Studium

"Ich studiere Zahnmedizin, weil..."

Cansu Ustaoglu hat über eine Online-Abstimmung ein Stipendium des Deutschen Zahnarzt Service ergattert. Die 21-Jährige setzte sich unter den 15 kreativsten Bewerbern durch. Sie studiert Zahnmedizin, weil...

DZS

"... ich durch meine Krankheit meine Neigung zur Medizin entdeckt habe. Vor circa zehn Jahren erkrankte ich an Non-Hodgkin-Lymphom. Ich war während meiner zwei jährigen Therapie täglich mit Medizin, anderen Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten konfrontiert. Dies hat dazu geführt, dass mein Interesse für die Naturwissenschaften und Anatomie des Menschen gestiegen ist. 

Durch das Tragen meiner Zahnspange, zur Korrektur meines Kreuzbisses, habe ich begonnen, mich für den Beruf Zahnärztin zu interessieren. Seitdem informierte ich mich über die Aufgabenbereiche und über die Fähigkeiten, die man für diesen Beruf mitbringen soll. Wie gesagt, es war schon als Kind mein Traumberuf. Ich wollte immer eine Zahnärztin werden. Ich mag das Berufsleben einer Zahnärztin: Diese Routine, aber dennoch hat jeder neue Patient eine individuelle Behandlung. Ich liebe es, mit verschiedenen Arbeitsmaterialien und Techniken arbeiten zu können.

Dieser Beruf ist abwechslungsreich, man hat immer Menschenkontakt und kann Menschen heilen. Medizin interessiert mich sehr, aber die Feinmotorik, welche man als Zahnärztin braucht, hat mich zu diesem Beruf gelenkt. Man lernt nicht nur die Theorie, sondern kann das Gelernte auch am Phantom üben und praktizieren. Dieser praktisch orientierte Studiengang macht alles interessanter und effektiver. Für mich ist eine gute Bildung und Ausbildung sehr wichtig, deshalb ist es toll, wenn man im Zahnmedizinstudium das Gelernte auch anwenden kann.

Mit dem Stipendium des Deutschen Zahnarzt Service würde ich ...

... mir zunächst meine Materialkosten für die Propädeutik leisten können. Ich musste schon an einer Lupenbrille sparen, da es finanziell meine alleinerziehende Mutter sehr belasten würde. Jedoch möchte ich mir meine Träume erfüllen. In der Vorklinik können wir keine „offizielle“ Auslandsfamulatur machen. Wir haben nur im 3. Semester die ganzen Semesterferien zur Verfügung. Daher würde ich gerne in dieser Zeit im Ausland ein Praktikum in einer Universitätsklinik absolvieren, um jetzt schon einen Eindruck von den anderen Lehrmethoden und dem Arbeitsleben schaffen zu können.

Ein Erasmus käme erst in der Klinik infrage; aber ich möchte nicht bis dahin warten. Daher würde ich ein Teil des Geldes für die Reisekosten verwenden. Die meisten Bücher leihe ich aus der Bibliothek aus, aber einige würde ich schon gerne kaufen, wie zum Beispiel „Einführung in die Zahnerhaltung“ oder die Prometheus-Bücher.

Für den Berufseinstieg wünsche ich mir ...

..., dass ich meine Assistenzzeit in Düsseldorf verbringen kann. Ich hoffe, dass ich schnell in das Berufsleben einsteigen werde und mich erfolgreich verbessere. Ich möchte viel Praxiserfahrung gewinnen und mich erweitern. Danach überlege ich mir, ob ich eine Spezialisierung auf Kieferorthopädie machen werde.

Meine künftige Wunschpraxis ...

... sollte sehr gemütlich und einladend eingerichtet sein. Meine Patienten sollen gerne zu mir kommen. Ich möchte jeden zufriedenstellen, dafür sollen meine Mitarbeiter und ich ein gutes Team bilden. Natürlich möchte ich auch eine Familie gründen, deshalb werde ich mit der Gründung der eigenen Praxis zunächst warten, damit ich in der Stadt eine Praxis eröffne, in der ich auch mit meiner Familie längere Zeit leben werde. Davor werde ich bei anderen Zahnarztpraxen arbeiten. Ich möchte aber auch paar Jahre in einer Klinik arbeiten und das Arbeitsleben dort erfahren.

Ich sollte das Stipendium erhalten, weil ...

... ich sehr zielstrebig bin, ich habe sehr um diesen Studienplatz gekämpft. Ich habe mich so oft beworben, absolvierte den Test für medizinische Studiengänge und nahm am Eignungstest in Wien zwei Mal teil. Ich hatte es sogar vorgenommen, fünf Jahre lang auf meinen Studienplatz zu warten, daher habe ich mit einer Ausbildung zur Zahntechnikerin begonnen und parallel weiterhin an Universitäten beworben. 

Gott sei Dank habe ich die Chance ergriffen und habe mich an der privaten Universität Witten/ Herdecke beworben und wurde genommen. Ich bin so froh und glücklich darüber, dass ich mein Traumstudiengang studiere, und nur ein Jahr lang dafür warten musste. Jedoch ist es sehr schwierig nebenbei zu arbeiten und dieser Studiengang ist sehr teuer. Zudem müssen wir an unserer Universität alles selber finanzieren. 

Meine Mutter ist alleinerziehend und hat Schulden. Sie hat es nicht leicht, seitdem ich studiere. Ich hatte auch angefangen, abends als Reinigungskraft in einer Praxis zu arbeiten, um meine Mutter finanziell zu unterstützen, jedoch musste ich dies auf ein Mal in der Woche reduzieren. Zudem bekomme ich leider kein BAföG, da das Amt nicht mitberücksichtigt, dass mein Vater keinen Unterhalt zahlt. Ich möchte, ohne an das Finanzielle denken zu müssen, mich auf mein Studium konzentrieren und gute Leistungen erbringen. Dabei möchte ich nichts riskieren und meine Mutter natürlich nicht zu sehr belasten. Dieses Stipendium würde mein finanzielle Situation während des Studiums verbessern.

Und noch etwas zum Schmunzeln

Der typische Zahnmedizinstudent ...

  • ... ist abends immer in der Propädeutik und muss Zähne für den Kurstag präparieren oder Abdruck nehmen üben.
  • ... hat kaum Freizeit, auch nicht an Wochenenden, da man immer in die Propädeutik muss.
  • Zudem sind die meisten reich, weil die Eltern Zahnärzte sind; ist leider bei mir nicht der Fall!"

Cansu Ustaoglu konnte die meisten Stimmen auf sich vereinen und wird nun im kommenden Jahr gefördert. Alexander Bongartz aus der Geschäftsführung des Deutschen Zahnarzt Service überreichte ihr an der Universität Witten/Herdecke ihre Urkunde. Den zweiten Platz erreichte Valentin Kerkfeld, Student der Wilhelms-Universität Münster, Dritte wurde Rebekka Schneppe von der RWTH Aachen.

Aus ganz Deutschland konnten sich Studierende der 30 zahnmedizinischen Universitäten von Aachen bis Würzburg für das Stipendium des Deutschen Zahnarzt Services bewerben. Nach Einsendeschluss sortierte der Deutsche Zahnarzt Service die besten und einfallsreichsten 15 Bewerbungen unter den vielen Einsendungen heraus und stellte sie auf seiner Website online. In einer offenen Onlineabstimmung wurde unter diesen 15 Kandidaten abgestimmt. Das Ergebnis: Fast 2.500 Männer und Frauen gaben ihre Stimme ab.



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