aufzuräumen.

"Es trauen sich immer noch die wenigsten, sich zu bewerben", sagt Maier. Nur jeder Achte mit hervorragenden Noten informiere sich überhaupt über die Stipendienangebote. "Es ist absurd. Viele, die richtig gut sind denken, dass sie noch bessere Noten bräuchten."

Oberste Regel: sich frühzeitig kümmern

Ähnliche Vorbehalte hätten viele potenzielle Bewerber, wenn es darum geht, einen Dozenten um ein Empfehlungsschreiben zu bitten, wie sie bei einigen Stiftungen zur Bewerbung notwendig sind, weiß Maier aus ihrer Arbeit. "Dabei haben viele Professoren ein Interesse daran, dass ihre Studierenden ein Stipendium bekommen." In der Praxis würden ihrer Erfahrung nach auch Lehrende Empfehlungsschreiben anfertigen, denen der Student nicht näher bekannt sei - wenn sie zur Vorbereitung ein paar Unterlagen von ihrem Studierenden bekommen. Oberste Regel laute jedoch, sich frühzeitig zu kümmern, mahnt die Fachfrau, schließlich sollte man als Bittsteller nicht anfangen zu drängeln.

Für alle Studienbewerbungen gilt: Eine langfristige Planung ist wichtig, da viele Stiftungen nur eine Bewerbungs-Deadline pro Jahr haben. Was an Bewerbungsunterlagen und im weiteren Bewerbungsverlauf gefordert wird, unterscheidet sich dann aber extrem. Das können Motivationsschreiben, ausführliche oder auch handschriftliche Lebensläufe, Allgemeinbildungstests, Auswahlgespräche oder Assessmentcenter sein.

Hunderten Stipendien warten vergebens auf Bewerber

"Bei vielen der 13 Begabtenförderungswerke muss man vor Ort dann noch einen Essay schreiben", fügt Maier hinzu. Anstatt übertriebenen Respekt vor den Auswahlverfahren zu haben, sollten sich Bewerber jedoch lieber vor Augen führen, dass jedes Jahr hunderte Stipendien nicht vergeben werden - vor allem, weil es an Bewerbern fehlt.

Laut einer Allensbach-Studie bezogen zum Beispiel 2009 nur vier Prozent aller befragten Studenten Stipendiengelder - gleichzeitig hatten sich 78 Prozent, die es vergleichsweise schwer haben, ihr Studium zu finanzieren, noch nie auf ein Stipendium beworben.

40 Prozent sind erfolgreich

Wer sich allen Mythen und Ängsten zum Trotz dennoch durchringt, eine Bewerbung abzusenden, hat gute Chancen, in den Genuss von monatlichen Zahlungen oder Einmalbeträgen, kostenlosen Auslandsaufenthalten, erstatteten Reise-, Druckkosten oder Studiengebühren zu kommen, erklärt Maier. "Im Durchschnitt sind 40 Prozent aller Bewerbungen erfolgreich."

Vorher lohnt es sich jedoch, sich die zahlreichen Bewerbungstipps durchzulesen. Neben Hinweisen zur professionellen Aufbereitung und dem obligatorischen Check des eigenen Facebook-Profils gibt mystipendium.de dann noch einen wichtigen Ratschlag: Geduld zu beweisen. "Im Durchschnitt vergehen bei vielen Stiftungen drei bis sechs Monate nach dem Einsendeschluss, bis man Bescheid bekommt", sagt Maier. Dabei müsse man dann noch die Zeit von der eigenen Bewerbung bis zur Deadline hinzurechnen.

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